25.02.2019 - 14:49 Uhr
Harlesberg bei TheisseilOberpfalz

Paneuropa-Union beleuchtet „Heimat der Heimat“

Dass Europa kein abstraktes und unattraktives Gebilde ist, darum ging es bei einem Abend der Paneuropa-Union. Der Kreisverband hatte sich den Bundesvorsitzenden Bernd Posselt eingeladen. Er ließ hinter die Kulissen von Europa blicken.

"Bernd Posselt erzählt Europa", der Buchtitel ist wörtlich zu nehmen. Der Bundesvorsitzende der Paneuropa-Union und Kreisvorsitzende Birgit Trottmann haben zu einem spannenden Abend eingeladen.
von Bernhard NeumannProfil

Überrascht zeigte sich Kreisvorsitzende Birgit Trottmann. Den Weg zum „Scheidlerhof“ fanden am Samstag 60 Zuhörer: „Sie haben heute Gelegenheit, mehr über das neu erschienene Buch ‚Bernd Posselt erzählt Europa‘ zu erfahren.“ Der ließ zunächst keinen Zweifel daran, was mit dem Verkaufserlös passiert: „Für mich ist der nicht bestimmt, sondern für die Arbeit der Paneuropa-Union.“

Überraschend sei das im Vorfeld der Europawahl am 26. Mai überraschend große Interesse an dem Staatenbund: „Die Menschen spüren, dass es um Wichtiges geht. Daran können auch die Linke und die AfD nichts ändern. Europa boykottieren oder gar zerstören, ist allerdings nicht nur ein deutsches Phänomen. In zahlreichen Ländern haben sich das linke und rechte Kräfte gleichermaßen auf die Fahnen geschrieben.“

Posselt setzte sich mit verschiedenen Themenbereichen seines Buchs auseinander. Europa stehe keinesfalls konträr zur eigenen Identität. Der Staatenbund schaffe vielmehr das in einer gefährlich gewordenen Welt nötige und schützende Dach. Wenn es darum gehe, mit den Großmächten auf Augenhöhe zu bleiben, gebe es keine Alternative: „Mit der christlichen Soziallehre und der sozialen Marktwirtschaft als Basis.“ Bayern, Deutschland und Europa in einem Atemzug zu nennen, dürfe nicht schwer fallen: „Was wir nicht brauchen, ist dagegen eine Allzuständigkeit. Es gibt eine Vielzahl von Bereichen, die national, regional oder außerhalb staatlicher Einflussnahme geregelt werden können.“

Europa als „Heimat der Heimat“ zu sehen, sei die richtige Einstellung. Noch dazu reiche die Entwicklung zurück bis zur Völkerwanderung. Es gelte, Geschichte und Kultur als menschliche und geistige Anliegen zu bewahren. Nicht ganz vergessen werden dürfe im Übrigen auf eine Jahrhundert-Chance: „Es gibt die berechtigte Hoffnung, dass mit Manfred Weber künftig ein Bayer Kommissionspräsident wird.“

Um „heiße“ und aktuelle Aspekte ging es in der Frage- und Diskussionsrunde. Eine klare Aussage kam von Posselt zum Brexit: „Der Jugend in Großbritannien wird die Zukunft genommen. Konflikte, die überwunden schienen, werden wieder aufflammen. Europa wird aber auch ohne Großbritannien funktionieren.“ Zur Sprache kamen unter Anderem Ministerpräsident Orbans wirre Aussagen in Ungarn, das Handelsabkommen mit Japan, die Bedeutung einer hohen Wahlbeteiligung oder das erfreulich große Interesse junger Leute.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

Videos aus der Region

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.