03.10.2021 - 18:05 Uhr
HirschauOberpfalz

Neue Bestattungsform am Hirschauer Friedhof

Nach der Sommerpause startete der Hirschauer Stadtrat mit einer prall gefüllten Tagesordnung und engagierten Diskussionen. Unter anderem ging es um die Friedhofgebühren und ein neues Bestattungsangebot.

In einem Flächengrab sind die neuen Urnenerdkammern nahe des Eingangs an der Forststraße zu finden.
von Gerhard FleischmannProfil

Nach der Sommerpause startete der Hirschauer Stadtrat mit einer prall gefüllten Tagesordnung und engagierten Diskussionen. Die zweite Phase der Fachstellen-Bürgerbeteiligung für die Freiflächenphotovoltaikanlagen in Krickelsdorf und am Träglhof wurde auf den Weg gebracht. Meist gab es seitens der Fachstellen grünes Licht für die Projektierung der beiden geplanten Photovoltaikanlagen.

Wegen der Nähe zu Atzmannsricht wird auf Anregung der Gemeinde Gebenbach ein Infoabend zur Krickelsdorfer Anlage in Atzmannsricht stattfinden. Um die Bodenflächen für Kleintiere offen zu halten, sollen die Zäune beider Anlagen einen Bodenabstand von 20 Zentimetern aufweisen. Die Entwürfe der Flächennutzungs-, Bebauungs- und Grünordnungspläne werden öffentlich ausgelegt, nachdem Vorschläge der Fachbehörden eingearbeitet worden sind. Es folgt dann die zweite Runde der Bürger- und Fachstellenbeteiligung.

Notwendig war in der Stadtratssitzung außerdem eine Änderung der Satzung der Feuerwehren. So sollen Regelungen für die Kindergruppen und Änderungen bei der Wahl des Kommandanten in die Satzungen eingearbeitet werden.

Neues Angebot

Verabschiedet wurde die neue Friedhofsatzung und Gebührenordnung für das Friedhofswesen aus dem Jahr 2016. Es gibt leichte Gebührenerhöhungen. Der bisher grundsätzlich zu zahlende Zuschlag, wenn eine Urne in einem für Särge vorgesehenen Grabplatz bestattet wird, wird nur noch erhoben, wenn der Grabplatz belegt ist und eine Ruhefrist läuft.

Als neues Bestattungsangebot werden Urnenerdkammern angeboten. Die Anlage umfasst derzeit neun Grabstellen mit Platz für 18 Urnen. Die Kosten pro Erdkammer belaufen sich auf 146,10 Euro jährlich. Das ist zwar teurer als die übrigen Grabplätze im Friedhof, allerdings seien die Kosten für die Pflege enthalten. Besonders Angehörige, die auswärts wohnen oder aus anderen Gründen eine Grabstelle nicht selbst pflegen können, könnte diese Bestattungsform ansprechen.

Gemäß Mehrheitsbeschluss werden die Hebesätze für die Grundsteuer A (land- und forstwirtschaftliche Betriebe) und B (Grundstücke) ab 2022 von 310 auf 340 Punkte angehoben. Die Gewerbesteuer beträgt 380 Punkte. Im bayernweiten Ortsvergleich liege man da im Mittelfeld war auf Nachfrage zu hören.

Christian Feja fragte nach der Umsetzung des offenen Bücherschranks. Daraufhin wurde erklärt, dass der Schrank im Bauhof sei. Gesucht werde noch jemand, der das Angebot betreut.

Sofortprogramm kommunaler Klimaschutz

Die SPD-Fraktion forderte die Erarbeitung eines „Sofortprogramms kommunaler Klimaschutz“. Die 300 000 Euro dafür seien im Haushalt bislang noch nicht verplant, stellte Günther Amann fest. Photovoltaik auf städtischen Einrichtungen rechne sich spätestens nach 15 Jahren und sei ab Inbetriebnahme ein Gewinn für das Klima. Bürgermeister Hermann Falk informierte, dass 25 städtische Liegenschaften geprüft wurden, bei fünf seien Maßnahmen relativ schnell umsetzbar. Amann brachte auch einen kommunalen Zuschuss für Kleinstanlagen, die 500 bis 900 Euro kosteten und etwa an Balkonen anzubringen seien, ins Spiel. Eine klimaneutrale Freizeitanlage Monte Kaolino könne er sich gut als förderfähiges Leuchtturmprojekt vorstellen.

Kritisch sahen einige Räte die Überlegung, Solaranlagen bei Neubauten zur Pflicht zu machen. Auch der Verbraucherschutz rate davon ab, warf Tobias Meindl ein. Es erfolgte kein Beschluss, in diese Richtung weiter zu arbeiten.

Tobias Meindl regte an den Friedhofparkplatz an der Forststraße, der gut genutzt werde, auszubauen und zu erweitern. Auch Behindertenparkplätze in unmittelbarer Friedhofsnähe fehlten noch, ergänzte Johanna Erras-Dorfner.

Auf ihre Frage, wie der Sachstand in Sachen Sanierung der Grund und Mittelschule sei, informierte Bürgermeister Falk, dass man nicht weiter machen könne, da der Bescheid der Regierung der Oberpfalz immer noch ausstehe.

Die Errichtung der beiden E-Ladesäulen im Ortskern sei durchgeplant, es fehlten Teile, um das Projekt abzuschließen, so Bauamtsleiter Martin Beck. Die Grundkosten seien deutlich günstiger als bei der Säule am Monte-Parkplatz, wo sie 2000 Euro jährlich betrügen.

Neue Hortgruppe in Ehenfeld?

Das Kreisjugendamt sieht im Bereich Ehenfeld nicht nur den Bedarf von 15 Krippen- und 25 Kindergartenplätzen, sondern empfiehlt auch die Schaffung von 15 bis 25 zusätzlichen Hortplätzen. Josef Birner und Günther Amann wollten den Bedarf exakter ermittelt sehen, Johanna Erras-Dorfner meinte, die geplante Einführung der Ganztagsschule könnte den Bedarf verändern. Manuel Falk sah durch die klare Empfehlung des Jugendamts den Bedarf als gegeben, Christian Feja warf ein, man solle keine Fördermöglichkeiten verschenken. Christian Gnan meinte, das Jugendamt habe wohl Gründe für die Empfehlung. Wenn dann solle man das Projekt in einem Zug angehen, das sei wohl auch kostengünstiger.

Die weitere Diskussion machte klar, dass man die Angelegenheit nicht auf die lange Bank schieben könne aber wichtige Fragen offen seien. Die sollen bis zur Sitzung im Oktober geklärt werden, der geringe Zeitverlust sei verkraftbar, beschloss die deutliche Ratsmehrheit.

Bürger sehen Freiflächensolaranlagen kritisch

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