Der Mann, der in dieser Woche Anzeige bei der Hersbrucker Polizei stellte, gab an, er sei von einem angeblichen Gerichtsvollzieher mehrfach angerufen und aufgefordert worden, Schulden in Höhe von 1.000 Euro für ein länger zurückliegendes Gewinnspielabonnement zu begleichen. Sei er aber bereit, sofort zu überweisen, könne der Betrag gemindert werden. Der Geschädigte hinterlegte schließlich über Western Union einen niedrigen dreistelligen Betrag. Anschließend rief er aber vorsichtshalber den tatsächlich existierenden Gerichtsvollzieher eigenständig an – nur um festzustellen, dass dieser ihn nie angerufen hatte. Der Mann hob das bereits hinterlegte Geld daher schnell wieder ab. In der Zeit bis zur Anzeigeerstattung und auch danach versuchte der unbekannte Täter mehrfach den Geschädigten zu erreichen. Die Ermittlungen wegen versuchten gewerbs- und bandenmäßigen Betrugs wurden aufgenommen. Dem Mann entstand dank des mit dem tatsächlichen Gerichtsvollzieher geführten Telefonats kein Vermögensschaden. Ein echter Gerichtsvollzieher wird nie Geld an ein ausländisches Konto überweisen lassen, teilt die Polizei dazu mit. Es handelt sich hier offenbar um eine neue Legende in Zusammenhang mit Callcenter-Betrügern aus dem Ausland.
Hersbruck
17.11.2021 - 11:45 Uhr
Betrüger gibt sich einfach als Gerichtsvollzieher aus
von Andreas Ascherl
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