09.04.2020 - 17:11 Uhr
HirschauOberpfalz

Erster Todesfall: Landesamt für Gesundheit nimmt Hirschauer Seniorenheim unter die Lupe

Zuletzt hatten sich im BRK-Seniorenheim in Hirschau die Corona-Infektionen gehäuft. Nach einen Besuch durch das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit am Donnerstag wurden Konsequenzen gezogen. Dennoch gibt es den ersten Toten.

Für das BRK-Seniorenheim St. Barbara Hirschau gilt ein Besuchsverbot. Die hohe Zahl an Corona-Infizierten führt hier jetzt aber auch zu weiteren Maßnahmen.
von Markus Müller Kontakt Profil

Im BRK-Seniorenwohnheim Hirschau sind sowohl Bewohner als auch Mitarbeiter mit dem Sars-CoV-2 infiziert. Zwölf Bewohner befanden sich am Donnerstag im Krankenhaus, sieben davon mit einer nachgewiesenen Coronainfektion. Das geht aus einer Mitteilung des Landratsamtes von Donnerstagnachmittag hervor. "Von den 82 Bewohnern sind aktuell 50 positiv auf Covid-19 getestet. Hinzu kommen 16 Verdachtsfälle unter den Bewohnern, weitere Testergebnisse stehen noch aus", hieß es am Donnerstag. Aufgrund der hohen Infektionszahlen seien auch alle Beschäftigten des Heims getestet worden. Noch lägen nicht alle Ergebnisse vor. "Stand jetzt sind 30 positiv auf Covid-19 getestet."

Am Donnerstag, in dessen Verlauf laut einer Mitteilung des Gesundheitsamts ein 91-jähriger Bewohner, der mehrere Vorerkrankungen hatte, verstarb, machte sich laut Landratsamt das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) mit der Heimaufsicht des Landkreises sowie der Heimleitung und einem Vertreter des BRK-Kreisverbandes vor Ort ein Bild der Situation. Ergebnis: Ab sofort wird das Heim in zwei Stationen unterteilt, einen Bereich für infizierte Bewohner und ein Bereich für nichtinfizierte. "Es herrscht seit einiger Zeit Besuchsverbot, da sind die Sorgen der Angehörigen vermutlich noch größer", wird Landrat Richard Reisinger zitiert. Sein Dank gelte den engagierten Mitarbeitern, die für die Versorgung der ihnen anvertrauten Menschen Außergewöhnliches leisteten. BRK-Kreisgeschäftsführer Sebastian Schaller teilte in einer Presse-Information mit, das Rote Kreuz setze im Hirschauer Heim die Pandemiebekämpfungsmaßnahmen mit Nachdruck fort, leide aber unter Personalmangel. Am 7. April wurden demnach alle Bewohner des Heims auf Corona getestet. In den folgenden zwei Tagen dann die Mitarbeiter. Mittlerweile liegt ein Großteil der Ergebnisse vor. "Aktuell befinden sich 70 Bewohner in der Einrichtung, zwölf Bewohner werden im Krankenhaus behandelt, davon sieben mit einer nachgewiesenen Coronainfektion", schrieb Schaller, noch bevor der erste Todesfall zu beklagen war.

Durch die hohe Anzahl infizierter Mitarbeiter (30) gestalte sich die Aufrechterhaltung des pflegerischen Betriebs sehr fordernd. "Um die Versorgung der Heimbewohner sicherzustellen, hat das BRK am 9. April eine der drei Stationen des Heims geschlossen." Auf den verbliebenen zwei Stationen würden die noch einsetzbaren Mitarbeiter des Seniorenheims Hirschau, die Mitarbeiter der Solitären Tagespflege Hirschau, Beschäftigte aus den anderen drei BRK-Heimen im Landkreis, Mitarbeiter der FQA und Kolleginnen der Schwesternschaft Wallmenich-Haus vom BRK zusammenarbeiten. Schaller betont: "Die breite Unterstützung, die unsere Mitarbeiter nicht nur von ihren Kollegen aus anderen BRK-Einrichtungen, sondern auch vom Landratsamt und der Schwesternschaft Wallmenich-Haus erhalten, ist bewegend. (...) Nur mit der Unterstützung aus dem Landkreisgebiet können wir (...) die pflegerische Versorgung aufrechterhalten."

Der Briefkasten vor dem BRK-Seniorenheim St. Barbara Hirschau.

Über die Situation im Hirschauer Seniorenheim am Dienstag

Hirschau
Vierter Todesfall im Landkreis:

Nicht zuletzt aufgrund des Geschehens in Hirschau geht die Zahl der Coronafälle im Landkreis weiter steil nach oben, während sie in Amberg praktisch stagniert. Der Lagebericht der Stadt vom Karfreitag, Stand 15.20 Uhr, verzeichnet für Amberg-Sulzbach 304 Fälle (+13 seit Donnerstag), für Amberg 52 (+2). Das Gesundheitsamt meldete für Amberg-Sulzbach am Freitag den insgesamt vierten Todesfall im Landkreis. Dabei handelt es sich um einen Bewohner aus dem BRK-Seniorenheim in Hirschau, der am 4. April vom Hausarzt mit Verdacht auf COVID-19 stationär eingewiesen wurde und am Donnerstag verstarb. Der 91-Jährige hatte mehrere Vorerkrankungen. In der Stadt Amberg sind es bisher zwei Tote. (tk)

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