18.10.2020 - 09:25 Uhr
Oberpfalz

Hans Karl sucht dringend neue Sammelstelle für Kosovo-Hilfe

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Seit Jahren hilft Hans Karl Notleidenden in Südosteuropa. Dafür sammelt er in Burggrub allerlei Möbel, Kleidung und Spielsachen. All das lagert er dort in einem leerstehenden alten Bauernhaus. Doch nun könnte das Ende der Hilfsaktion nahen.

Hans Karl sitzt so gut wie auf gepackten Umzugskartons. Er sucht eine neue Sammelstelle für seine Hilfsaktion.
von Anne Wiesnet Kontakt Profil

Dieses Mal braucht einer, der sonst anderen hilft, selbst Hilfe. Hans Karl aus Blechmühle bei Kirchenthumbach unterstützt schon seit 38 Jahren Menschen im Kosovo, in Bulgarien oder Rumänien mit seinen Hilfstransporten. "Für das Leben und die Hoffnung", nennt er die Aktion, mit der er den Notleidenden in Südosteuropa unter die Arme greift. Doch nun besteht die Gefahr, dass es diese Aktion bald nicht mehr geben wird. Denn Karl muss sein Hauptsammellager, das er vor rund 30 Jahren in einem privaten Gebäude in Burggrub eingerichtet hat, räumen.

Es ist ein altes Bauernhaus, der baufällige Schupfen dazu wurde bereits abgerissen. Auch das Haus sei nicht mehr im besten Zustand, sagt er, deshalb wolle die Eigentümer-Familie nun handeln. Ob sie auch das Haus abreißen, darüber seien sich die Eigentümer zwar noch nicht ganz einig, doch klar ist: Die vielen Sachen von Hans Karl müssen erst einmal raus. "Wenn man schnell entscheiden müsste, dann ist das Haus voll", erklärt die Eigentümerin. Bis Ende Dezember hat der 73-Jährige nun Zeit bekommen. Doch wohin mit all den Möbeln, Klamotten, Spielsachen, Fahrrädern? Diese Frage stellt sich Karl auch – denn die beiden kleineren Sammelstellen in Trabitz und Pressath sind ebenfalls rappelvoll. Für alles zusammen wäre dort sowieso kein Platz.

Bis Ende Dezember Zeit

Zwar will Karl Ende Oktober noch einen dritten Hilfstransporter für dieses Jahr losschicken, doch die Räume werden dadurch nicht komplett leer werden. Findet der Kirchenthumbacher bis Ende Dezember nun also keine neue Bleibe für die übriggebliebenen und neuen Hilfsgüter, muss er die Aktion schweren Herzens einstellen, sagt er. Das wäre aber nicht nur für ihn eine niederschmetternde Situation, sondern auch für die vielen armen Familien im Kosovo, in Bulgarien und Rumänien. "Durch Corona ist die Situation dort noch schlimmer", berichtet er. Die Menschen bräuchten jetzt mehr denn je Hilfe. "Es ist alles ein sehr großes Problem."

Auch in die Slowakei bringt die Aktion "Für das Leben und die Hoffnung" Hilfsgüter

Kirchenthumbach

Karl ist daher nun auf der Suche nach einer neuen Sammelstelle in der Umgebung von Kirchenthumbach. "Vom Platz her bräuchte ich ein Einfamilienhaus", meint er. Gut wäre ein festes Gebäude, in dem die Textilien und Co. trocken gelagert werden können. "Ideal wären mehrere Räume, damit wir die Sachen auseinanderdividieren können. Schulsachen extra, Spielsachen extra", zählt der 73-Jährige auf. Und einen besonderen Wunsch hat er auch noch: eine Zufahrt für den Lastwagen, mit dem er die Hilfsgüter abtransportiert.

Sperrmüll statt Hilfsgüter

Schade, findet der Kirchenthumbacher, dass er sich nun etwas Neues suchen muss, doch ein bisschen könne er die Entscheidung der Eigentümer schon nachvollziehen. Er vermutet, dass diese auch damit zusammenhänge, dass in Burggrub oft Dinge abgestellt wurden, die eigentlich Sperrmüll gewesen wären. "Die Leute haben dort einfach alles entsorgt." Er hofft nun, dass sich trotzdem schnell eine neue Bleibe finden lässt, damit die Aktion "Für das Leben und die Hoffnung" weiterhin anderen Menschen Hoffnung geben kann.

Kontakt:

Angebote willkommen

Wer ein leerstehendes Gebäude in Kirchenthumbach und Umgebung hat und das für die Aktion von Hans Karl zur Verfügung stellen will, kann sich unter der Telefonnummer 09647/492 bei ihm melden. Kleiderspenden werden noch bis 21. November jeden Samstag von 13 bis 14 Uhr in Burggrub angenommen.

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