Haidhof bei Schnaittenbach
20.09.2020 - 11:21 Uhr

Erstmals Heuschrecken-Sandwespe im Kreis Amberg-Sulzbach nachgewiesen

Jetzt ist sie auch im Landkreis Amberg-Sulzbach aufgetaucht, die Heuschrecken-Sandwespe (Sphex funerarius). Ein AZ-Leser hat das Insekt in einem Garten in Haidhof bei Schnaittenbach entdeckt.

Die mediterrane Sandwespe, die sich in Hirschau niedergelassen hat. Bild: K. Wickl
Die mediterrane Sandwespe, die sich in Hirschau niedergelassen hat.

Das Foto zeigt eine Heuschrecken-Sandwespe (Sphex funerarius) auf Blüten des Gewöhnlichen Dosts (Origanum vulgare) in einem Garten in Schnaittenbach-Haidhof im August 2020. Der Garten grenzt an die Terrassensande des Ehenbachtales an.

Die sehr wärmebedürftige Grabwespe ist eine Charakterart trockenwarmer Sandbiotope und Trockenrasen. Sie baut einzellige Erdnester in sandigen Substraten, oft in kleinen Nestaggregationen. Als Larvennahrung werden größere Laubheuschrecken, vor allem die wärmeliebende Gemeine Sichelschrecke (Phaneroptera falcata), aber auch der Warzenbeißer (Decticus verrucivorus) eingetragen. Zur Eigenversorgung mit Nektar wird besonders gern Thymian (Thymus) und – wie erstmals nachgewiesen – der Gewöhnliche Dost aufgesucht. Die zu den Lippenblütengewächsen gehörenden Blütenpflanzen zeichnen sich durch mehrwöchige Blühfähigkeit im Hochsommer aus, dies auch bei völliger Trockenheit. An den Hitzetagen im August waren bis zu vier Weibchen der Sandwespe auf den Blütenhorizonten der großen Dostbestände anzutreffen.

Der Nachweis der Heuschrecken-Sandwespe in Schnaittenbach ist der Erstfund in der mittleren Oberpfalz. Nach einer fast 50-jährigen Abwesenheit in Deutschland (zuvor lagen sehr vereinzelte Nachweise vor), tauchte die mediterrane Grabwespe erstmals 1993 im Oberrheingraben auf, drang bis 2004 an die Volkacher Mainschleife vor und wurde 2008 in der Sandachse bei Erlangen festgestellt. Erstfunde in der Oberpfalz gelangen vor wenigen Jahren in den Neumarkter Sanden im Sulztal.

Die Expansion der mediterranen Grabwespe in Sandgebieten der Oberpfalz ist in vorderster Linie von der Verfügbarkeit der Beutetiere abhängig. Auch von der Sichelschrecke sind in Trockengebieten rasche Ausbreitungsprozesse bekannt.

Unabdingbar für das Überleben der Art sind natürlich entsprechende Nektarpflanzen (Dost, Thymian, in Lockersandgebieten auch Sand-Grasnelke (Armeria maritima).

Der Erstfund der Heuschrecken-Sandwespe wurde bestätigt und dokumentiert von Katharina Heuberger (Agentur für Kommunikation, München).

Ehenfeld bei Hirschau12.05.2020
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