13.09.2019 - 12:20 Uhr
HirschauOberpfalz

Über 70 tote Fische: Stadtparkteich in Hirschau übersät mit Hundekotbeuteln

Mehr als 70 Fische sind im Stadtparkteich in Hirschau qualvoll verendet. Als das Wasser abgelassen wurde, zeigte sich die Ursache: Der Teichboden war übersät mit Hundekotbeuteln. Nur eine Woche später bot sich genau dasselbe Bild.

Hirschaus Bürgermeister Hermann Falk am jetzt erneut gesäuberten Stadtparkteich: Innerhalb einer Woche musste dieser zweimal abgelassen werden, weil der ganze Boden mit Hundekotbeuteln übersät war. Kein Wunder, dass hier über 70 Fische verendet sind.
von Heike Unger Kontakt Profil

Nicht nur einmal, sondern noch ein zweites Mal innerhalb weniger Tage eine solche Schweinerei: Bürgermeister Hermann Falk und Thomas Dotzler vom Bauamt sind entsetzt. Und auch ratlos: Wer tut so etwas? Der Stadtpark ist eine beliebte Strecke für Gassigeher, die hier auch einen Kotbeutelspender finden. In die Tüten sollen die Hundebesitzer die Häufchen ihrer Vierbeiner packen, um sie dann zu entsorgen. Das können sie auch direkt neben dem Teich tun: Hier steht ein Abfallbehälter.

Erbärmlicher Gestank

Stattdessen landeten aber unzählige Kotbeutel im Wasser. Ob Hundebesitzer sie dort hinein geworfen haben oder ob andere sie aus dem Müllbehälter am Teich genommen und dann versenkt haben, weiß keiner. Fest steht, dass schon vor einer Woche der Boden des Teichs mit solchen gefüllten Beuteln übersät war. Das war zunächst gar nicht zu sehen gewesen, wie Monika Reindl von der Stadtverwaltung berichtet. Mehrere Bürger hätten mitgeteilt, dass im Stadtparkteich immer mehr tote Fische mit dem Bauch nach oben schwimmen würden. Deshalb, und weil es auch erbärmlich stank, ließen Mitarbeiter des Bauhofs in der vergangenen Woche das Wasser im Teich ab, um der Sache auf den Grund zu gehen.

Ein paar Goldfische sind noch da. Über 70 aber haben den Umweltfrevel im Hirschauer Stadtparkteich nicht überlebt.

Tatsächlich fand sich genau hier die Ursache für Gestank und Fischsterben: "Der gesamte Teichboden war von unzähligen gefüllten Hundekotbeuteln übersät. Der nach und nach austretende Hundekot hatte das Wasser verschmutzt und die Fische so langsam eines qualvollen Todes sterben lassen", berichtet Reindl und spricht von einem "verheerenden Anblick".

Das Wasser abzulassen, den Teich sauberzumachen und neu zu befüllen, sei eine größere Aktion gewesen, bilanziert der Bürgermeister. Und ist immer noch fassungslos, dass Menschen Hundekotbeutel in ein Biotop werfen - insbesondere, weil es "bewohnt" ist. Die Stadt hat dort etliche Goldfische eingesetzt. Etliche von ihnen haben die Hundekot-Attacke nicht überlebt. Falk geht davon aus, dass sie "elendig verendet sind".

Schon zum zweiten Mal

Und dann das: Keine Woche später bot sich hier dasselbe Bild. Monika Reindl beschreibt es so: "Unzählige gelbe Kotbeutel schwimmen im Wasser und auch ganze Laibe altes und teilweise sogar verschimmeltes Brot werden hier entsorgt. Schon wieder sind mehr als zehn Fische qualvoll verendet." Waren das Hundebesitzer? Oder einfach Leute, die die Beutel aus dem Abfallbehälter geholt und ins Wasser geworfen haben? Bürgermeister Falk kann das nicht sagen. Er findet es traurig, dass Menschen "so verantwortungslos handeln und mit ihrem Verhalten nicht nur unserer Umwelt, sondern auch den Tieren erheblichen Schaden zufügen“. Gerade in Zeiten, "in denen Umweltschutz und der Erhalt unserer schönen Natur so groß geschrieben wird, sind solche Handlungen einfach nicht nachvollziehbar. Und in diesem Fall sind die Tiere die Leidtragenden".

Und nun? Eine lückenlose Überwachung des Teichs sei schwierig, meint Falk. Deshalb setzt der Bürgermeister darauf, dass verantwortungsbewusste Menschen, die im Stadtpark unterwegs sind, die Augen offen halten - und eingreifen, wenn Ähnliches wieder passieren sollte.

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