Der Besucherandrang begann schon zwei Stunden vor der Veranstaltung. Wer einen Platz ergattern konnte, erlebte einen kurzweiligen Abend voller Höhepunkte. Altbürgermeister Hans Drexler, Initiator und Motor der Watzndorfer, gewährte als Moderator interessante Einblicke in die Geschichte der 1989 gegründeten Gruppe. Die Pfiffigen Knepf aus Vohenstrauß, die Wernberger Stubnmusi, die Hirschauer Wirtshausmusi, Sepp Strobl und die Watzndorfer selber glänzten mit Volksmusik vom Feinsten und unterhielten die Geburtstagsgäste mit einer Mischung aus heiteren und besinnlichen Gesangs- und Instrumentalbeiträgen auf hohem Niveau.
Beim Plaudern aus dem Watzndorfer-Nähkästchen datierte Drexler deren Geburtsstunde auf das Frühjahr 1989 in der AKW-Betriebs-Sauna. Sepp Strobl, Franz Dietz und er selbst hätten die Idee dazu gehabt. In dieser Besetzung sei man am 22. April im Schloss-Keller anlässlich des Bezirksschützentags erstmals aufgetreten. Am 21. Juli fand dann die erste Schlosmusi statt, die Sepp Strobl mit dem „Wültauberer“ und dem aus seiner Feder stammenden staaden Herbstlied „Da Summa is langsam voganga“ lebendig werden ließ. Insgesamt wirkten in den 30 Jahren rund 35 Gesangs- und Musikgruppen sowie Solisten bei der Schlosmusi mit.
An die verschiedenen Besetzungen der Watzndorfer erinnerte Drexler nicht nur mit Worten. Die Anfangsbesetzung mit Franz Dietz, Sepp Strobl, Helmut Fuchs und ihm präsentierten die Stücke „Böhmisch Musi“ und „Mia san vom Wold dahoam“. Die Besetzung Hans Drexler, Franz Dietz, Georg Kustner und Franz Dolles - er übernahm 2002 den Part des verstorbenen Viktor Wrobel - wartete mit den Stücken „D’Watzndorfer“ und „Mia san de lustign Burschn“ auf, die seit 2012 aktuelle Besetzung Hans Drexler, Georg Kustner, Richard Falk und Franz Dolles mit den Liedern „D’Schleifrabuam“, „Watzndorfers Traum“ und „Moidl mit de roatn Hoar“.
In den verschiedenen Besetzungen gestaltete die Gruppierung Messfeiern, Advent- und Weihnachtssingen und trat bei Vereins- und privaten Feiern auf. Dass bei ihren Bauernballett-Auftritten 20 Jahre lang Tränen gelacht wurden, konnte das Publikum nachvollziehen, als Hans Drexler, Georg Kustner und Franz Dietz durch die Tischreihen zogen. In seiner Rückschau erinnerte Drexler an den mit 51 Jahren verstorbenen Mundartdichter Bepp Dietz und von ihm verfasste Liedertexte wie „Da Vitl sucht a Braut“, „Hirschauer Leichwogn“ und „D’Watzndorfer“.
Über den Erzählungen kam die Musik natürlich nicht zu kurz. Ob „Turmschreiber Polka“, „Postfeldlandler“, „Schnapseinbringerpolka“ oder „Sechswinger Walzer“ – die Stücke der Wernberger Stubnmusi mit Susanne Weiß, Stefanie Rosenberg und Sigi Paulus gerieten zu einem Ohrenschmaus. Eindrucksvolle alpenländische Akzente setzten die Pfiffigen Knepf Sabine Pschibl, Sigi Winter, Werner Winter und Marco Winter mit den Stücken „Mir san so nia dahoam“, „Kerzenlichtlandler“, „Großarler“, „Kugeln muaß er“, „Marsch der Steirer“ und „In der Mehlstubn“. Von der Hirschauer Wirtshausmusi in der Besetzung Uwe Hermann, Hans Drexler, Alexander Götz, Franz Dolles und Franz Birner erfuhr man, was der „Dudlhofer“ alles hat sowie allerhand über die „Kropferte Hirschauerin“. Außerdem klagten sie „Mei Olde is krank“ und schwangen sich singend „Auf’n Hochsitz“. Georg Kustner steuerte mit seiner Quetschn die „Urlauberpolka“ bei und erfreute mit dem Stückl „Alls, wost brauchst“.
Für eine Überraschung sorgte Werner Stein, der Kreisvorsitzende des Nordbayerischen Musikbunds (NBMB). Er nutzte das Watzndorfer-Jubiläum für eine Lobeshymne auf Hans Drexler. Stein würdigte dessen großes Engagement bei den Volksmusikfesten „Dousamma“ vor zwei Jahren und beim diesjährigen „Kummt’s eina“. Unter dem Beifall der Besucher überreichte er Drexler für seine Verdienste um die Watzndorfer die goldene Krawattennadel des NBMB mit Urkunde.

















Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.
Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.