25.08.2020 - 15:55 Uhr
HahnbachOberpfalz

Votivtafeln in der Frohnbergkirche machen den Dank sichtbar

Von größeren und kleineren Wundern erzählen die Ex-voto-Tafeln in der Frohnbergkirche. Sogar eine weit gereiste Ikone hat ihren Platz in dem Gotteshaus gefunden.

„Maria hat geholfen“: Das ist der Tenor der Dankestafeln in der Frohnbergkirche.
von Autor MMAProfil
Sogar eine weit gereiste russische Ikone beherbergt die Wallfahrtskirche.

Seit vielen Jahren befindet sich an der Nordseite der Frohnbergkirche eine russische Ikone - mitten unter den Ex-votos, den "Danke für Hilfe"-Tafeln, die meist einem Gelübde entsprangen. Die Ikone trägt auf der Rückseite die Bezeichnung "Maria, Freude aller Leidenden". Links sieht man die Not der Menschen: keine Kleidung, Krankheit oder Blindheit. Rechts ist die "Heilung" dank Maria dargestellt: die Menschen sind bekleidet, sie sind gesund, sie sehen. Es dominiert die für die Ikonenmalerei typische Farbgestaltung: rot wie das Blut für Irdisches und blau wie der Himmel für Himmlisches.

Heimatpflegerin Marianne Moosburger brachte nun in Erfahrung, dass diese Ikone schon weit gereist ist. Nach Auskunft der Düsseldorferin Runa Guthge war sie einst in Ungarn gekauft worden. Als Geschenk kam sie in die Familie von Josef Fenk in Süß, die damals die Frohnbergwirtschaft gepachtet hatte. Einvernehmlich war man der Meinung, dass eine Ikone mit einer Mariendarstellung am besten in die nahe Wallfahrtskirche auf dem Frohnberg gehöre. Auch Konrad Huber, der damalige Kirchenpfleger, stimmte explizit zu, dass die Ikone dort angebracht werde. Leider war der Zustand des Bildnisses nicht der allerbeste.

Ikone wieder im alten Glanz

Die Restauratoren der letzten Kirchensanierung entdeckten sie im Gotteshaus und ließen sie restaurieren. Nun erstrahlt die russische Ikone wieder in ihrem alten Glanz. Die Inschriften der Ikone sind in einer Mischung aus Neu- und Altrussisch und in Teilen auch in Altkirchenslawisch gehalten. Übersetzt lautet der Titel über der Madonna: "Maria, Freude aller Leidenden/Trauernden". Die Textfahnen links und rechts sind aufeinander bezogen, was auch die gemalten Szenen veranschaulichen: Nackte - Kleidung, Kranke - Heilung, Blinde - Augenlicht und Erleuchtung. Viele der übrigen Ex-voto-Tafeln in der Frohnbergkirche entstammen manchem Gelübde, zum Beispiel dem der Familie Piel. Als nämlich die Hahnbacherin Katharina Piel, geborene Förtsch, Schwester der allseits bekannten Berta Erlebach, ihren einzigen Sohn schon bald nach der Geburt mit dem Kindbettfieber ansteckte, wurde dieser lebensgefährlich krank. In ihrer Not wandte sich die Mutter an die Klosterschwestern, welche ihr im Frühjahr 1943 mit Rat, Tat und intensivem Gebet zur Seite standen. "Ich glaub, dass damals, auf Initiative der Schwestern, halb Hahnbach für mich gebetet hat", erzählt der heute in der Nähe von Düsseldorf lebende Hans-Ludwig Piel (77).

Gemälde als inniger Dank

Seine Eltern gelobten damals, für den Frohnberg eine Dankestafel zu spenden und auch in der Lourdesgrotte ihren innigen Dank mit einem Gemälde zu verewigen. Mit Erlaubnis des damaligen Kirchenpflegers Anton Platzer durfte Familie Piel ihre Dankesbezeugungen Ende der 1960er Jahre auf dem Frohnberg aufhängen, wo sie bis heute von "Erhörung und Glauben" zeugen - wie all die anderen, von denen mittlerweile nur ein Bruchteil noch an der Westseite der Kirche fest angebracht ist.

Über die Heiligen der Frohnbergkirche

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