11.10.2018 - 14:43 Uhr
HahnbachOberpfalz

Neues Flurkreuz unter dem Kreuzberg

„Alles fügte sich wunderbar zusammen“, resümiert Jakob List bei der Einweihung des neuen Flurkreuzes am Fuß des Kreuzbergs. Es bedarf tatsächlich manch glücklicher Umstände, bis Pfarrer Christian Schulz das Flurdenkmal einweihen kann.

Die Einweihung des neuen Flurkreuzes auf dem Kreuzberg lockt viele Gläubige an.
von Autor MMAProfil

Den Anfang machte Rudolf Weich aus Heroldsmühle, der im Südlager Vilseck im Truppenübungsplatz arbeitete und dort unter anderem für die Entsorgung von Alteisen zuständig war. Eines Tages entdeckte er ein gut erhaltenes eisernes Grabkreuz mit einem intakten Korpus, das in einem Container entsorgt worden war. Am Kopfende waren noch gut Jesu letzte Worte zu lesen: „In deine Hände lege ich meinen Geist“. Weich barg das namenlose Kruzifix, das ihm zu schade zum Wegwerfen war.

Jakob List aus Irlbach und Franz Meier steuerten etwas später aus einem Nachlass aus Paulsdorf einen massiven Granitsockel bei, der perfekt als Unterbau dienen konnte. Michael Nutz aus Sorghof, ein versierter Restaurator von Marterln, fertigte eine Inschrift an, die am Fuß des Denkmals angebracht wurde: „Gott segne unsere Fluren“, Worte, die im Stoßgebet weitergeführt werden mit „und schütze sie vor Hagel, Frost und Dürre“.

Das neue Flurkreuz befindet sich nun neben einer 15 Jahre alten Linde am Kreuzberg in Richtung Irlbach. Eingerahmt wird es von einem neu gepflanzten Weißdorn. Bis 1945 führte dort der sogenannte Totenweg von Irlbach zum Friedhof in Schlicht vorbei. Da Brücken über die Vils fehlten, war dies für die Irlbacher viele Generationen lang der letzte Weg.

An den neuen Flurdenkmal lädt eine hölzerne Ruhebank zum Verweilen ein. Ein Geschenk der Gemeinde Hahnbach, wofür sich alle beim anwesenden Bürgermeister Bernhard Lindner bedankten. Dieser hatte sich, wie viele Freunde und Gönner, bei strahlendem Sonnenschein zu einer kleinen Feier eingefunden. Pfarrer Christian Schulz war sogar zu Fuß zum Berg gepilgert, um die Weihe vorzunehmen.

Alle bewunderten auch die besondere Fernsicht, die von dort über sieben Kirchtürme reicht. Die Gotteshäuser von Schönlind, Irlbach, Kreuzberg, Hahnbach, Frohnberg, vom Sulzbacher Annaberg und dem Amberger Mariahilfberg sind von hier aus zu sehen. Für die Feier hatte Theresia List Küchel gebacken, die sie mit Kaffee den über 20 Gästen servierte.

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