16.09.2020 - 13:52 Uhr
Harlachberg bei PullenreuthOberpfalz

Familien auf Spurensuche im Wald

Försterin Annette Schödel (Mitte) begleitete die Familien auf der Spurensuche. Mit dabei ihr Ehemann und Förster Wolfgang (links) sowie Geschäftsstellenleiterin Ursula Schimmel (rechts) vom Bund Naturschutz.
von Redaktion ONETZProfil

Wo schläft das Reh und woher weiß man, welche anderen Tiere im Wald wohnen? Gemeinsam mit Försterinnen Annette Schödel haben sich knapp 50 Kinder und Erwachsene auf Spurensuche begeben.

Mit offenen Augen und Ohren wanderte die Gruppe über den Geisterpfad durch den Wald. Nicht nur die Kinder lernten bei der kurzweiligen Führung, anhand welcher Spuren die Tiere des Waldes erkannt werden können. „Wo wohnt das Reh, wo lebt der Specht?“ war das Motto an diesem Samstagnachmittag.

Rehgebiss gefunden

Unter einem Busch fand sich eine kleine Kuhle, die als Schlafplatz für ein Reh diente. „Schläft da ein Bub oder ein Madl?“ fragte die Försterin. Und tatsächlich konnte eines der Kinder erklären, warum dort ein Rehbock schläft. Wenn der Bock aufsteht, scheuert das Geweih am Busch und reibt so die äußere Rinde ab – ein eindeutiges Zeichen. Fachmännisch werde dies als Fegeschaden bezeichnet.

Im Verlaufe der Wanderung fand einer der Teilnehmer ein kleines Rehgebiss. Die Kinder staunten nicht schlecht, da die Zähne allesamt noch gut erhalten waren. Der Verbleib des Rehes konnte aber nicht endgültig geklärt werden.

Über zehn verschiedene Waldtiere beziehungsweise die Spuren eines Rehs, Wildschweins, eine Kreuzspinne, einen Specht und sogar Frösche haben die Teilnehmer entdeckt. Die Kinder probierten auch aus, wie ein Specht seine Höhle baut oder einen Fichtenzapfen essen kann – mit den Füßen stellten sie sich an den Baum und streckten die Hände nach hinten fort – gar nicht so einfach, jetzt den Fichtenzapfen zu bepicken.

Keine Angst vor Spinnen

Außerdem wurde eine Kreuzspinne aus nächster Nähe bewundert. „Spinnen in unseren Wäldern können uns nicht beißen“, erklärte Schödel, vor allem um den Kindern die Angst vor den nützlichen Tieren zu nehmen. Wie ein Spinnennetz entsteht und warum Spinnen eines benötigen, errieten die Kinder.

Auf Futtersuche hinterlassen Wildschweine Löcher im Boden, da diese mit ihren Nasen nach vergrabener Nahrung suchen. Wer genau hinsieht, kann diese leicht entdecken. Und auch Schäden an jungen Pflanzen, die vor allem durch schnelle Bewegungen durch das Dickicht entstehen, deuten auf Wildschweine hin.

Ursula Schimmel, Geschäftsstellenleiterin des Bundes Naturschutz im Kreis Tirschenreuth, bedankte sich bei der Försterin für die Führung, die in Zusammenarbeit mit dem Bund Deutscher Forstleute und dem Naturpark Steinwald angeboten wurde. Zudem verwies sie auf eine Pilzexkursion mit Dr. Völk Anfang Oktober, zu der naturinteressierte Familien eingeladen sind.

Der sechsjährige Lasse betrachtet das gefundene Rehgebiss ganz genau.
Försterin Annette Schödel ahmt einen Specht nach, wie er einen Zapfen bepicken könnte.

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