26.03.2020 - 14:14 Uhr
HirschauOberpfalz

Wasserwacht stolz auf neues Einsatzmittel: High-Tech-Büro mit Blaulicht

180 PS, LTE-Router, Außenmonitor, Laserdrucker, 3D-Sonar, Drohnenanschluss - das neue Einsatzfahrzeug der Hirschauer Wasserwacht hat es in sich.

„Wir haben mit dem Fahrzeug nun ganz neue Möglichkeiten die Einsatzleiter des BRK und der Wasserwacht vor Ort zu unterstützen", erklärt Michael Schmid, Kreisvorsitzender der Wasserwacht im Landkreis sowie in Hirschau.
von Andreas Brückmann (brü)Profil

Bereits seit 2014 betreibt die Wasserwacht Hirschau das Zugtruppfahrzeug des Wasserrettungszuges Amberg-Sulzbach. Nach sechs Jahren war es nun an der Zeit, das damals gebraucht erworbene Fahrzeug durch ein neues zu ersetzen.

Die Wahl fiel auf einen fabrikneuen MAN TGE mit 180 PS, mittlerem Radstand und Hochdach. Das 3,5 Tonnen schwere Fahrzeug ist bereits ab Werk mit einer Klimaanlage und Standheizung ausgestattet. Auch die vielen Assistenzsysteme überzeugten die Mitglieder der Wasserwacht und sorgen bei den Einsatzfahrten künftig für eine zusätzliche Sicherheit.

Der komplette Ausbau des Fahrzeuges wurde zu 100 Prozent in Eigenleistung durchgeführt. Nur so konnte ein Gesamtpreis von unter 70 000 Euro erzielt werden. "Ein vergleichbares Fahrzeug, über einen Rettungsdienst- oder Feuerwehrausbauer beschafft, würde deutlich mehr als das doppelte Kosten", heißt es bei der Hirschauer Wasserwachtsführung.

Viele Unterstützer

"Die Beschaffung war nur dank der großzügigen Unterstützung des Fördervereins der Wasserwacht Hirschau, des BRK-Kreisverbandes, des Landrats, der beiden Städte Schnaittenbach und Hirschau und zahlreicher Sponsoren möglich. Eine offizielle staatliche Unterstützung gibt es für diese Art von Fahrzeugen aktuell noch nicht", erklärt Michael Schmid, Vorsitzender der Kreiswasserwacht Amberg-Sulzbach und zugleich der Hirschauer.

Im Fahrzeug wurden unter anderem drei digitale Lardis-Funkplätze, drei feste und ein tragbarer Arbeitsplatzrechner mit der Software Einsatzstellenverwaltung, ein DIN-A3-Farblaserdrucker (für Karten), ein DIN-A4-Multifunktionslaserdrucker, ein LTE-Router, eine selbstausrichtende Satellitenanlage (Internet und VOIP), eine Dachklimaanlage, ein Helfer-Ortungssystem und vieles mehr verbaut. Auch ein Außenmonitor und ein Besprechnungsraum für vier Personen wurden integriert. Im Fahrzeug finden insgesamt fünf Helfer und ein Gruppenführer Platz. Ihre Aufgabe ist es bei Einsätzen, den diensthabenden Einsatzleiter Wasserrettungsdienst bzw. Zugführer bei seiner Arbeit zu unterstützen und die Arbeiten an der Einsatzstelle zu organisieren und zu dokumentieren.

Das Einsatzspektrum geht aber weit über die "normalen" Wasserrettungseinsätze hinaus. Der neue Einsatzleitwagen wird bei größeren Schadenslagen im Landkreis automatisch alarmiert und übernimmt dort den Einsatzabschnitt "Rettungsmittelhalteplatz". Hier konnten die ehrenamtlichen Helfer in den vergangenen Jahren (zum Beispiel bei den beiden Evakuierungen nach Bombenfund in Kümmersbruck) wichtige Erfahrungen sammeln. Auch überörtlich ist das Fahrzeug in die Alarmierungsplanungen fest integriert. Als Wasserwacht Oberpfalz 12-1 führt es die Einsätze des Wasserrettungszuges- und der Task-Force-Oberpfalz des Bezirksverbandes.

In sechs Monaten gebaut

Im Rahmen der Einsätze der Fachgruppe Ortung wird der Einsatzleitwagen, zur Unterstützung der örtlichen Einheiten, zu Vermisstensuchen Land und Wasser in der gesamten Oberpfalz alarmiert. Für diese Einsätze wird neben einem Helferortungssystem auch die einzige im Landkreis verfügbare Drohne mit Wärmebildkamera mitgeführt. Die bereits 2018 beschaffte Drohne ist komplett mit dem Fahrzeug vernetzt. So können die Drohnenbilder in Echtzeit auf den Info-Monitoren oder auf dem fest verbauten Außenmonitor wiedergegeben und auf den Arbeitsplatzrechnern zur Auswertung gespeichert werden. Ebenfalls ist die Übertragung des Video-Signals des Tauchroboters oder des 3D-Side-Scan-Sonars in das Fahrzeug möglich.

Mit einer Planungs- und Bauzeit von nicht einmal sechs Monaten können die Hirschauer Wasserwachtler zu Recht stolz auf dieses außergewöhnliche Fahrzeug sein. "Die ehrenamtlichen Mitglieder der Hirschauer Wasserwacht haben es geschafft, innerhalb von nur drei Wochen aus einem einfachen Transporter ein hochmodernes und professionelles Einsatzleitfahrzeug zu bauen. Auf diese Leistung können sie zurecht stolz sein", freut sich Schmid.

"Wir haben mit dem Fahrzeug nun ganz neue Möglichkeiten die Einsatzleiter des BRK und der Wasserwacht vor Ort zu unterstützen." Die offizielle Fahrzeugweihe soll bei den Feierlichkeiten zum 50-jährigen Bestehen der Ortsgruppe am Samstag, 1. August, im Freizeitpark am Monte-Kaolino in Hirschau stattfinden.

Blick ins Innere des Einsatzwagens.
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