06.10.2020 - 17:22 Uhr
HirschauOberpfalz

Ralf Bühler neuer Chef bei Conrad Electronic

Conrad Electronic bekommt einen neuen Chef. Ab Januar 2021 übernimmt Ralf Bühler. Der Manager hat einen klaren Auftrag: Den Elektronik-Spezialisten zurück in die Erfolgsspur zu führen. Der Weg dahin ist vorgezeichnet.

Ralf Bühler
von Wolfgang Würth Kontakt Profil

Überraschender Wechsel an der Spitze von Conrad Electronic: Ralf Bühler übernimmt zum 1. Januar als Chief Executive Officers (CEO, Vorsitzender der Geschäftsführung) von Hauptgesellschafter Werner Conrad. Der bisherige Chef wechselt in den Verwaltungsrat. Bühler verantwortet bereits den Geschäftskundenbereich und das Plattformgeschäft des Unternehmens. Diese Bereiche wird er auch als CEO weiter leiten.

30 Jahre Berufserfahrung

Bei Conrad ist der Manager aus dem Großraum München seit Mai 2019. Der damals 50-Jährige wechselte vom britischen Elektronik-Händler Premier Farnell in den Conrad-Vorstand. Mit Bühler kamen "30 Jahre Berufserfahrung in Vertrieb und Marketing" zu Conrad, hieß es damals in einer Branchenmitteilung.

"Ralf Bühler genießt das volle Vertrauen der Gesellschafter und des Verwaltungsrates und hat in den letzten Jahren bewiesen, dass er der richtige Mann ist", zitiert eine Unternehmensmitteilung Werner Conrad. Bühler gilt als Spezialist für das sogenannte B2B-Geschäft (Business to Business, also der Handel mit Geschäftskunden). In diesem Bereich sieht Conrad seine Zukunft, da das Online-Elektronik-Geschäft mit Privatkunden aufgrund der Konkurrenz aus China und den USA zunehmend schwieriger wird. Bühlers Aufgabe sei es, die zuletzt erarbeitete "Plattformstrategie europaweit auszurollen".

Conrad ist mit über 2200 Mitarbeitern, hauptsächlich an den Standorten Wernberg und Hirschau, einer der größten Arbeitgeber der nördlichen und mittleren Oberpfalz. In den vergangenen Jahren setzte die Konkurrenz im Online-Handel dem Unternehmen allerdings zu.

Die Conrad Firmenzentrale in Hirschau

Die Gesamtlage des Unternehmens sei zwar gut. "Allerdings konnten die Umsätze nicht wie erwartet gesteigert werden und das Betriebsergebnis ist gegenüber unseren ursprünglichen Erwartungen zurückgegangen", hieß es etwa im Geschäftsabschluss für das Jahr 2018, den das Unternehmen im Frühjahr 2020 im Bundesanzeiger veröffentlicht hat. Weiter weist das Unternehmen für das Jahr einen Verlust von über 10 Millionen Euro aus. Der Umsatz ging im Vergleich zum Jahr 2017 um 5,5 Prozent auf 1,014 Milliarden Euro zurück.

Filialbetrieb macht Sorge

Während das B2B-Geschäft wuchs, macht der Filialbetrieb Sorgen, "vor allem vor dem Hintergrund sinkender Besucherzahlen". Mit der Berufung Bühlers auf den CEO-Posten dürfte die Bedeutung des B2B-Geschäfts wachsen, die Zukunft der Filialen scheint ungewiss.

Stattdessen gibt Bühler das Ziel vor, "Conrad zur führenden europäischen B2B-Beschaffungsplattform für technischen Betriebsbedarf" auszubauen. Dabei stehen in der Geschäftsführung weiter Jürgen Groth für das operative Geschäft und der kaufmännische Leiter Jürgen Kassel zur Seite. Kassel wird laut Mitteilung mittelfristig in Ruhestand treten. Neben Werner Conrad zieht mit Tim Busse ein ausgewiesener B2B-Experte in den Verwaltungsrat ein. Ales Drabek wird dagegen die Geschäftsführung zum Jahresende verlassen.

Conrad Bilanz 2017

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