28.06.2020 - 13:52 Uhr
HirschauOberpfalz

Große Photovoltaik-Anlage Thema im Stadtrat Hirschau

Es geht um eine Investition von zehn Millionen Euro: Die Primus Energie GmbH informierte den Stadtrat in Hirschau ausführlich über ihre Pläne für eine Freiflächen-Photovoltaikanlage am Kricklhof.

Stromerzeugung mit Photovoltaik-Technik (Symbolbild) - in Hirschau soll eine große Freiflächen-Anlage entstehen. Details waren jetzt Thema im Stadtrat.
von Gerhard FleischmannProfil

Die Primus Energie GmbH will eine Freiflächen-Photovoltaikanlage im Umfeld der vorhandenen Biogasanlage errichten. Auf zwei landwirtschaftlichen Grundstücken könnte die Anlage auf 13,7 Hektar Fläche entstehen. Die Fläche ist fast so groß wie der Moosweiher mit 14,9 Hektar. Das Projekt hat ein Investitionsvolumen von zehn Millionen Euro. Einspeisepunkt für die hier erzeugte Energie soll das Umspannwerk in der Wolfgang-Droßbach-Straße (gegenüber Sportpark) sein. Geschäftsleiter Jürgen Meyer-Menz und Projektleiter Manfred Striegl stellten Unternehmen und Projekt vor.

Könnte 2021 in Betrieb gehen

Primus Energie sei ein erfahrener Projektentwickler mit Schwerpunkt Photovoltaik und Windenergie, betonten die beiden Vertreter der Gesellschaft. Die geplante Anlage verbessere die Ökobilanz und den Landschaftsschutz. Die Gesamtleistung von 14 MWp umfasse zwei Bauabschnitte und könnte, wenn der Genehmigungsprozess schnell laufe, bereits 2021 in Betrieb gehen. Im Vorfeld des Projekts muss ein Bauleit- und Bebauungsplan aufgestellt werden, mit Behörden- und Bürgerbeteiligung. Die Fläche bleibt laut Primus in der Betriebszeit frei von Pestiziden und Dünger, der Versiegelungsgrad liegt unter einem Prozent. 2020 werde Bayern noch zu 30 Prozent mit Atomstrom versorgt, betonten die Primus-Vertreter. 2022 sollen die letzten Atomkraftwerke abgeschaltet werden, diese Lücke sei zu füllen. In Hirschau würden derzeit etwa 25 Prozent der benötigten Energie im Ort erzeugt. Dieser Anteil würde mit der neuen Anlage deutlich ansteigen.

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Hirschau

Kosten: Zehn Millionen Euro

Die Investition von zehn Millionen Euro könne entweder von größeren Investoren kommen, aber auch über eine örtliche Genossenschaft, die sich dann gründen müsste. Die Rendite liege derzeit um die drei Prozent. Interessant sei die Anlage auch für große Stromabnehmer vor Ort, die direkt und damit günstiger Strom beziehen könnten als aus dem Netz. Interessenten gebe es bereits.

SPD-Fraktionssprecher Josef Birner sah das Projekt positiv. Es dürften keine giftigen Materialien verbaut sein, zudem seien Begrünung und Blendschutz zeitnah sicherzustellen, was zugesagt wurde. Aufgabe der Stadt sei es, die Bauleitplanung anzugehen, die Kosten dafür liegen beim Projektanten, hieß es von Primus.

95 Prozent Wahrscheinlichkeit

Auf Nachfrage von Günther Amann ging Manfred Striegl davon aus, dass, wenn Baurecht vorliege, die Umsetzungs-Wahrscheinlichkeit bei über 95 Prozent liege. Fraktionen und Verwaltung werden, wie von Johanna Erras Dorfner vorgeschlagen, jetzt in die Meinungsbildung gehen.

Hintergrund:

Energie für 4300 Familien-Haushalte

Die in der neuen Freiflächen PV-Anlage erzeugte Energie spiegele den jährlichen Verbrauch von etwa 4300 Familien-Haushalten wieder. Der Energie-Ertrag sei etwa 20 Mal so hoch als wenn auf der selben Fläche Mais für eine Biogasanlage angebaut werden würde, wobei Biogas den Vorteil habe, auch nachts Strom zu liefern, während die Photovoltaik auf Sonne angewiesen sei. Die CO 2-Einsparung betrage etwa 31224 Tonnen.

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