26.01.2020 - 10:03 Uhr
HirschauOberpfalz

Frauenbund Hirschau diskutiert über steigenden Altersschnitt und Attraktivität des Programms

Droht der Katholische Frauenbund Hirschau langsam auszusterben? Rege diskutieren die Mitglieder bei der Jahreshauptversammlung den hohen Altersdurchschnitt. Kritische Stimmen sehen das Veranstaltungsprogramm als nicht attraktiv genug an.

Vorsitzender Georg Fröhler vom Hospizverein Amberg erhält nach seinem Vortrag beim Frauenbund Hirschau eine 250-Euro-Spende (von links): Irmgard Müller, Irmgard Sellmeyer, Georg Fröhler, Gerlinde Siegert und die ehemalige Frauenbund-Vorsitzende Roswitha Wendl, die zusammen mit Fröhler das Trauercafé im Pfarrheim leitet.
von Werner SchulzProfil

Ein bebilderter Rückblick auf das Jahr 2019 und ein Vortrag über die Arbeit des Hospizvereins Amberg standen im Mittelpunkt der Zusammenkunft. Der Veranstaltung vorausgegangen war ein Gottesdienst in der Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt, den Pfarrer Johann Hofmann zelebriert hatte.

Ihn konnte Gerlinde Siegert zum ersten Mal als geistlichen Beirat bei einer Frauenbund-Jahreshauptversammlung begrüßen. 37 Mitglieder hatten sich dazu im Pfarrheim eingefunden. Sie wurden von Irmgard Sellmeyer mit einem Lichtbildervortrag an die im Jahr 2019 angebotenen Veranstaltungen erinnert.

Im Anschluss appellierte Gerlinde Siegert an die Anwesenden, verstärkt Werbung für eine Mitgliedschaft im Hirschauer Frauenbund zu machen. Der Verein habe mittlerweile ein sehr hohes Durchschnittsalter und drohe im wahrsten Sinne des Wortes langsam auszusterben. Sollte die Mitgliederzahl unter 200 fallen, habe man in der Diözesanversammlung nur noch eine Stimme. Daraufhin kam es zu einer regen Diskussion über die aktuell angebotenen Veranstaltungen, die wohl für die eine oder andere Frau nicht interessant genug seien, um beizutreten.

Die Sprecherinnen des Führungsteams erwiderten auf die vorgebrachte Kritik, dass sie für Veranstaltungsvorschläge jederzeit offen seien. Man müsse aber auch berücksichtigen, dass die gesamte Führungsmannschaft ehrenamtlich arbeite und im vergangenen Jahr immerhin insgesamt 54 Veranstaltungen auf die Beine gestellt habe. Die Sprecherinnen hielten es für wünschenswert, wenn sich Mitglieder zur Verfügung stellen würden, die die zusätzlichen Veranstaltungen betreuten.

Gerlinde Siegert thematisierte den Equal-Pay-Day, mit dem man auf die immer noch bestehende Lohnungerechtigkeit zwischen Männern und Frauen aufmerksam machen will. Der Frauenbund Hirschau wird im März mit einer Aktion darauf hinweisen.

Zum zweiten Teil der Veranstaltung begrüßte Irmgard Müller den Vorsitzenden des Hospizvereins Amberg, Georg Fröhler. Er leitet jeden Monat zusammen mit der ehemaligen Frauenbundvorsitzenden Roswitha Wendl das Trauercafé. Das öffnet jeden Monat im Pfarrheim und bietet trauernden Menschen die Möglichkeit, in einem geschützten Rahmen über ihre Trauer zu sprechen.

Fröhler stellte in seinem Vortrag die Ziele und Arbeit des Hospizvereins vor. Der sei überörtlich tätig und zähle 250 Mitglieder. Man betreue schwerstkranke und sterbende Menschen sowohl ambulant als auch stationär und berate und unterstütze deren Angehörige. Außerdem biete der Verein mit zertifizierten Mitarbeitern Trauerbegleitung an. Fröhler erläuterte die Begriffe Palliative-Care und hospizliche Haltung. Unter Palliative-Care versteht man die aktive, umfassende Behandlung, Pflege und Begleitung von Menschen, die mit einer lebensbedrohlichen Erkrankung konfrontiert sind.

Kinder- und Jugendhospizarbeit unterscheide sich von der Erwachsenen-Hospizarbeit vor allem dadurch, dass sie die erkrankten jungen Menschen und ihre Familien nicht erst in der letzten Lebensphase begleitet, sondern mit dem Zeitpunkt der Diagnose einsetzen kann. "Damit ist sie Sterbebegleitung als Lebensbegleitung", erklärte Fröhler. Irmgard Müller überreichte ihm im Namen des Frauenbundes eine Spende in Höhe von 250 Euro.

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