16.08.2018 - 11:24 Uhr
HirschbachOberpfalz

Musikgenuss unter der Linde

„As Kirwerl is kumma, as Kirwerl is dou – trulijö, trulijö, trulijö“: Das Lied zieht sich als akustischer roter Faden durch das Hirschbacher Kirchweihwochenende. Entweder singen es die Boum, oder es klingt instrumental durchs Tal.

Teilansicht des Orchesters in Hirschbach bei der Noukirwa.
von Pauline ReglerProfil

Einen besonderen Hörgenuss gibt es am Montag bei der Noukirwa unter der Linde beim Goldenen Hirschen. Hier versammelt sich seit Jahrzehnten eine illustre Schar an Musikanten, um Kirwa-Schlager in Blaskapellenstärke erklingen zu lassen.

Wann diese Tradition aufkam, lässt sich gar nicht mehr genau sagen. Aber seit vielen Jahren sorgt Klaus Hauenstein dafür, dass seine Musikerkollegen diesen Termin nicht vergessen. Auch dieses Jahr kamen wieder 28 Akteure zusammen. Natürlich sind das nicht immer die gleichen, aber es gibt schon einen bestimmten Kreis, der fast immer dabei ist. Die frei werdenden Plätze der Älteren, die ihr Instrument an den Nagel hängen, werden durch aussichtsreiche junge Talente besetzt.

Als Urgestein dabei ist neben Klaus Hauenstein vor allem Willi Hafner, mit 82 Jahren der älteste Musikant. Er hat nach einem schweren Unfall sein „zweites Leben“ wieder gut im Griff. Fast wie bestellt war auch die Instrumentenauswahl. Fünf Trompeten, fünf Klarinetten, sieben Akkordeons und Harmonikas, drei Bässe, drei Tenorhörner und drei Schlagwerkzeuge gaben den Ton an. Auch eine Gitarre, eine Posaune und ein Banjo waren mit von der Partie. Die Posaune wurde von einem ebenso treuen Mitspieler beigesteuert; dem blinden Harald Pilhofer aus Edelsfeld, der noch nicht oft gefehlt hat.

Fehlen will auch Landrat Richard Reisinger beim Musikantenfrühschoppen nicht, ebenso wenig wie einige treue Besucher aus Mittelfranken. Unter anderem kommen der Altbürgermeister der Gemeinde Pommelsbrunn, Werner Oberleiter, und die Vorsitzende der ARGE Volksmusik, Grit Bach, regelmäßig am Kirwamontag nach Hirschbach. Natürlich war der Wirtsgarten und die angrenzende Straße bis auf den letzten Platz gefüllt. Das Meer der Sonnenschirme dämpfte den Kirwasound aber kaum.

Das Team vom Gasthof leistete wieder einmal Schwerstarbeit. Eine kleine Entlastung bot der Förderverein des Freibads, der am Dorfplatz Bratwürste grillte. Die Ohrwürmer der Kirchweih wurden wieder phänomenal interpretiert, und das, obwohl es ja vorher keine Probe gibt. Dass auch der „Böhmische Traum“ konzertant geboten wurde, sorgte für die eine oder andere Gänsehaut.

Allerdings wissen manche Zuhörer diese Leistungen kaum zu würdigen. Dass im Apfelpflücker von Klaus Hauenstein, mit dem er einen kleinen Obolus einsammelte, auch ein abgenagtes Ripperl lag, grenzt schon an eine Beleidigung. Der vereinnahmte Geldbetrag war eher bescheiden und wurde vom Wirt Günther Zuber ansehnlich erhöht.

Nachdem das große Konzert vorüber und die auswärtigen Musikanten verschwunden waren, übernahm wieder die Hirschbacher Besetzung das Regiment beim zweiten Austanzen des Kirwabaums durch die ältere Generation. Bei den „Senioren“ klingelte der Wecker etwas früher, als Oberkirwapaar wurden Tanja und Christof Müller bestimmt. Mit musikalischer Begleitung ging’s danach ein letztes Mal durchs Dorf bis nach Unterhirschbach ins Gasthaus Mittelbergwand, wo die Noukirwa zu Ende ging.

Klaus Hauenstein in seinem Element.
Die kleine Besetzung unterm Lindenbaum in Hirschbach
Das Oberkirwapaar der älteren Generation, Tanja und Christof Müller.
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