17.07.2018 - 01:38 Uhr

Held von Schrobenhausen nach Tanklaster-Brand vor Gericht

Nach einem erfolglosen Löschversuch hat der Fahrer eines mit Kraftstoff beladenen Tanklastzuges sein brennendes Gefährt aus der Stadt in unbewohntes Gebiet gefahren. Manfred Erhard/Feuerwehr Stadt Schrobenhausen/dpa
Nach einem erfolglosen Löschversuch hat der Fahrer eines mit Kraftstoff beladenen Tanklastzuges sein brennendes Gefährt aus der Stadt in unbewohntes Gebiet gefahren.

Pfaffenhofen/Ilm. Genau ein Jahr nach seiner zunächst als Heldentat gefeierten Fahrt mit einem brennenden Tanklaster muss der Fahrer vor Gericht. Der 50 Jahre alte Fernfahrer hatte am 17. Juli 2017 seinen mit mehr als 34 000 Litern Benzin und Diesel beladenen und brennenden Sattelzug bei Schrobenhausen in Oberbayern aus bewohntem Gebiet gefahren, um eine Katastrophe zu verhindern. Damals wurde der Mann zunächst als Held bezeichnet, später hat die Staatsanwaltschaft den Fahrer allerdings wegen Brandstiftung und Sachbeschädigung angeklagt. Heute muss sich der 50-Jährige deswegen vor dem Amtsgericht in Pfaffenhofen verantworten.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Fernfahrer vor, dass er bereits viel früher Probleme an dem Transporter bemerkt habe und hätte stehenbleiben müssen. Die riskante Fahrt durch bewohntes Gebiet in Schrobenhausen hätte der Mann demnach verhindern können. Ein Polizist hatte den Fahrer damals mit dem brennenden Laster aus der Stadt gelotst. Der in Flammen stehende Tanklaster wurde außerhalb des Ortes von der Feuerwehr gelöscht. Die Polizei äußerte sich zunächst anerkennend über den mutigen Lasterfahrer, die Stadt Schrobenhausen wollte sogar eine Dankesfeier ausrichten.

Zunächst hieß es damals, dass das Feuer wohl durch einen geplatzten Reifen verursacht worden sei. Die Ermittlungen ergaben hingegen, dass ein defektes Radlager Auslöser gewesen war. Der Fahrer soll den Qualm frühzeitig bemerkt haben und trotzdem noch etwa 25 Kilometer weitergefahren sein.

Mitteilung Staatsanwaltschaft

 
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