14.02.2020 - 09:19 Uhr
HirschauOberpfalz

Stadtrat Hirschau: Bei Schulsanierung Einsparungen eher gering

Weil die Lüftungsanlage wegfällt, werden bei der Generalsanierung der Hirschauer Schule 600 Quadratmeter Fläche im Keller frei, was Raum für Optimierungen bietet. Der Stadtrat Hirschau befasst sich mit diesem Thema und ist sehr unzufrieden.

von Gerhard FleischmannProfil

Obwohl sich laut Architekt die Photovoltaikanlage ökonomisch nicht rechnet, wird diese nicht gestrichen, ebenso wie das KNS-Bussystem, das deutlich mehr Flexibilität in der Elektrik bietet. Auch die Installationssäulen in den Klassenzimmern verbleiben. In der Haustechnik ergab sich durch den Wegfall der Lüftungs- und der Antennenanlage eine Einsparung von 411 200 Euro. Darüber hinaus kann die Tiefe der Schrankwände verringert werden, da die Lüftungsleitungen entfallen. Durch Umplanungen und Optimierungen im Gebäude ergeben sich weitere 155 000 Euro Einsparungspotenzial.

Die unangenehme Seite der Rechnung: Unterm Strich bleiben nur 245 000 Euro übrig. Kostensteigerungen durch Zeitverzug, die Erhöhung des Baupreisindex und ein Kostenanstieg beim Honorar wegen Mehrfach-Planungen neutralisieren 320 000 Euro der Gesamtsumme.

Zweiter Bürgermeister Josef Birner sah diese Posten als überzogen an, denn so lange sei der Baustopp nicht gewesen, meinte er. Alle Fraktionen zeigten sich jedoch mit der Höhe der staatlichen Förderung deutlich unzufrieden. Vor Jahren seien um die 70 Prozent Förderung in Aussicht gestellt worden, jetzt liege man um die 46 Prozent, lautete der Tenor. Es sei nicht nachzuvollziehen, dass das Planetarium in Ursensollen zu 80 Prozent gefördert werde, ebenso die Schule in Freudenberg - und die Hirschauer Schule liege so weit dahinter. Das könne nicht mit der Steuerkraft alleine begründet werden, zumal diese in den kommenden Jahren wohl deutlich sinke.

Günther Schuster monierte, dass die Fenster bei möglichen Einsparungen nicht einbezogen worden seien. Kämmerer Hermann Siegert ergänzte, dass durch die Änderungen ein modifizierter Förderantrag nötig sei, das könne die Förderung noch etwas erhöhen. Als einziger stimmte Christian Gnan gegen die Änderungen: Zum einen seien Einsparungen von knapp drei Prozent nicht der große Wurf, zudem sei er auch gegen den Wegfall der Lüftung gewesen.

Beim Antrag der SPD-Fraktion „Hirschau blüht auf“ war noch offen, ob die Vereine einbezogen werden. Bürgermeister Hermann Falk schlug vor, Vereine die Berührungspunkte mit der Thematik haben, zu einer Ideensammlung einzuladen, dann die Fachstellen einzubeziehen, um anschließend die Umsetzung sinnvoller Projekte durch die Stadt zu unterstützen. Aus dem Gremium kamen in Laufe der Diskussion vielfältige Ideen. Günther Schuster warnte vor vorschnellem Aktionismus.

In der Stadtkasse hatte sich zum Jahreswechsel ein Engpass ergeben. Die genehmigten 2,7 Millionren Euro Kassenkredit reichten nicht aus, so dass Bürgermeister Falk die Grenze im Rahmen einer Eilentscheidung auf vier Millionen Euro erhöht hatte. Kämmerer Hermann Siegert erläuterte die Problematik. Gewerbesteuer-Rückzahlungen und Verzögerungen bei erwarteten Zahlungs- und Zuschusseingängen hätten in der derzeit haushaltslosen Zeit für einen vorübergehenden Engpass gesorgt. Das Gremium genehmigte die Eilentscheidung, die das Landratsamtes genehmigt hatte, einstimmig.

Der Stadtrat bestätigte neue Kommandanten: von der Feuerwehr Weiher Norbert Stangl und Philipp Birner, von der Feuerwehr Krondorf-Burgstall Florian Dotzler und Andreas Amann. Bürgermeister Hermann Falk berichtete von einer Umfrage in den Kindergärten, deren Ergebnis in naher Zukunft vorgestellt werde. In all diesen Einrichtungen sei ein Mittagessen gewünscht, die Umsetzung könne man bei Einigkeit im Gremium auch vorziehen. Die Zustimmung würde mit der Bitte verknüpft, möglichst auf regionale Produkte zu setzen.

Johanna Erras-Dorfner gab eine Anregung aus Krickelsdorf weiter. Der Zeitpunkt, um die Verbindungsstraße über die Bundesstraße 299 bis Ölhof zu ertüchtigen sei jetzt optimal, meinte sie. Wegen der Bauwünsche in Steiningloh seien hinsichtlich des Grundstückserwerbs weitere Gespräche nötig, informierte der Bürgermeister Erras-Dorfner.

Wie geht es mit dem Kindergarten in Ehenfeld weiter, fragte Zweiter Bürgermeister Josef Birner an. Die Planungen für die vorübergehende Container-Lösung in Ehenfeld liefen, antwortete der Bürgermeister. Der anvisierte Umzugstermin 1. April könne aber wohl nicht gehalten werden. Die Ausnahmegenehmigung für die Unterbringung in der Hirschauer Schule könnte verlängert werden.

Peter Leitsoni fragte wegen des Kindergartengebäudes in Ehenfeld nach. Da ein Wertgutachten von der Diözese ausstehe, komme es zu Verzögerungen, informierte der Bürgermeister.

Mehr als ein Ärgernis stellt für Rudolf Wild die mutwillige Zerstörung von Wahlaufstellern dar. Für Hinweise aus der Bevölkerung setzte er 100 Euro Belohnung aus. Zweiter Bürgermeister Josef Birner berichtete, dass ihm zwei jugendliche Zerstörer nur knapp entkommen seien. Dem zustimmenden Nicken im Gremium was abzulesen, dass die Problematik wohl alle Parteien betrifft.

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