Im Alter von zehn Jahren war sie gezwungen, mit ihrer Mutter und den fünf Geschwistern ihre Heimat, ein Dorf bei Breslau, in Richtung Westen zu verlassen. Das, so stellt sie heute fest, "war die schwierigste Zeit in meinem Leben".
Die Vertreibung führte die Familie zuerst nach Eschenbach, 30 Jahre lebte die Familie dann in Grafenwöhr. Dort heiratete die Jubilarin, aus der Ehe ging Sohn Gerhard hervor, der mit seiner Frau im Ruhrgebiet lebt, aber regelmäßig in die Oberpfalz kommt. Ihr Mann starb früh, sie lernte vor 27 Jahren in Richard Schwärzer einen neuen Partner kennen. So lebte Ursula Otte die vergangenen 27 Jahre in Hirschau, vor zwei Jahren zog sie ins Barbaraheim.
Die Jubilarin war immer eine aktive Frau. Nach dem Krieg arbeitete sie auf Bauerngüter, wobei ihr guter Draht zu den Tieren, insbesondere den Pferden, sehr geschätzt war. Vielseitigkeit war eine Stärke der Jubilarin, sie stand im Lager in der Küche im Dienst der Amerikaner, in einer Pizzeria oder einer Wäscherei ihre Frau. Bald sprach sich herum, dass sie ausgezeichnet Sticken und Stricken konnte - ein Hobby, das sie ganz schön auslastete. Auch im Garten habe seine Mutter einen grünen Daumen gehabt und sei zudem eine Superköchin, ergänzten Sohn Gerhard und Schwiegertochter Yvonne. Mit 50 Jahren begann Ursula Otte ein in diesem Alter außergewöhnliches Hobby: das Windsurfen. Am Steinberger See und am Gardasee fühlte sie sich zu Hause. „Das würde ich heute auch noch gern tun, das war super“, schwärmte die Jubilarin.
"Mir geht’s gut", fasste Ursula Otte ihre derzeitige Situation zusammen. Keiner ärgere sie, außer der Umsiedlung habe sie nichts wirklich Schlimmes erlebt. Bürgermeister Hermann Falk gratulierte im Namen der Stadt Hirschau.













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