16.10.2019 - 12:28 Uhr
HirschauOberpfalz

Wurzelstöcke in fremdem Wald entsorgt

Der Wald wird immer wieder als Müllhalde missbraucht – auch in Hirschau. Hermann Knietsch kann seit heuer ein Lied davon singen. Unbekannte missbrauchen sein Waldstück als Wurzelstock-Deponie.

Waldbesitzer Hermann Knietsch ist zu Recht mehr als sauer. Unbekannte benutzen sein Waldstück als Wurzelstockdeponie. Wird der Übeltäter nicht gefunden, bleibt er auf den Entsorgungskosten sitzen.
von Werner SchulzProfil

Ein halbes Tagwerk groß ist das Waldstück in der Nähe des Hochbehälters der Hirschauer Wasserversorgung, das Hermann Knietsch seit 15 Jahren gehört und das er mit Hingabe und Liebe pflegt. Dass er Mitte März dort wieder nach dem Rechten sah, hatte einen guten Grund: Wenige Tage vorher hatte Sturm "Eberhard" in den Wäldern der Region Amberg-Sulzbach für umgestürzte Bäume gesorgt.

Auch der Kirchenverwaltung der Stadtpfarrei Mariä Himmelfahrt bereitet die wilde Ablagerung von Gartenabfällen Ärger. Betroffen ist vor allem eine Stelle im Kirchenwald „In der Frühmeß“. Daran hat auch das Aufstellen eines Verbotsschildes nichts geändert.

Gott sei Dank gab es in seinem Wald keine Sturmschäden! Dafür wartete auf ihn eine andere höchst unangenehme Überraschung. Unmittelbar neben einem Waldweg hatten Unbekannte einen Haufen dicker Wurzelstöcke samt Baumstümpfen ins Gehölz geworfen. Sein Ärger darüber war nur zu verständlich. Noch größer wurde der Verdruss, als er wegen der wilden Ablagerung bei der Stadtverwaltung, beim Landratsamt und bei der Polizei vorsprach. "Der Tenor der Gespräche war, dass Wurzelstöcke doch in den Wald gehören." Da sie bei den hiesigen Behörden nicht als Müll gelten, hätten diese auch nichts unternommen.

Knietsch: "Ich hatte zumindest erwartet, dass die Behörden in der Zeitung auf die wilde Ablagerung aufmerksam machen!" Wegen der Größe der Wurzelstöcke kann er diese nicht kostenlos über den Wertstoffhof entsorgen. Er müsste die Kosten für eine ordnungsgemäße Entsorgung tragen. "Dort liegenbleiben können sie auf keinen Fall, da ihr Zerfall einige Jahrzehnte dauert." Knietsch weist darauf hin, dass Wurzelstöcke durchaus als Gartenabfälle gelten und das wilde Ablagern derartiger Afälle in der Natur eine Ordnungswidrigkeit darstellen und mit einer Geldbuße belegt werden.

Zu allem Überdruss musste der Waldbesitzer am 1. Oktober feststellen, dass die illegale Wurzelstockdeponie noch einmal gewaltig Zuwachs bekommen hat. Gleich neben dem ersten fand er einen zweiten Haufen vor. Wie im Frühjahr hatte kurze Zeit vorher das Sturmtief "Fabienne" in der Region massive Schäden angerichtet. Sein Entsorgungsproblem ist also noch größer geworden. Knietsch hofft nun, dass er durch eine Presseveröffentlichung Hinweise auf den Übeltäter bekommt. Für Hinweise wären auch Förster Christoph Lauerer und Erwin Bauer von der Kirchenverwaltung der Stadtpfarrei Mariä Himmelfahrt dankbar. An einer Stelle im Kirchenwald "In der Frühmeß" werden immer wieder größere Mengen an Gartenabfällen abgelagert - dies obwohl Bauer dort ein Schild "Schutt abladen verboten" aufgestellt hat.

Förster Lauerer: "Genauso wie im Fall Knietsch ist der Missbrauch eines fremden Waldes als private Biomülldeponie auch in unserem Fall nicht legal. Das Problem ist das Erwischen der Verursacher." Leider habe eine Anzeige gegen Unbekannt ohne begründeten Verdacht wenig Sinn. Umso wichtiger wäre es, Hinweise aus der Bevölkerung zu bekommen.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

Aktuell und Wissenswert

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.