12.09.2019 - 17:05 Uhr
HirschauOberpfalz

Probealarm in Hirschau: Die Sirene heult - aber warum?

Die Sirene auf dem Hirschauer Rathausdach heult laut und ziemlich durchdringend. Soll sie auch: Dieser Alarm soll für Aufmerksamkeit sorgen. Aber wofür? Passanten, die man danach fragt, zucken mit den Schultern.

Der Probealarm am Donnerstag in Hirschau (Bild) und Königstein war nicht der übliche, der einmal im Monat läuft: Diesmal ging es um einen Warnton, der im Katastrophenfall zu hören ist und die Bevölkerung aufmerksam machen soll, das Radio einzuschalten.
von Heike Unger Kontakt Profil

Es ist tatsächlich ein Test. Aber was da genau getestet wird und was der Alarmton im Ernstfall bedeutet - mit Antworten auf diese Fragen tun sich die Leute bei einer kleinen Stichproben-Umfrage schwer. "Da wird wohl die Feuerwehr ausgerückt sein", mutmaßt eine Frau. Eine andere meint, das sei der übliche Probealarm. Den gebe es doch immer wieder mal. Aber irgendwie klinge der Ton heute doch etwas anders, räumt sie dann noch ein. Eine ältere Dame meint, sie habe da heute was "im Radio gehört mit der Sirene". Aber worum es genau ging, wisse sie nicht mehr.

In zwei Gemeinden

Diesmal war es nur ein Test, der zeigen sollte, ob die Sirenen wie geplant anspringen: Darauf hatte das Landratsamt vorab hingewiesen und mitgeteilt, dass der Probealarm im Landkreis nur in zwei Kommunen, Hirschau und Königstein, laufen werde. Das hat mit Betrieben in diesen Gebieten zu tun, die mit Gas und Chemikalien arbeiten. Die zuständigen Stellen halten sich bei diesem Thema allerdings bedeckt, weil sie niemanden beunruhigen wollen.

In einer Pressemitteilung des bayerischen Innenministeriums gibt es ein wenig mehr Information. Darin heißt es, dass die Bevölkerung mit dem Sirenen-Heulton "zum Beispiel bei der Freisetzung von luftgetragenen Schadstoffen gewarnt" werde. Gemeint ist, dass der Alarm ein Signal an die Bevölkerung ist, im Katastrophenfall das Radio einzuschalten, um Durchsagen zu hören - die dann beispielsweise darauf hinweisen, Fenster geschlossen zu halten und im Haus zu bleiben, wenn irgendwo eine größere Menge Gas ausgetreten und in die Umgebungsluft gelangt ist.

Warnung mit Lautsprecher-Fahrzeugen

Die Verbindung des Sirenen-Alarms mit Radio-Durchsagen scheint allerdings in der Bevölkerung nicht sehr präsent zu sein, was auch die kleine Umfrage am Donnerstag in Hirschau gezeigt hat. Allerdings setzen die Katastrophenschützer nicht nur auf diesen Weg, wie es in der Presseinfo des Ministeriums heißt: "In Gebieten, die besonders gefährdet sind, oder in der Umgebung von Einrichtungen mit besonderem Gefahrenpotential wird die Bevölkerung nicht nur mit Rundfunkdurchsagen gewarnt, sondern auch mit Sirenen und Lautsprecherfahrzeugen."

Auch eine App warnt

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe verweist bei diesem Thema auf die Warn-App "Nina" (Notfall-Informations- und Nachrichten-App). Über sie geben die zuständigen Stellen des Katastrophenschutzes amtliche Bevölkerungsschutz-Warnungen heraus. Auch Warnungen des Deutschen Wetterdienstes und der Landeshochwasserzentralen sind auf diesem Weg als sogenannte als Push-Benachrichtigung verfügbar.

Info:

Nicht der gewohnte Sirenen-Ton

Der Sirenen-Ton, der die Bevölkerung im Katastrophenfall aufmerksam machen soll, ist ein einminütiger Heulton. Das Innenministerium schreibt von einem „Alarm, der die Bevölkerung veranlassen soll, anlässlich schwerwiegender Gefahren für die öffentliche Sicherheit auf Rundfunkdurchsagen zu achten“. Der Ton unterscheidet sich deutlich von den gewohnten Sirenen-Klängen, mit denen im Landkreis vielerorts die Feuerwehr alarmiert wird.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Aktuell und Wissenswert

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.