26.03.2019 - 17:52 Uhr
HahnbachOberpfalz

Frühere Bezirksrätin Ingrid Kurz feiert 75. Geburtstag

Ingrid Kurz hat eine kommunalpolitische Karriere gemacht, als es bei der CSU noch nicht ganz oben auf der Tagesordnung stand, weiblicher zu werden. Sie hat in Bezirks- wie Kreistag eigene Ideen entwickelt und heute noch ihre eigene Meinung.

Ingrid Kurz ist auch mit 75 Jahren noch leidenschaftlich an der Politik interessiert.
von Markus Müller Kontakt Profil

Natürlich verfolgt sie noch jeden Tag leidenschaftlich die Politik. Die lässt eine Frau wie Ingrid Kurz einfach nicht los. "Das hat mich ja schon als kleines Mädchen interessiert", sagt die Unterschalkenbacherin im Gespräch mit der AZ zu ihrem 75. Geburtstag an diesem Mittwoch.

Diese Begeisterung erklärt zu einem Teil auch ihre rekordverdächtigen Amtszeiten: 36 Jahre war Ingrid Kurz im Kreistag, 30 im Hahnbacher Marktgemeinderat, 18 im Bezirkstag. Mehr als 30 Jahre (mit einer kurzen Unterbrechung) stand sie an der Spitze der Amberg-Sulzbacher Frauen-Union, 26 Jahre hatte sie den stellvertretenden Bezirksvorsitz der Oberpfälzer CSU inne. Bis 2008 zog sie sich aus diesen Ämtern zurück, ging in den politischen Ruhestand, nutzte ihre vielfältigen Kontakte und Erfahrungen aber weiterhin, wenn sie darum gebeten wurde. So hält sie es noch heute: "Ich bin da zurückhaltend und möchte den jungen Leuten nicht dreinreden, aber wenn sie mich fragen, gebe ich gerne einen Rat."

Bei dieser Vorlage lautete die Frage der AZ prompt, was Ingrid Kurz - sie startete ihre politische Karriere 1972, also mit 28 Jahren, im Kreistag - von einer Frauenquote hält. Eigentlich nichts. "Aber das Thema gab es zu unserer Zeit auch schon", erinnert sie sich schmunzelnd. "Wir waren auch nahe dran, für den Kreistag eine eigene Frauenliste aufzustellen." Dieser Plan wurde aber wieder fallengelassen, nachdem die CSU den weiblichen Kandidaten zehn Plätze auf ihrer Liste eingeräumt hatte.

Der Weg von Frauen in politische Ämter führt, davon ist Ingrid Kurz überzeugt, über die Ortsverbände. Und die müssten von sich aus ein Interesse haben, Frauen frühzeitig einzubinden. Gute Kandidatinnen für den Gemeinderat ließen sich etwa aus dem Kreis engagierter Vereinsfunktionäre oder Elternbeiratsmitglieder gewinnen. "Und dann muss man sich halt einarbeiten im Gemeinderat. Ich habe auch mein ganzes Leben lang in den Gremien immer dazugelernt."

Neben der Politik kann sich Ingrid Kurz für das Sammeln von Hirschauer Porzellan und Keramik begeistern. "Das ist meine große Leidenschaft, mein ganzer Stolz." Wobei die guten Stücke nicht nur in der Vitrine stehen, sondern auch benutzt werden. Dieses Hobby geht auf die Großeltern der 75-Jährigen zurück, die als Hirschauer beide in der Keramikfabrik arbeiteten. Gefeiert wird der Geburtstag mit Familie und Freunden sowie Weggefährtinnen vor allem aus der Frauen-Union. Man darf davon ausgehen, dass dabei das politische Fachsimpeln nicht zu kurz kommt.

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