12.07.2018 - 16:57 Uhr
HahnbachOberpfalz

Kulturlandschaft erhalten

Imposante Hofbäume, ortsprägende Landwirtschaft, historische Hohlwege. Wer nach diesen Stichworten sucht, wird kaum fündig. Das soll sich ändern - und jeder kann mitmachen.

Heimatinteressierte aus Hahnbach informieren sich bei einem Treffen über das Projekt „Erfassung (historischer) Kulturlandschaftselemente“.

(exb) All das, was eine Region, eine Landschaft oder ein Dorf ausmacht, soll erfasst werden und später im Bayernatlas für jedermann abrufbar sein, heißt es in einer Presseinfo. Doch noch steckt das Leader-Projekt "Erfassung (historischer) Kulturlandschaftselemente" in den Kinderschuhen und das Wissen ruht in den Köpfen. In Hahnbach haben sich Interessierte daran gemacht, ihre Kulturlandschaften vor der eigenen Haustür genauer unter die Lupe zu nehmen. Denn das ist der Grundgedanke, auf dem das Projekt fußt: Diejenigen, die ihre Umgebung kennen wie ihre Westentasche, sollen die Möglichkeit haben, die Besonderheiten ihres Wohnortes (Häuser, Höfe, Bäume, besondere Ortsränder, religiös geprägte Orte oder Verkehrselemente) aufzulisten und in eine Datenbank einzutragen - in eine eigens dafür gefertigte Maske, mit standardisierten Beschreibungsmerkmalen.

Klingt kompliziert, ist aber mit Expertenrat und ein wenig Übung gut zu bewerkstelligen, meinen die Verantwortlichen. In Hahnbach hat Ortskoordinatorin Evi Höllerer Projektmanager Armin Röhrer eingeladen. Das Projekt hat für sie einen hohen Stellenwert: "Für die Gemeinde ist es wichtig, dass unsere reiche historische Kulturlandschaft erfasst und dieses Wissen öffentlich zugänglich gemacht wird, um auch unseren Nachfahren aufzuzeigen, wie und was früher war." Sie und ihre Mitstreiter ließen sich von Röhrer erklären, was als Kulturlandschaftselement gilt und wie es mit Hilfe des vorgegebenen Bogens erfasst wird.

Doch auch für Fragen zeigte sich der Projektmanager offen und diskutierte mit den Heimatinteressierten aus der Gemeinde beispielsweise das Thema Denkmalschutz oder wie es sich rechtlich verhält, fremde Gebäude oder Teile davon zu fotografieren. "Man muss öffentlich bekannt machen, dass demnächst Leute umhergehen und fotografieren und dokumentieren", sagte Röhrer. Denn es sei grundsätzlich erlaubt, auf öffentlichem Grund stehend private Bebauung und Bepflanzung zu fotografieren. Dies sei jedoch gerade auf dem Dorf mit Vorsicht zu genießen, warf Richard Freitag aus Süß ein. Ohne Abstimmung mit den Besitzern kann es schnell zu Unstimmigkeiten und gar Streitigkeiten kommen. Nichtsdestotrotz waren sich die Anwesenden einig, in Sachen Erfassung voranschreiten zu wollen.

In einem weiteren Treffen, zu dem auch neue Interessenten gekommen waren, vereinbarten die Heimatforscher, aus jedem Gemeindeteil zunächst drei Elemente zu erfassen und beim nächsten Treffen vorzustellen. Es soll nicht bei diesen drei Objekten pro Ortschaft bleiben. Aber der Anfang sei dann gemacht. Wer einen Beitrag leisten will, wendet sich per E-Mail an info[at]lag-amberg-sulzbach[dot]de oder erfassung[at]historische-kulturlandschaft.net[dot]Weitere Informationen: www.historische-kulturlandschaft.net

Projektmanager Armin Röhrer.

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