12.11.2018 - 15:50 Uhr
HirschbachOberpfalz

Bürgerbegehren in Hirschbach: Ausgang war allen klar

Hirschbach und Königstein arbeiten schon seit Jahren an einer Kooperation. Ein Gesamtpaket soll auch Zusammenlegungen in Sachen Senioren, Dorftreff, Bauhof oder Kinder möglich machen. Letzteres kann nun gestrichen werden.

Das Schulhaus Königstein: Hier hätten beide Kindergärten einziehen können. Nun tun das eventuell die Königsteiner auch alleine.
von Andreas Royer Kontakt Profil

(oy) Der Kindergarten St. Johannes bleibt in Eschenfelden. Das Ergebnis des Bürgerbegehrens vom Sonntag spricht eine deutliche Sprache: 477 Wähler wollen am "Kindergarten St. Johannes - überschaubar, klein, bezahlbar" festhalten, 102 Bürger favorisieren die von Bürgermeister Hans Durst unterstützte Verlegung der Einrichtung ins leerstehende Königsteiner Schulhaus.

Es bleibt also für die Gemeinde Hirschbach dabei, dass in zwei Altersgruppe je zwei Erzieherinnen und Kinderpflegerinnen im evangelischen Kindergarten bis zu 50 Kinder betreuen. Das forderten schon im Vorfeld mehr als 450 Gemeindebürger von Hirschbach mit ihrer Unterschrift für ein Bürgerbegehren. Auf Nachfrage zeigte sich Königsteins Bürgermeister Hans Koch nicht überrascht vom Ausgang des Bürgerentscheids und hat auch Verständnis für teils emotionale Reaktionen von Betroffenen. Dies sei gerade im Bereich der Kinderbetreuung durchaus normal.

"Schon im Vorfeld zeichnete sich in etwa so ein Ausgang ab. Es ist nur schade, dass nun unsere auf einer Klausur getroffene Vereinbarung nicht umgesetzt werden kann. Damit hätten wir in einem interkommunalen Prozess ja erst die Kosten einer Zusammenlegung ermittelt und dann detaillierte Planungen zur Machbarkeit vorstellen können, über die schließlich auch unter Einbindung der Bürger gesprochen worden wäre", bedauert Hans Koch. Dies habe die Bürgerinitiative nicht berücksichtigt.

Eventuell auch alleine

Der Königsteiner Rathauschef geht auch nicht von Ausgleichszahlungen für den Leerstand im Schulgebäude aus, da es dem Schulverband gehöre. "Unser Kindergarten wird nach Berücksichtigung der finanziellen Aspekte eventuell auch alleine ins Schulgebäude umziehen." Koch gab sich am Telefon überzeugt, dass man auch gemeinsam eine vernünftige Lösung gefunden hätte. "Unser Verhältnis ist jetzt nicht etwa eingetrübt, aber es stellt sich schon die Frage, ob künftig auf getroffene Vereinbarungen Verlass ist."

Auch für Hirschbachs Bürgermeister Hans Durst kam der Ausgang des Bürgerbegehrens nicht überraschend, da er die Stimmungslage kannte. "Das Ergebnis ist zu akzeptieren, ließ bei der Fragestellung, ob man für den Erhalt des Kindergartens Eschenfelden sei, fast keinen anderen Ausgang zu." Enttäuscht zeigt sich Durst über persönliche Angriffe, die generell seinen Politikstil anzweifeln, weshalb er auch eine gewisse politische Motivation bei den Initiatoren vermutet.

"Bei der Zahlen-Ermittlung und den weiteren Planungen hätten wir ja gerne die Bürger mit ins Boot genommen, aber dazu ist nun erst gar nicht gekommen", teilt Hans Durst die Ansicht seines Königsteiner Kollegen. Er werde zunächst einmal in Sachen Eschenfeldener Kindergarten nichts mehr angehen, es sei denn, notwendige Instandhaltungen oder dergleichen müssten erledigt werden. "Für unsere Kinder ändert sich jedenfalls erst einmal nichts. Ich gebe aber zu bedenken, dass für einen Umbau auch richtig Geld in die Hand genommen werden muss."

Sinnvolle Nutzung

Für Hans Durst ging es als Bürgermeister einer dem Schulverband zugehörigen Kommune zunächst einmal um eine sinnvolle Nutzung des leerstehenden Schulgebäudes in Königstein. So hätte seiner Meinung nach eine Kita mit längeren Öffnungszeiten, mehr Personal, anderen Fördermöglichkeiten und genügend Platz realisiert werden können.

Bürgerentscheid in Hirschbach

Eschenfelden bei Hirschbach
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