Trabitz
27.06.2018 - 11:54 Uhr

Auf „Waldläufer“ ist Verlass

Zum Schluss des Trabitzer Waldkindergartens bei der Ketzehütte schmücken die Kinder einen Baumstumpf als "Thron des Königs der Waldzwerge". bjp
Zum Schluss des Trabitzer Waldkindergartens bei der Ketzehütte schmücken die Kinder einen Baumstumpf als "Thron des Königs der Waldzwerge".

(bjp) Eine Erfolgsgeschichte hat der Trabitzer katholische Kindergarten mit seiner „Natur-Erlebnis- und Lernzeit“ geschrieben: Zum zwölften Mal seit 2000 verbrachten die „Wichte“ vier Wochen lang jeden Kindergartentag im idyllischen Waldstück „Ketze“ bei Hessenreuth.

Nicht nur um das unbefangene Erleben der Schöpfung mit allen Sinnen geht es bei diesem Abstecher in die „Wald- und Wiesen-Wildnis“: Für viele der Kinder ist der „Waldkindergarten“ der erste Ausflug in die Selbständigkeit abseits von Familie und vertrautem häuslichem Umfeld. Wie die Pfadfinder ließen 37 Mädchen und Buben tagsüber für einige Stunden „Wohlstandsgesellschaft“ und Alltag hinter sich. Kristallklares Quellwasser und Plumpsklo ersetzten das gemütliche Badezimmer, Kaulquappen und Libellen verdrängten die „elektronischen Kletten“ von der Aufmerksamkeits-Hitliste.

„Die Kinder genießen das Gefühl der Freiheit, der scheinbar nur der blaue Himmel eine Grenze setzt“, freute sich Kindergartenleiterin Johanna Sulzbacher: „Frische Luft, Sonnenlicht und Grün regen nicht nur Freude und Kreativität, sondern auch das Immunsystem an.“ Um sich mit der Natur vertraut zu machen, zogen Kinder und Erzieher an mehreren Tagen durch den nahen Wald und sammelten bei der Aktion „Kleiner Wald im Schuhkarton“ Steine, Moos, Zapfen, Zweige oder Erdkrumen zur eingehenderen „Erforschung“.

Ganz nebenbei sollten die jungen Naturerkunder unangebrachte Vorbehalte und Ekelgefühle, etwa beim Griff in lehmige Erde, überwinden. Das klappte ganz zwanglos, zumal sie aus dem gesammelten Lehm lustige kleine Kunstwerke formen, rund um die Bäume Bodenkränze aus Steinchen, Zweigen und Zapfen legen oder ein „Märchen aus Blättern“ gestalten durften. „Das Blättermärchen war eine spontane Idee der Kinder“, staunte Johanna Sulzbacher über die Findigkeit ihrer Schützlinge. Als „Nachbereitung“ werden die Kinder in den nächsten Tagen im heimatlichen Kindergarten noch einen Waldzwerg basteln.

Bei aller Freiheit erlaube sich das Kindergartenteam keinerlei Abstriche in puncto Sicherheit und Betreuung, bekräftigte die Leiterin: „Unser Personal ist immer auf der Hut und trifft bestmögliche Vorkehrungen, damit niemandem etwas passiert.“ Das wissen nicht nur die Familien zu schätzen, die auch heuer beim Aufbau der Anlagen eifrig zupackten und dafür, wie auch für das Bringen und Abholen ihrer Sprösslinge, mit vergnüglichen Stunden beim traditionellen Familientagsfest belohnt wurden, sondern auch die Forstverwaltung: „Von ihr erhalten wir die bestmögliche Unterstützung.“

Wie in den vergangenen Jahren habe überdies die Firma Suttner aus Pressath eine Ladung Spielsand gespendet. Und auch auf den geheimnisvollen „Waldläufer“ war Verlass: Wie in den letzten beiden Jahren hinterlegte ein unbekannter Gönner kurz vor Fronleichnam in der Ketzehütte eine Geldspende für die Kinder. „Von seiner letztjährigen Spende haben wir eine große Kollektion hochwertiger Spieltiere gekauft“, verriet Johanna Sulzbacher. Als Dankeschön könne er sich ein kleines Insektenhotel abholen, das am Türrahmen der Hütte hänge.




 
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