06.10.2019 - 11:43 Uhr
Haidenaab bei SpeichersdorfOberpfalz

Segen für neue Jugendstätte in Haidenaab

Der Jugend im Freistaat und darüber hinaus steht eine neue Ferien- und Freizeitstätte zur Verfügung. Die Jugendstätte in Haidenaab ist am Samstag offiziell ihrer Bestimmung übergeben worden.

von Arnold KochProfil

Zum Festakt hieß der Vorsitzende des Kreisjugendringes (KJR) Bayreuth, Christian Porsch, zahlreiche Vertreter der Jugendarbeit aus Oberfranken im Foyer der Jugendstätte willkommen. "Genau vor fünf Jahren trafen wir uns mit einem Fachplanungsbüro mit dem Ziel, die vor 35 Jahren in Betrieb gegangene Jugendstätte zu modernisieren. Dies ist heute der zweite Meilenstein in der Geschichte der Jugendarbeit des KJR", erklärte Christian Porsch.

Der Landkreis habe sich für einen wirtschaftlich sinnvolleren Neubau entschieden. "Die neue KJR-Stätte bietet der Jugend eine Heimat. Hier kann getobt, gelernt, gefeiert und gechillt werden. Hier soll Jugend erlebbar werden.", Der KJR-Vorsitzende wünschte sich weiterhin schwarze Zahlen bei den Betriebskosten. Auch sollen Menschen mit und ohne Behinderung gemeinsam ihre Freizeit genießen können. Porsch dankte allen für ihren Einsatz und Verständnis bei der Verwirklichung dieses Leuchtturmprojektes.

Ort zum Entschleunigen

Bürgermeister Manfred Porsch lobte die sinnvolle Investition für die Jugendarbeit. "Kirche, Wirtshaus und Jugendstätte gehören in Haidenaab zusammen." Letzteres biete hervorragende Möglichkeiten, sich zu entschleunigen und wohl zu fühlen. Die Einrichtung sei fest in der Bevölkerung verankert und füge sich bestens in die Dorfstruktur ein. Als Gastgeschenk überreichte er ein Gemeindewappen.

Laut Landrat Hermann Hübner sind während der Vorbereitungs- und Bauzeit gemeinsam alle Hürden genommen worden. Die Kreistagsbeschlüsse dazu seien immer einstimmig gewesen. Respekt zollte er dem KJR-Vorsitzenden und seinem Team für die ausgezeichnete Arbeit bei der Umsetzung. "Die Jugend kann mit uns immer rechnen. Dieses Haus ist ein gelungenes Zeugnis dafür", versicherte Hübner. Es solle eine Begegnungsstätte für behinderte und nicht behinderte junge Menschen sein, Natur, Gemeinschaft und Action auf dem Land erlebbar machen. Er überreichte ein Landkreiswappen.

Für den Präsidenten des Bayerischen Jugendringes (BJR), Matthias Fack, ist mit der farbenfrohen, behinderten- und jugendgerechten Jugendstätte eine gemeinsame Vision Wirklichkeit geworden. Barrierefreiheit sei die Grundvoraussetzung für eine BJR-Förderung. Jugendarbeit finde nicht nur in den städtischen Zentren sondern auch auf dem Land statt. Die Jugendstätte erfülle die Kriterien der neuen BJR-Initiative "Junggerecht".

Landtagsabgeordnete Gudrun Brendl-Fischer (CS) sprach auch im Namen ihrer politischer Kollegen Silke Launert (CSU) und Tim Pargent (Bündnis90/Die Grünen) von einem gelungenen Jugendprojekt. Es sei ein Gegensteuern zur Abwanderung und Vorzeigeobjekt für die Jugend. Werbung für die Jugendarbeit sei weiter notwendig.

Architektin Martina Schwarz aus Kulmbach dankte bei der symbolischen Schlüsselübergabe an Hübner und Porsch für die gute Zusammenarbeit. In 16 Monaten Bauzeit sei ein von Ästhetik, Funktionalität und Gestaltung geprägtes Bauwerk entstanden, das von Menschen mit und ohne Handicap genutzt werden könne. Holz, Stein und Formen betonten Ländlichkeit und Gemütlichkeit, die unterschiedliche Farbgebung stehe für die Verschiedenheit der künftigen Bewohner. Die variierenden Gestaltungselemente sollen auch an die ungeraden Lebenslinien der Bewohner erinnern.

Miteinander wichtig

Vor der Segnung durch die Pfarrer Reinhard Forster (Kirchenpingarten) und Dirk Grafe, betonte der Wirbenzer Seelsorger, dass in der neuen Jugendstätte das Miteinander besonders wichtig sei. "Die Jugend ist nicht die Zukunft, sondern bereits Gegenwart. Werte und Segen sind für uns und dieses Werk wichtig. Der gute Geist Gottes zeigt sich im Respekt, Offenheit füreinander, Nächstenliebe und Werteweitergabe, die uns ausmachen", verdeutlichte er. Nach dem kirchlichen Segen führten KJR-Mitglieder durch die Jugendstätte, auch gab es zu Häppchen und alkoholfreie Drinks. Ab 12 Uhr konnten anschließend die Bürger bei einem Tag der offenen Tür die Einrichtung besichtigen.

Hintergrund:

Farbenfroh und barrierefrei

Die Jugendstätte ist laut KJR-Vorsitzendem Christian Porsch mit Kosten von 3,3 Millionen Euro das größte Bauprojekt des Kreisjugendrings Bayreuth in den vergangenen 35 Jahren. Das 30 mal 16 Meter große Gebäude weist einen Rauminhalt von 4000 Kubikmetern auf.

In der Gesamtkonzeption spricht es einen weiten Nutzerkreis an, der Behindertengruppen und Schulklassen im Zuge der Inklusion mit einschließt. Das Gebäude ist barrierefrei konzipiert und verfügt über Aufzug sowie Leitsystem mit Signalen für Seh- und Hörbehinderte. Vom Obergeschoss führt ein Steg in Stahlkonstruktion zum Zeltplatz, der auch als Rettungsweg für Rollstuhlfahrer dient. Die Jugendstätte präsentiert sich farbenfroh und hell in Landhausoptik. 34 Personen finden auf 975 Quadratmetern Grundfläche Platz. Die Aufnahmekapazität kann mit Zustellbetten auf 40 Schlafplätze erhöht werden.

Die Jugendlichen werden in Zimmern mit höchstens vier Betten mit je einer mit Dusche und Waschbecken ausgestatteten Nasszelle und getrenntem WC untergebracht. Im ersten Stock befinden sich Schlaf- und zwei Aufenthaltsräume. Die Funktionsräume mit Seminar- und Arbeitsräumen sowie Ruhebereichen sind im Erdgeschoss untergebracht. Als Selbstversorgerhaus verfügt es über eine Küche und helle Speiseräume. Künftig sind aber auch die Anlieferung von Essen und die Vollversorgung möglich. Die geplanten Außenanlagen mit Zeltplatz werden für Sport- Freizeitprojekte samt Lagerfeuerabende 2020 fertiggestellt. Der Landkreis Bayreuth trug den Löwenanteil. Zuschüsse kamen vom Bayerischen Jugendring und der Oberfrankenstiftung.

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