02.02.2020 - 14:54 Uhr
HirschauOberpfalz

Dank für Augen-OP wird zur Herzensangelegenheit

Der 14. Juni 2006 ist für Spelatus Ambrose aus Tansania ein denkwürdiges Datum. Professor Dieter Dausch operierte ihn erfolgreich an der Hornhaut des linken Auges. Jetzt trafen sich der dankbare Patient und der zufriedene Operateur wieder.

Über die erfolgreichen und dank Africa Luz kostenlosen Augenoperationen freuen sich mit Spelatus Ambrose (rechts) seine in Sulzbach-Rosenberg lebende Schwester Jane Legien (links), seine Mutter Goderiva Ambrose, Africa-Luz-Geschäftsführerin Bärbel Birner und Professor Dieter Dausch.
von Werner SchulzProfil

Der 14. Juni 2006 ist für Spelatus Ambrose aus Tansania in Afrika ein denkwürdiges Datum. Professor Dieter Dausch operierte ihn erfolgreich an der Hornhaut des linken Auges. Jetzt trafen sich der dankbare Patient und der zufriedene Operateur wieder.

Als sie sich 2006 das erste Mal begegneten, war der damals 26-jährige junge Mann aus Muleba in Tansania auf dem linken Auge fast blind, obwohl er an diesem in einem Hospital in Daressalam bereits operiert worden war. Danach wurden seine Sehprobleme jedoch immer größer. Das operierte Auge bekam eine durch einen Pilz hervorgerufene Entzündung mit nachfolgender Narbenbildung im Hornhautzentrum. Durch das schlechte Sehvermögen des linken Auges war dieses in eine Schielstellung abgewandert. Infolge der Augenerkrankung war Spelatus Ambrose in Tansania arbeitslos geworden.

Professor Dieter Dausch aus Hirschau, Gründer und Vorsitzender der Hilfsorganisation Africa Luz, erfuhr über die in Sulzbach-Rosenberg lebenden Jane Legien vom Schicksal ihres Bruders. Spontan erklärte er sich bereit, kostenlos zu helfen. Am 14. Juni nahm er die Hornhauttransplantation im Amberger Klinikum vor. Durch die noch in Deutschland erfolgte korrekte ambulante postoperative Betreuung heilte die neue Hornhaut ohne Komplikationen. Der Patient konnte mit gutem Sehvermögen auf dem operierten Auge nach Tansania zurückkehren. Bald bekam er dort wieder Arbeit, verdiente Geld und gründete sogar eine Familie. 2007 kam er erneut nach Deutschland, um sich den noch liegenden Hornhautfaden von Dausch entfernen zu lassen. Das Sehvermögen des Afrikaners war auf 60 Prozent angestiegen. Die Schielstellung hatte sich deutlich verbessert. Für Spelatus Ambrose war das wie ein Wunder, da er auch wieder räumlich sehen konnte. 2011 besuchte der Patient wieder seine Schwester Jane und stellte sich erneut bei Dausch vor. Durch einen weiteren kleinen augenärztlichen Eingriff, die Behandlung einer Hornhautverkrümmung, konnte das Sehvermögen sogar auf 80 Prozent gesteigert werden. Als Ambrose vor kurzem bei seiner Schwester in Sulzbach-Rosenberg zu Gast war, stellte er sich noch einmal zu einer Augenuntersuchung in der Amberger Augenklinik vor. Das Ergebnis hätte nicht besser ausfallen können. Spelatus Ambrose war es ein Herzensanliegen, dem Professor zu danken.

Die Begegnung zwischen dem glücklichen Patienten und dem nicht minder glücklichen Operateur hätte nicht emotionaler sein können. Von Bärbel Birner, der ehrenamtlichen Africa-Luz-Geschäftsführerin, wurde der Gast aus Afrika noch mit den zur weiteren Nachbehandlung notwendigen Augentropfen und zwei neuen Brillen ausgestattet. Er blieb nicht der einzige Beschenkte. Anlässlich der augenärztlichen Konsultation bei Dausch wurde bei Ambroses Mutter Goderiva ein Netzhautleiden diagnostiziert. Um ihr das Lesen wieder zu ermöglichen, überreichte ihr Bärbel Birner eine Leselupe. Mutter und Sohn sind in der Zwischenzeit wieder glücklich in ihrer afrikanischen Heimat zurück.

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