Neue Hoffnung für Bürgerinitiative Kümmersbruck

Der komplette Vorstand der Bürgerinitiative Kümmersbruck bleibt im Amt. Bei der Jahreshauptversammlung stehen aber vor allem Stromleitungen in Wohngebieten. Jüngst geführte Gespräche und Entscheidungen geben der BI einen Hoffnungsschimmer.

Die Bürgerinitiative Kümmersbruck kämpft gegen Stromleitungen in Wohngebieten.
von Externer BeitragProfil

Der harte Kern der Bürgerinitiative Kümmersbruck traf sich auf der Terrasse der Gastwirtschaft Zur Blauen Traube in Haselmühl zur Jahreshauptversammlung. Die BI hatte sich vor 28 Jahren wegen der Problematik der Hochspannungsleitungen in den Kümmersbrucker Wohngebieten gegründet. In Vertretung des Vorsitzenden Horst Haberl begrüßte Thomas Verron eine ganze Reihe Interessierter und gab einen Abriss über die Aktivitäten im vergangenen Zeitraum. Im Hauptanliegen der Beseitigung der Stromleitungen im Wohngebiet ergebe sich Licht am Horizont. Gespräche auf höchster politischer Ebene würden einen neuen Hoffnungsschimmer setze, erklärte er.

Stellvertretende Vorsitzende Marianne Schnabl erläuterte die Gesprächsdetails aus einem gemeinsamen Termin beim ehemaligen Wirtschaftsminister Franz Josef Pschierer. Zusammen mit Vertretern der Energieversorger Tennet und Bayernwerk sowie Bürgermeister Roland Strehl hatte Landtagsabgeordneter Harald Schwartz auf Wunsch der BI den Gesprächstermin organisiert.

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Die auf mehreren Kilometern die Lengenfelder und Kümmersbrucker Wohnbebauung durchschneidende beziehungsweise überspannende 110-KV-Leitung stößt infolge von Stromeinspeisungen aus erneuerbarer Wind- und Solarenergie an ihre Leistungskapazitätsgrenze und muss ertüchtigt werden, heißt es in einer Pressemitteilung. Dazu müssten die alten Masten erhöht werden, um für eine höhere verlustfreie Durchgangsleistung die Leitungsseilabstände zu erweitern. Das Ganze nennt sich im Gegensatz zu einem Neubau "Ersatzbau". Wenn die Spannungskategorie einer 110-KV-Leitung verbleibe, sei zwar an sich kein neues Genehmigungsverfahren erforderlich, doch ist die Energieversorgung an Leitungsstärken mit höherer Kapazität interessiert. Die umliegenden Anwohner träfe infolge der Leistungssteigerung ein deutlich höheres Elektromagnetfeld, heißt es in der Pressemitteilung weiter. Die BI habe in den vergangenen Jahren immer wieder auf die davon ausgehenden gesundheitlichen Risiken hingewiesen.

Nutzung bestehender Leitungen

Staatsminister Pschierer erklärte, dass es richtig sei, über den politischen Weg Lösungsmöglichkeiten auszuloten. Da heute eine Ertüchtigung einer Leitung über Wohngebieten aufgrund der angepassten Gesetzeslage nicht mehr opportun sei, appellierte er an die Energieversorger den seitens Gemeinde und BI vorgeschlagenen Weg einer Leitungsanbindung vom Bayernwerk an die außerorts bestehende 220-KV-Leitung zu prüfen und zu favorisieren. Damit könne auf die 110-KV-Leitung durch die Wohngebiete langfristig verzichtet werden. Die Energieversorger Tennet und Bayernwerk haben ein Verbundsystem über die gemeinsame Nutzung bestehende Leitungen vereinbart. Technisch stehe einer Leitungsverlegung also nichts im Wege. Über eine sowieso bis ins Jahr 2060 laufende langfristige Zielnetzplanung klären die Energieversorger die erforderlichen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen ab. Die Gemeinde wolle sich zur Realisierung einer solchen Anbindungstrasse schon einmal vorab mit den dann betroffenen Grundeigentümern in Verbindung setzen. Die BI stellt klar, den Trend der Energiewende voll zu unterstützen. Erklärtes Ziel sei es nie gewesen, generell Stromleitungen zu verhindern, sondern diese nicht durch beziehungsweise über Wohngebiete laufen zu lassen.

Vorstand wiedergewählt

Bei der Jahreshauptversammlung stellte sich der bisherige Vorstand geschlossen zur Wiederwahl. Alle wurden in ihren Ämtern bestätigt. Vorsitzender bleibt Horst Haberl, Stellvertreterin Marianne Schnabl, Schriftführer Thomas Verron, Schatzmeisterin Carola König, Rechnungsprüfer Hugo Friedrich.

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