07.03.2021 - 14:02 Uhr
HirschauOberpfalz

Evangelische Frauen von Hirschau richten trotz Corona Weltgebetstag der Frauen aus

Der Feier des Weltgebetstags, der als größte Basisbewegung christlicher Frauen auf der ganzen Erde gilt, kommt in den Kaolinstädten Hirschau und Schnaittenbach alljährlich eine besondere Bedeutung zu.

Mit einer Andacht im Freien mit begrenzten Sitzplatzangebot finden die Frauen der evangelischen Kirchengemeinde Hirschau mit Ingrid Schlosser, Bianca Reiß und Margot Biegler (vorn, von links) eine gangbare Lösung, trotz der Corona-Pandemie den Weltgebetstag der Frauen zu feiern. Beste Unterstützung leisten Gerlinde Siegert vom Frauenbund Hirschau und Maria Kraus (hinten, von links) vom Frauenbund Schnaittenbach.
von Adele SchützProfil

Vorbereitung und Organisation der Feier des Weltgebetstags der Frauen lag in diesem Jahr federführend in den Händen der weiblichen Mitglieder der evangelischen Kirchengemeinde Hirschau. „Wir wollten den Weltgebetstag auf keinen Fall wegen Corona absagen, sondern im Gegenteil, trotz und wegen der Pandemie, an der liebgewonnen Tradition des weltweiten Gebets der Frauen am ersten Freitag im März festhalten“, bemerkt Ingrid Schlosser aus dem Kirchenvorstand der evangelischen Gemeinde Hirschau. Mit großem Engagement und viel Kreativität suchte sie mit ihren Unterstützerinnen Bianca Reiß und Margot Biegler nach einer Möglichkeit, den Weltgebetstag Corona-konform zu feiern. Die Frauen fanden eine gangbare Lösung: eine Andacht im Freien vor der Adolf-Schmelzer-Gedächtniskirche, für die mit Voranmeldung 25 Sitzplätze zur Verfügung standen. Beste Unterstützung bei der Gestaltung der Andacht leisteten Maria Kraus vom Frauenbund Schnaittenbach und Gerlinde Siegert vom Frauenbund Hirschau. Gemeinsam gelang es den Frauen, das Beispiellang Vanuatu, eine Südseeinselstaat im Pazifik, für kurze Zeit nach Hirschau zu holen.

Stimmungsvoll fiel die Andacht aus, für die mit viel Liebe zum Detail am Eingang der Gedächtniskirche ein kleiner Altar errichtet worden war. Zur musikalischen Gestaltung wurden Gesänge von Frauen aus Vanuatu per CD abgespielt. Wegen der Ausnahmesituation wurden die Texte und Gebete der Andachtsvorlage gekürzt, so dass die Feier nach 30 Minuten schon vorüber war. Zeit genug für die Hirschauerinnen und Schnaittenbacherinnen, sich mit den Frauen weltweit und insbesondere denen aus Vanuatu solidarisch zu zeigen. Gebete und Texte gaben einen Einblick in die Situation der Frauen am anderen Ende der Welt. Die leben auf einer traumhaften Insel im Pazifik. Das Meer mit seinem großen Fischbestand bietet ausreichend Nahrung, hinzu kommt ein riesiger Reichtum an Früchten im Regenwald im Landesinnern. Die Kehrseite der Medaille: Die Frauen sind stets von Naturkatastrophen, etwa Vulkanausbrüchen und Erdbeben sowie dem steigendem Meeresspiegel bedroht. Zusätzlich sind sie Gewalt ausgesetzt, insbesondere in der Partnerschaft. Die Frauen aus Hirschau und Schnaittenbach zeigten sich mit ihnen nicht nur im Gebet solidarisch, sondern auch durch eine Spende am Ende der Andacht.

Zum Abschluss der Andacht erhielt jede Teilnehmerin ein kleines Päckchen, das Segensbändchen, Teeprobe, ein Hähnchen-Rezept für das Nationalgericht aus Vanuatu, eine Information über die Problematik der Frauen dort sowie ein Päckchen mit Blumensamen für den Garten zur Erinnerung an den Ausnahme-Weltgebetstag. Darüber hinaus gab es als Wegzehrung eine Auswahl an Südseefrüchten. Die Weltgebetstagskerze wurde an die katholische Gemeinde in Hirschau weitergegeben, wo der Weltgebetstag im kommenden Jahr gefeiert wird.

Zur Erinnerung an den Ausnahme-Weltgebetstag wurden die Andachtsbesucherinnen mit einem kleinen Päckchen verabschiedet, in dem sich unter anderem auch ein Tütchen mit Blumensamen für einen insektenfreundlichen Garten befand.

 

 

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