23.06.2019 - 15:12 Uhr
HirschauOberpfalz

Hirschauer Stadtrat informiert sich zur Biodiversität in Tännesberg

Informationen aus erster Hand: Das war das Ziel einer Fahrt nach Tännesberg des Hirschauer Stadtrats mit Bürgern. Es ist die erste Biodiversitätsgemeinde Deutschlands.

Projektkoordinator Florian Lang 6.v. rechts, schildert im Kainzbachtag lebendig den Weg zur biologischen Vielfalt. Hirschaus 1.Bürgermeister Hermann Falk rechts neben ihm.
von Gerhard FleischmannProfil

Motor des Projekts in Tännesberg ist seit weit über einem Jahrzehnt Toni Wolf. Der Fachmann bringt Wissen zur Natur ein und kennt die Fördermöglichkeiten. Mit im Boot sind neben der Gemeinde, der Freistaat, Organisationen wie Bund Naturschutz, Landesbund für Vogelschutz, Wildlandstiftung Bayern und die Glücksspirale.

„Biodiversität bedeutet biologische Vielfalt“, erläuterte Florian Lang, Koordinator des Biodiversitätsprogramms Bayern 2030. „Das sind deutlich mehr als ein paar Blühstreifen.“ Es brauche eine Vielfalt von geschützten Lebensräumen. „Dort entwickelt sich eine Vielfalt von Arten bei Lebewesen und Pflanzen.“ Zu achten sei auch auf genetische Vielfalt, die durch Vernetzung gefördert werde. Auch die Nachzucht sei ein Weg. „In Tännesberg ist es bei den Tieren das Rotrind, bei Getreide der Emmer.“ Beides werde örtlich über Züchter und die Bäckerei direkt vermarktet.

Blick vom Schlossberg auf Tännesberg. Der Hang wurde entbuscht freie Sicht entstand, ein Biotop entwiockelt sich.

In den vergangenen 27 Jahren sei die Masse der Fluginsekten in deutschen Naturschutzgebieten um 75 Prozent zurückgegangen, verwies Lang auf eine Studie. „Die Natur braucht Vielfalt und Abwechslung. Für zwei Drittel aller Käfer ist Totholz im Wald lebensnotwendig.“

In der Natur erklärte Lang schließlich, dass städtische Flächen eine Stütze des Projekts sind. „Hier geht ohne den Bauhof und Freiwillige, die mit anpacken wenig: Die Blühflächen werden höchstens zwei Mal im Jahr gemäht. Es wird nicht gedüngt, so entwickeln sich Magerflächen mit außergewöhnlicher Pflanzen- und Tierwelt.“ Nur ganz selten werde eingesät, man verlasse sich meist auf die Natur.

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