Hirschau
15.01.2026 - 14:04 Uhr

Elfriede Bosser, die gute Seele der Familie

Von der Vertreibung aus Tschechien bis zur liebevollen Großmutter und Urgroßmutter – Elfriede Bosser aus Hirschau blickt auf ein bewegtes Leben voller Herausforderungen zurück. Anlässlich ihres 85. Geburtstags erzählt sie aus ihrem Leben.

1.Bürgermeister Hermann Falk rechts gratuliert Elfriede Bosser zum 85. Geburtstag, links ihr Sohn Wolfgang. Bild: fg
1.Bürgermeister Hermann Falk rechts gratuliert Elfriede Bosser zum 85. Geburtstag, links ihr Sohn Wolfgang.

Bis Elfriede Bosser aus Hirschau bei guter Gesundheit kürzlich ihren 85. Geburtstag feiern konnte, reihten sich zahlreiche Erlebnisse aneinander. „Eigentlich könnte ich ein Buch schreiben über das, was ich alles erlebt habe“, fasst die Jubilarin ihren Lebensweg treffend zusammen. Geboren wurde sie 1941 mitten im Krieg in Tschechien, wo die Familie einen Bauernhof bewirtschaftete. 1946, kurz nach dem Zweiten Weltkrieg, wurde die Familie mit damals acht Kindern vertrieben. Auch heute hat die Familie noch Kontakt in die alte Heimat.

So eine große Familie war damals nicht einfach unterzubringen. In der Hummelmühle und dann in Kindlas fand man anfangs eine Bleibe. „Wir hatten anfangs nichts, hatten alles zurücklassen müssen", blickt Elfriede Bosser zurück. "Wir Kinder hüteten auf Bauernhöfen, und halfen so ein wenig dabei, über die Runden zu kommen.“ Wie die Eltern es schafften, dass täglich was auf den Tisch kam, nötigt der Jubilarin noch heute großen Respekt ab. Der Vater fertigte die Holzschuhe, in denen sich die Kinder bei jedem Wetter zur Schule von Kindlas nach Ehenfeld aufmachten.

Hochzeit, Hausbau und Familie

Elfriede lernte in Hirschau ihren Ehemann Heinrich kennen. 1960 wurde Hochzeit gefeiert. Bereits 1962 begann mit viel Eigenleistung das Abenteuer Hausbau. Ihr Gatte, der vor 17 Jahren viel zu früh verstarb, war handwerklich sehr geschickt. Die Eheleute stellten sogar zum großen Teil die Steine für den Bau selbst her.

Elfriede Bosser war dann etwa 10 Jahre bei der Fa. Schildt und 20 Jahre bei der Fa. Conrad beschäftigt.

Sehr gerne erinnert sich Elfriede Bosser an Urlaubsfahrten in das AKW-Ferienheim in Lindau, oder an Aufenthalte in den Bergen. Ein Höhepunkt war dabei die Mehrtageswanderung von Maria Alm zum Königsee. Mit ihrem Mann und Freunden hatte sie auch viel Spaß beim Hobbykegeln.

Noch immer ist die Jubilarin die gute Seele der Familie, die neben Sohn Wolfgang und seiner Familie auch zwei Enkel und Urenkel zählt. Die Amberger Zeitung gehört zum Tageslauf, wie das Lösen von Kreuzworträtseln. Die Zufriedenheit, die die Jubilarin immer wieder ausdrückt, ist es wohl, die sie die Stolpersteine im Leben hat meistern lassen.

 
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