10.03.2020 - 16:20 Uhr
Oberpfalz

Wer hat an der Uhr gedreht – Zwölf Fakten zur Zeitumstellung

Im März wird uns eine Stunde Schlaf geklaut, die wir im Oktober zurückbekommen. Bei dem ganzen Hin und Her kommt so mancher durcheinander. Zwölf interessante Fakten klären auf, was es mit der Zeitumstellung auf sich hat.

In der Nacht vom 28. auf den 19. März werden in Deutschland wieder die Uhren umgestellt - von 2 auf 3 Uhr.
von Mona-Isabelle Aurand Kontakt Profil

1. Seit wann und warum gibt es die Zeitumstellung?

Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts orientierten sich die Menschen an der Sonne – die im Osten Deutschlands eher aufgeht als im Westen. Entsprechend unterschiedlich waren die Uhrzeiten. Erst 1884 wurde die Welt in 24 Zeitzonen mit einheitlichen Zeiten eingeteilt. Zum ersten Mal gab es in Deutschland eine Sommerzeit von 1916 bis 1919. Während des Zweiten Weltkriegs wurden die Uhren erneut halbjährlich umgestellt. Das galt bis 1950. Die Sommer- und Winterzeit wie wir sie heute kennen, wurde aus Energiespargründen 1980 eingeführt.

2. Eine Stunde vor oder zurück?

Immer am letzten Sonntag im März ist es soweit: Die Uhren werden von 2 auf 3 Uhr verstellt – also eine Stunde vor. Am letzten Sonntag im Oktober geht es dann wieder eine Stunde zurück von 3 auf 2 Uhr. Eine Eselsbrücke hilft: Gartenmöbel kommen im Sommer vors Haus, im Winter wieder zurück.

3. Wie wirkt sich das auf unsere innere Uhr aus?

Unser Körper hat sich an einen 24-Stunden-Rhythmus gewöhnt, der sich mit Tag und Nacht synchronisiert. Verschiebt sich die äußere Uhrzeit, passt sich der Körper nur langsam an. Für eine Stunde braucht er etwa einen Tag. Auch andere Körperfunktionen wie Leber und Temperatur richten sich nach der inneren Uhr.

4. Was beeinflusst den Tag-Nacht-Rhythmus?

Der stärkste Zeitgeber für die innere Uhr ist das Tageslicht. Wenn es hell ist, sind wir aktiv, ist es dunkel, ruhen wir uns aus. Eher schwache Faktoren für unseren Tag-Nacht-Rhythmus sind regelmäßige Mahlzeiten, Aktivitäten, die Arbeit oder unser Wecker.

5. Vorteile der Zeitumstellung?

Der größte Vorteil der Zeitumstellung ist, dass es während der Sommerzeit am Abend länger hell ist. Wenn wir also in den Feierabend gehen, haben wir noch genügend Tageslicht, um unsere Freizeit ausgiebig zu genießen. Ein großer Gewinn an Lebensqualität.

6. Nachteile der Zeitumstellung?

Die Zeitumstellung wirkt wie ein Mini-Jetlag – vor allem, wenn uns im März eine Stunde geklaut wird. Der Schlafmangel löst Konzentrationsprobleme aus. Studien zufolge kommt es am Montag nach der Umstellung auf Sommerzeit zu mehr Unfällen als an normalen Montagen.

7. Welche Krankheiten löst Schlafmangel aus?

Nicht nur die Konzentration lässt nach. Das Immunsystem fährt komplett runter – auch schon nach der einen Stunde Zeitumstellung. Hält der Schlafmangel über längere Zeit an, steigt das Risiko für schwere Krankheiten wie Diabetes, Krebs oder Herz-Kreislauf-Probleme. Außerdem stellen Mediziner einen Zusammenhang zwischen Schlafmangel und Übergewicht oder Depressionen fest.

8. Wer leidet am meisten unter der Zeitumstellung?

Frauen, Babys und Kleinkinder sowie ältere Menschen leiden laut einer Umfrage der DAK-Gesundheit am meisten unter der Zeitumstellung. Der Körper kommt mit der abrupten künstlichen Umstellung nicht klar. Kommen Schlafstörungen oder Erkrankungen wie Parkinson und Alzheimer dazu, verstärkt sich das Problem.

9. Wie gehen Tiere damit um?

Gerade Haus- und Nutztiere, die immer zu festen Uhrzeiten ihr Futter bekommen oder Spazieren gehen, haben Probleme mit der Zeitumstellung. Sie verstehen sie schlicht und ergreifend nicht. Wildtiere gehen meist in der Dämmerung auf Futtersuche. Das wird problematisch, wenn sie dabei plötzlich dem für sie früheren Berufsverkehr in die Quere kommen.

10. Wie können wir den Schlafrhythmus anpassen?

Wir können uns im Vorfeld schon an die Zeitumstellung anpassen. Dazu einige Tage vorher immer früher ins Bett gehen und keine schweren Mahlzeiten mehr zu sich nehmen. Im Nachhinein ist viel Bewegung wichtig – und das unbedingt an der frischen Luft, um viel natürliches Licht abzubekommen.

11. Wie steht es um die Abschaffung der Zeitumstellung?

Ursprünglich wollte die EU-Kommission schon 2019 die Zeitumstellung abschaffen. Problem: Sie befürchtete einen zeitlichen Flickenteppich in Europa. Bis April 2020 haben die Mitgliedsstaaten noch Zeit, sich auf Sommer- oder Normalzeit zu einigen. Das endgültige Aus für die Zeitumstellung ist für Herbst 2021 geplant.

12.Was ist besser: Winter- oder Sommerzeit?

Viele Deutsche plädieren für dauerhafte Sommerzeit. Allerdings würde es dann im Winter viel später hell. Das Tageslicht brauchen wir aber, um wach zu werden. Die Russen haben nach drei Jahren Sommerzeit wieder auf Normalzeit umgestellt, weil sie morgens schlechter aus dem Bett gekommen sind.

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