08.11.2020 - 15:09 Uhr
HirschauOberpfalz

Ära Josef Birner bei IG BCE Hirschau soll in vier Jahren enden

Neben den Wahlen steht bei der Ortsgruppe auch ein Blick auf die laufende Tarifrunde auf der Tagesordnung.

Die IG BCE hat die Tarifverhandlungen im Kaolinbecken abgebrochen, berichtet Gewerkschaftssekretär Michael Amann bei der Ortsgruppe Hirschau.
von Autor BIJProfil

Der Ortsgruppenvorsitzende der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) Josef Birner bleibt mit einem einstimmigen Vertrauensbeweis bei der Jahreshauptversammlung im großen Saal des Josefshauses weiter im Amt, das er bereits seit dem Jahr 2000 ausübt. Vor der Wahl machte er aber klar, dass in vier Jahren Jüngere übernehmen müssten.

Als Stellvertreter an seiner Seite fungiert erneut Josef Finster, der bei zwei Enthaltungen im Amt bestätigt wurde. Nachdem ein Großteil der Kassenverwaltung inzwischen beim Bezirk angesiedelt sei, musste die Versammlung vorab entscheiden, ob ein eigener Ortsgruppenkassier bestellt werden soll. Das befürworteten die Mitglieder und bestätigten Josef Biller auf diesem Posten. Ebenso ohne Gegenstimme wurden Schriftführerin Petra Stoiber, Bildungsobmann Hubert Zeitler und als neue Beisitzer Laura Beierl, Peter Lang und Brandon Williams in den Vorstand gewählt. Die bisherigen Beisitzer Brigitte Hanft, Jürgen Blaschke, Wolfgang Bosser, Alfred Hausmann und Karl-Heinz Schwandner setzten ihre Tätigkeit fort. Für die Kassenprüfung sind Hans Götz, Robert Meyer und Johann Scherer verantwortlich.

Normalerweise, so der Vorsitzende Josef Birner im Rückblick, sei die Ortsgruppe Hirschau an rund 50 öffentlichen Terminen pro Jahr im Einsatz. Die Corona-Pandemie habe jedoch rund die Hälfte dieser Termine verhindert. Die Wochenendschulung für die Mitglieder, die Maikundgebung, das Familienfest, Ausflugsfahrten und die Jubilarehrung mussten abgesagt werden. Birners besonderer Dank galt den beiden ausscheidenden Vorstandsmitgliedern Norbert Augustin und Rainer Sandner für ihre jahrelange Mitarbeit in der Ortsgruppe.

Immerhin einen erfreulichen Nebenaspekt gewann Kassier Josef Biller den abgesagten Veranstaltungen ab: Bei gleichbleibenden Einnahmen hätten sich die Ausgaben um gut 6000 Euro reduziert. Dies habe sich natürlich positiv auf die Kassenlage ausgewirkt.

Gewerkschaftssekretär Michael Amann informierte über aktuelle Herausforderungen. Nachdem 2019 das bisher erfolgreichste Jahr bei der Mitgliederwerbung für den Bezirk Nordostbayern gewesen sei, kämpfe die IG BCE derzeit an allen Ecken und Enden um den Erhalt der Arbeitsplätze. Egal ob Papierhersteller, Glas- oder keramische Industrie - etliche Branchen verzeichneten Absatzeinbrüche. Besonders gebeutelt werde aktuell die heimische Porzellanindustrie. Dies dürften auch die Kaolinbetriebe als Rohstofflieferanten spüren, befürchtete Amann.

In der aktuellen Tarifauseinandersetzung im Kaolinbecken seien jedenfalls die Verhandlungen abgebrochen worden. Obwohl die Gewerkschaft lediglich eine Forderung mit einer moderaten realen Einkommenssteigerung aufgestellt habe, seien die bisherigen Angebote der Arbeitgeberseite inakzeptabel. Eine Erhöhung von lediglich 0,7 Prozent mit zwei Leermonaten bei einer Laufzeit von 20 Monaten sei in keinster Weise angemessen. Da zwei weitere Angebote der Arbeitgeber nicht deutlich besser ausgefallen seien und die Betriebe zudem eine Arbeitsplatzgarantie bzw. tarifliche Beschäftigungssicherung abgelehnt hätten, habe die IG BCE die Verhandlungen abgebrochen.

Neujahrsempfang der IG BCE in Weiden

Weiden in der Oberpfalz
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