Klingendes Zeichen für Heimat und Identität

Seit Sonntag erklingt die alte Dorfglocke wieder auf einem Glockenturm und erinnert die Guttenthauer an das Mittags- und Abendgebet. Für die Redner erfüllt die Konstruktion aber auch noch andere Zwecke.

Emma Kausler und Laura Hertel ließen am Sonntagnachmittag im Beisein von den Geistlichen Sven Grillmeier aus Kirchenlaibach und Hartmut Klausfelder aus Neustadt am Kulm sowie Bürgermeister Christian Porsch (von links) erstmals wieder die Glocke auf dem neuen Glockenturm erklingen
von Autor HAIProfil

In einer kleinen Feierstunde mit vielen Gästen übergaben die beiden Geistlichen Hartmut Klausfelder aus Neustadt am Kulm und Sven Grillmeier aus Kirchenlaibach den Glockenturm im Beisein vieler Gäste seiner Bestimmung. Von einem historischen Ereignis für den Ortsteil Guttenthau an der Grenze von Oberfranken und Oberpfalz sprach Bürgermeister Christian Porsch. Ein Glockenturm sei ein Zeichen für die Region und die Heimat, ein Zeichen für die Identität im ländlichen Raum. 1951 in der damals selbstständigen Gemeinde auf einem Gebäude der Familie Pöhlmann errichtet, habe die Glocke von hier aus 70 Jahre ihren Dienst getan. Seit 2017 gab es Überlegungen, von welchem neuen Standort aus die Glocke künftig erklingen könnte. "Was lange währt, wird endlich gut", fasste Porsch die Suche bis 2020 zusammen.

Dorfmitte neu gestalten

Neben dem Glockenturm werden mit der Verlegung der Maibaumvorrichtung, mit dem für 2021 noch zu realisierenden Anbau am Feuerwehrgerätehaus und mit dem für 2022 geplanten Spielplatz die Dorfmitte und der Dorfplatz neu gestaltet. Insgesamt fließen dafür 70 000 Euro in die Ortsteile Guttenthau und Rosenhof. Dank galt dabei dem Bauamt, den beteiligten Firmen Zimmermann und Zetlmeisl sowie Kerstin und Helmut Raps vom Statikbüro Raps. Mitarbeiter des Bauhofes hatten das Fundament gesetzt, für die Errichtung gesorgt und die Einblechung vorgenommen.

Durch das Zusammenwirken vieler Beteiligter und dank vieler Eigenleistungen beschränkten sich die Kosten auf 30 000 Euro. Durch die ILE Frankenpfalz im Fichtelgebirge wurde das Glockenturmprojekt mit 10 000 Euro aus dem Regionalbudget gefördert. Läuten soll die Glocke künftig, wie jüngst eine Abstimmung unter der Dorfbevölkerung ergab, zum Mittagsgebet um 12 Uhr und zum Abendgebet (Sommer: 20 Uhr, Winter: 18 Uhr) sowie als Sterbeglocke. Endgültig werden die Zeiten, so Ortssprecher Bernd Pöhlmann, festgelegt, wenn das Läutwerk eingebaut ist. Über die Beschaffung und den Einbau zu entscheiden, obliegt dem Gemeinderat.

Menschen zusammenführen

Die Maßnahme sei beispielhaft, wie die Gemeinde in die Ortsteile investiere und sie aufwerte sowie Treffpunkte schaffe, erklärte Porsch. Bei der Segnung des Glockenturms wünschte sich Pfarrer Sven Grillmeier, dass dieser die Menschen und ihre Herzen zusammenführen möge. Pfarrer Klausfelder zeigte sich erfreut, dass die Glocke nicht nur im Bedarfsfall, sondern zu festgelegten Tageszeiten erklingen werde. Eine Glocke, die zur Besinnung einlade, habe für jeden Einzelnen die wichtige Funktion, zu seiner persönlichen Mitte und seinen persönlichen Rhythmus im Tagesablauf zu finden. Er hob hervor, dass eine funktionierende Glocke im Ort auf diese Weise nicht nur eine nützliche Einrichtung sei, sondern ein Segen.

Pfarrer Sven Grillmeier segnete den Turm anschließend mit Weihwasser, ehe es dem Bürgermeister, den beiden Pfarrern sowie Emma Kausler und Laura Hertel vorbehalten war, die Glocke anzuschlagen. ILE-Geschäftsführer Tobias Hofmann beglückwünschte die Ortsteile Guttenthau und Rosenhof zum neuen Wahrzeichen und stellte die Förderung weiterer Projekte in den kommenden Jahren in Aussicht. Ortssprecher und Feuerwehrkommandant Bernd Pöhlmann bedankte sich bei den Mitgestaltern, ausführenden Firmen sowie bei der Gemeinde Speichersdorf. Im Anschluss lud die Feuerwehr zu Kaffee und Kuchen ein.

Segen für neuen Glockenturm in Höflas

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