25.09.2018 - 15:18 Uhr
HahnbachOberpfalz

Generationen unter einem Dach

Weniger junge Menschen, dafür immer mehr Ältere: Die Gesellschaft befindet sich mitten im demografischen Wandel. Was bedeutet das für unser Wohnen? Im Gasthof Ritter in Hahnbach wird ein Beispielprojekt aus Niederbayern vorgestellt.

Der Bürgermeister von Buch am Erlbach, Franz Göbl, zeigt (von links) Waltraud Lobenhofer (AOVE), der 3. Bürgermeisterin von Hahnbach, Evi Höllerer, Sabine Hafner (KlimaKom) und Katja Stiegler (AOVE) die Veränderungen in seiner Gemeinde zum Thema "Mehrgenerationenwohnen".
von PKMOProfil

"Nicht nebeneinander - sondern miteinander" lautet das Motto des "Mehrgenerationenwohnens" in Buch am Erlbach im Landkreis Landshut. Ob so etwas passend für Amberg-Sulzbach wäre, wollten Besucher und die AOVE gemeinsam mit dem Rathauschef dieser Gemeinde, Franz Göbl, herausfinden. Auch Bürgermeister aus der Region, unter anderem aus Vilseck und Poppenricht, waren gekommen.

Buch als Modellkommune

Sabine Hafner von KlimaKom, eine Genossenschaft für Kommunalberatung, erläuterte zunächst den demografischen Wandel. Eine ältere Gesellschaft mache Veränderungen der Infrastruktur notwendig. Vor allem Fragen nach dem Wohnen im Alter und neuen Formen, wie einer Senioren-Wohngemeinschaft oder dem Mehrgenerationenwohnen, stehen nach ihrer Auskunft im Raum.

Die Gemeinde Buch am Erlbach, die rund 3700 Einwohner hat, werde in diesem Zusammenhang auch gerne "Modellkommune zur Gestaltung des demografischen Wandels" genannt. "Es geht vor allem um barrierefreies, nicht um betreutes Wohnen", konkretisierte Bürgermeister Franz Göbl. Dabei solle eine Infrastruktur geschaffen werden, die, so lange es geht, ein eigenständiges Leben ermöglicht. Ebenerdige Bushaltestellen, barrierefreie Friedhöfe und Ärztezentren sowie die Absenkung von Bordsteinen und Verbreiterung von Gehwegen gehörten zu dieser altersgerechten Infrastruktur. Göbl stellte auch erfolgreiche Projekte zur Integration der Älteren in die Gemeinschaft vor.

Häufig gab es während des Vortrags Zwischenfragen der Anwesenden, regen Zuspruch fand vor allem die Idee der "mint"-Werkstatt. Einmal im Monat treffen sich hier Schüler mit Fachkräften, die nicht mehr im Berufsleben stehen, um gemeinsam an mathematisch-naturwissenschaftlichen Projekten zu stricken. "Wir haben einen pensionierten Mathematikprofessor oder einen Heizungsbauer, der hat letztens ein Kettcar gebaut", berichtete Göbl. "Wir arbeiten auch mit 3D-Druckern oder haben schon einen Stratosphärenballon gestartet."

Das Beispielprojekt Nachbarschaftliches Mehrgenerationenwohnen an der Gastorfer Straße in Zusammenarbeit mit der Maro Genossenschaft sieht so aus, dass es einen Realisierungswettbewerb zum Thema "Wohnen im Wandel" gab, um das Areal mit 13 Prozent Steigung barrierearm zu gestalten. Ein Highlight der Gewinneridee: Zick-Zack-Wege, die wie Serpentinen die Steigung leichter begehbar machen. "Wir möchten hier Wohnraum auf Lebenszeit schaffen. Und das natürlich möglichst bezahlbar", schilderte Göbl die Idee des genossenschaftlichen Wohnens.

Mitglieder finanzieren mit

Finanziert werde ein Großteil durch die Einlagen der Mitglieder in die Genossenschaft. Insgesamt sollen im Projekt 26 Wohnungen mit Tiefgarage entstehen, 16 davon sind staatlich gefördert. "Die Anlage soll aber einwohnertechnisch gut durchmischt sein. Verschiedene Altersgruppen sollen hier zusammenleben. Das wollen wir durch unterschiedliche Wohnungsgrößen realisieren", verdeutlichte Göbl. Ende 2019 soll das Projekt fertiggestellt sein.

Die AOVE möchte nun herausfinden, wie konkret das "Mehrgenerationenwohnen" in der Region Amberg-Sulzbach Zuspruch finden würde. Am Ende der Veranstaltung wurden deshalb Fragebögen verteilt, die das Interesse für neue Wohnformen abfragen sollen. Jeder, der sich für das Thema interessiert, kann sich weitere Exemplare bei der AOVE abholen oder auf der Internetseite (www.aove.de) herunterladen.

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