03.04.2020 - 11:53 Uhr
HirschauOberpfalz

Coronavirus wirbelt Terminplan der Musikkapellen durcheinander

Die Corona-Pandemie beeinträchtigt seit Wochen in bislang noch nie dagewesener Form alle Lebensbereiche. So wirbelt der Virus auch den Terminkalender der Musikkapellen des Nordbayerischen Musikbundes völlig durcheinander.

Auch die Musikkapellen des Nordbayerischen Musikbundes bleiben nicht verschont von den Auswirkungen der Corona-Pandemie. Nahezu täglich erreichen den NBMB-Kreisvorsitzenden Werner Stein (links) und seinen Stellvertreter Horst Bauer (rechts) An- und Hilferufe von Verantwortlichen der im NBMB-Kreisverband organisierten Kapellen.
von Werner SchulzProfil

Nahezu täglich erreichen NBMB-Kreisvorsitzenden Werner Stein (Hirschau) und seinen Stellvertreter Horst Bauer (Neunaigen) An- und Hilferufe von Verantwortlichen der Mitgliedskapellen des NBMB-Kreisverbandes. Immer wieder geht es um die Absage geplanter Veranstaltungen und vor allem um die Frage, "wie es weitergeht". Der Probenbetrieb steht bereits seit Mitte März still.

Auch gesellige Veranstaltungen wie etwa Bockbierfeste oder auch die turnusgemäß anstehenden Jahreshauptversammlungen mussten müssen abgesagt werden. Der Ausfall der Proben hatte die zwangsläufig die Absage vieler Konzerte der Kreiskapellen zur Folge.

Entfallen müssen das Osterkonzert des Musikzuges am Ostersonntag (12. April), das Konzert der Blaskapelle Schmidmühlen am Ostermontag (13. April), die Konzerte der Marktbläser Hahnbach (18. April), des Musikvereins Vilseck (2. Mai), des Musikvereins Freudenberg (9. Mai), der Blasmusik Gebenbach (16. Mai) und der Knappschaftskapelle Amberg (23. Mai).

Erste Nachholtermine

Die Blaskapelle Schmidmühlen plant als Ersatz für Samstag, 25. Juli, eine Sommerserenade. Die Blasmusik Gebenbach will ihr Konzert am Freitag, 3. Juli, nachholen, die Knappschaftskapelle das ihrige am Samstag, 10. Oktober. Die anderen Kapellen werden ihre Ersatztermine baldmöglichst festlegen.

Auswirkungen hat die Coronakrise auch auf die beiden geplanten Kreismusikfeste des Nordbayerischen Musikbundes. Die Verantwortlichen der Knabenkapelle Auerbach planen vom 12. bis 14. Juni ein Kreismusikfest. Der für 25. April vorgesehene Kommersabend wurde bereits abgesagt. Er wird vermutlich im Herbst nachgeholt. Wegen des Kreismusikfestes warten die Führungskräfte noch die Entwicklung der kommenden Tage und Wochen ab. Das gilt ebenso für das in Gebenbach vom 3. bis 5. Juli vorgesehene Kreismusikfest. Einen Wermutstropfen musste man für diese Veranstaltung bereits schlucken: Die Bands und Orchester der St. George's Anglican Grammar School, der St. James Anglican School in Alkomos und des Cathedral Colleges in Wangaratta aus Perth (Australien) mussten ihre Teilnahme bereits absagen. Die dortigen Schulbehörden haben für dieses Jahr alle Auslandsreisen untersagt.

Nach Rücksprache mit dem Leiter Michael Newton soll der Besuch 2021 nachgeholt werden. Das für 26. April ebenfalls in Gebenbach terminierte Konzert des Polizeiorchesters Bayern wurde schon verlegt. Als Nachholtermin ist Sonntag, 4. Oktober, vorgesehen. Bereits erworbenen Eintrittskarten behalten ihre Gültigkeit.

Der Coronakrise fiel auch die für 13. bis 18. April angesetzte Bläserwoche im Kloster Ensdorf zum Opfer, ebenso deren für 18. April in Nittenau vorgesehene Abschlusskonzert. Für die Nachholung wurde ein Termin Ende August ins Auge gefasst. Ausfallen muss ebenfalls das für 24. bis 26. April geplante Jugendleiterseminar im Kloster Ensdorf.

Gehöriges Kopfzerbrechen

Die Corona-Wochen verlangen den Führungskräften der Musikvereine allerhand ab. Es gilt nicht nur, viele organisatorische Fragen zu beantworten und Probleme zu lösen. Gehöriges Kopfzerbrechen machen insbesondere auch die wirtschaftlichen Folgen der Krise für die einzelnen Vereine. Durch den Ausfall der Konzerte und sonstigen Veranstaltungen fehlen den Kapellen die im Etat eingeplanten Einnahmen.

Außerdem muss das Problem der Ausbildung der Nachwuchsmusiker bewältigt werden. Erfreulicherweise, so Werner Stein, fragen viele nach, wie der Unterricht trotzdem abgehalten werden kann als Abwechslung während der Ausgangsbeschränkungen. Mittlerweile berichteten dem Vorsitzenden die Mitgliedskapellen von einer Vielzahl kreativer Ideen. Dazu zählen Unterricht über Face Time, Videoanrufe, Skypen, Verteilen von Aufgaben über WhatsApp und das Abhören der Ergebnisse per Sprachnachricht oder Telefon.

Der Kreativität, so Stein, seien so gut wie keine Grenzen gesetzt. Der Unterricht könne so zur Zufriedenheit beider Seiten, der Ausbilder wie der Kinder und deren Eltern, erfolgreich erbracht werden.

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