29.11.2019 - 15:17 Uhr
HirschauOberpfalz

Bei Bürgerversammlung Nachtruhe der Glocken in Weiher heiß diskutiert

Da kommt eine gewisse Schärfe auf: Hitzig wird bei der Bürgerversammlung die Idee eines Bewohners von Weiher diskutiert, das Läutwerk der Dorfkirche zwischen 22 und 6 Uhr abzuschalten. Die übrige Dörfler können sich damit nicht anfreunden.

von Gerhard FleischmannProfil

Reges Interesse an den Bürgerversammlungen herrschte sowohl im Hirschauer Josefshaus als auch bei den fünf weiteren Terminen in den Ortsteilen. Nach dem Bericht von Bürgermeister Hermann Falk hatten jeweils die Bürger das Wort.

Der Bürgermeister listete für 2019 bis jetzt Investitionen von insgesamt 8,8 Millionen Euro auf, die Projekte seien mit 2,4 Millionen Euro gefördert worden. Der Ausbau der Moosweiherstraße solle heuer noch abgeschlossen werden, die Erschließungsarbeiten in Ober- und Untersteinbach kämen gut voran. Der Marktplatzbrunnen sei fertiggestellt bis auf die Fliesenarbeiten, die aus Witterungsgründen erst im Frühjahr an die Reihe kämen. Die Grünanlage rund um den Edeka-Markt istb lat Falk in Planung, Entwürfe für die Sanierung der Postgasse liegen mit Kosten von 1,25 Millionen Euro bereits vor.

Die Ansiedlung eines Markts im Gewerbegebiet Richtung Kohlberg habe sich zerschlagen, informierte der Bürgermeister, aber der Breitbandausbau komme jetzt auch in kleineren Ortsteilen gut voran. Die Arbeiten am Gemeinschaftshaus in Burgstall seien fast abgeschlossen, bei der Kapelle in Steiningloh brauche man einen deutlich längeren Atem als gedacht. "Die Bürger arbeiten in beiden Ortsteilen hervorragend mit", lobte Falk.

Zur künftigen finanziellen Lage der Stadt fand der Bürgermeister eher nachdenkliche Töne. Für das Großprojekt Schulsanierung sei der Förderbescheid der Regierung deutlich niedriger ausgefallen als erhofft. Deshalb würden Einsparungsmöglichkeiten gesucht und Nachverhandlungen geführt. Aufgrund des guten Steuerjahrs 2018 steige die Landkreisumlage 2020 erneut an. Zudem sei davon auszugehen, dass auch in Hirschau das Gewerbesteueraufkommen sinke. "Insgesamt eine Mixtur, die für eine Anspannung der städtischen Finanzen sorgen dürfte", fasste Falk zusammen.

Bei der Versammlung in Hirschau wurde vorgeschlagen, wieder zum früheren Sirenenstandort auf dem Schuldach zurückzukehren. Roland Maier regte an, den Übergang zum Friedhof vom Parkplatz her mit einer Druckknopfampel oder einem Zebrastreifen sicherer zu gestalten. Für Senioren oder Menschen mit Behinderung könne das Überqueren der Ehenfelder Straße dort auch wegen der Kuppe gefährlich werden.

Franz Dorfner fragte nach, wie sich das Nachfolgenutzungskonzept der Kaolinindustrie konkret auswirke. Er schlug vor, einen offenen Arbeitskreis aus Mitgliedern von Stadtrat, Verwaltung und Bürgern mit dem Thema „Weiterentwicklung der Stadt Hirschau" zu gründen. Angesprochen wurde die mangelnde Schulwegsicherheit in der Josefstraße. Die Fahrbahn sei in schlechtem Zustand, bei Gegenverkehr eng, und es sei kein Gehweg vorhanden. Zudem fahre der Schulbus durch, und auch der Hol- und Bringverkehr der Eltern sei enorm. Laut Bürgermeister hat man vor Jahren über eine Einbahnregelung nachgedacht, was aber bei den Anwohnern auf Protest gestoßen sei.

In Obersteinbach sollte das Straßenbeleuchtungsnetz verdichtet werden, verlangten Bürger. In Ehenfeld gebe es seit 30 Jahren keine öffentlich erwerbbaren Bauplätze mehr, wurde kritisiert. Das Dorf überaltere. Zwar gebe es Bauinteressenten, aber die Baulücken seien alle in privater Hand.

Fehlende Bauplätze waren auch in Steiningloh ein Thema. Aussetzer beim Internet wurden in Steiningloh und Burgstall beklagt. Der Hochwasserschutz Steininglohs befinde sich in der finalen Planungsphase, informierte die Verwaltung auf Anfrage. Durch Krickelsdorf werde zu schnell durchfahren, die Dorfbewohner wünschen sich eine Tempo-30-Beschränkung. Der Bus müsse das Dorf wieder anfahren, waren sich die Bewohner einig. Die Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners war ebenfalls Thema. Darüber hinaus ging es in den Ortsteilen auch um den schlechten Zustand diverser Wege und Straßen. Bäume und Sträucher sollten zurückgeschnitten werden.

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