09.05.2019 - 11:38 Uhr
Ettmannsdorf bei SchwandorfOberpfalz

Mit den Hochburgen auf Augenhöhe

Die DJK Ettmannsdorf ist einer der herausragenden Tischtennisvereine in der Region. Aufgrund der hervorragenden Jugendarbeit kehrt das Damenteam nun sogar in die Regionalliga zurück.

Spitzenspielerin Milena Burandt will heuer deutsche Schülermeisterin werden.
von Rudolf Hirsch (RHI)Profil

Wenn die Tischtennis-Damen der DJK Ettmannsdorf in den Hochburgen Jena und Wombach antreten, wird Hans Bruckner schon ein bisschen neidisch. Dort gibt es bezahlte Trainer und Betreuer, Sponsoren aus der Wirtschaft, professionelles Umfeld. „Da können wir als kleiner Verein mit 240 Mitgliedern nicht mithalten“, sagt der DJK-Vorsitzende. Und dennoch spielten die Ettmannsdorfer DJK-Damen lange Zeit auf Augenhöhe mit den „Großen“ in der Regionalliga.

Nur noch fünf Teams

Jedenfalls bis zum 29. November 2018. An diesem Tag musste Bruckner das Team aus der vierthöchsten deutschen Spielklasse wegen Spielermangels zurückziehen. Doch der Vereinsvorsitzende ist nicht nur an der Platte ein Kämpfer, sondern auch auf der Funktionärsebene. Er gab nicht so schnell auf, auch dann nicht, als drei Vorstandsmitglieder kurzerhand hinwarfen und zurücktraten.

Inzwischen ist der Vorstand wieder komplett und leitet einen „Schrumpfungsprozess“ ein. Von ehemals 13 Mannschaften bleiben in der neuen Saison nur noch 5 übrig. Aber das Entscheidende: Die DJK Ettmannsdorf bleibt der vierthöchsten Spielklasse erhalten, denn die zweite Damenmannschaft holte sich den Meistertitel in der Oberliga und steigt nun in die Regionalliga auf. Dort, wo die DJK-Damen drei Jahre lang eine wichtige Rolle spielten und sogar an die Tür zur dritten Bundesliga klopften.

Immer wieder neue Talente

„Diesen Erfolg verdanken wir vor allem Jugendtrainer Thomas Körtl“, ist sich Hans Bruckner bewusst. Er fördert den Nachwuchs seit 30 Jahren und bringt immer wieder neue Talente hervor. So wie zuletzt Milena Burandt, Franziska Brickl, Hannah Eschenbecher und Katrin Brickl, die heute die „ersten Vier“ des neuen Regionalliga-Teams bilden. Den Kader ergänzen Jennifer Berner und Aurelia Roban.

Hohes sportliches Niveau

Dem DJK-Vorsitzenden Hans Bruckner (rechts) und dem Fördervereinsvorsitzenden Thomas Fischer (links) gelingt es seit Jahren, in Ettmannsdorf mit bescheidenen Mitteln ambitionierten Tischtennissport zu bieten.

Der DJK-Vorsitzende ist froh, dass den Spielerinnen damals der Sprung in die dritte Bundesliga nicht gelungen ist. Diesen Kraftakt hätte der Schwandorfer Vorstadtverein nicht stemmen können. „Da hätten wir uns mit Spielerinnen verstärken müssen, die Geld kosten“, sagt Thomas Fischer. Er ist Vorsitzender des Fördervereins und macht es möglich, dass sich die Regionalliga-Mannschaft die Auswärtsfahrten und einen ungarischen Honorartrainer leisten kann. Die Zuschauer bekommen also auch in Zukunft Tischtennissport auf hohem Niveau zu sehen. Von jungen Eigengewächsen, die bis in die Regionalliga durchmarschiert sind.

Erfolge für Realschule

Von der erfolgreichen Jugendarbeit der DJK Ettmannsdorf profitiert auch die Mädchenrealschule in Schwandorf. Drei Spielerinnen gehen dorthin und sorgen dafür, dass die Bildungsstätte heuer zum dritten Mal an den deutschen Schulmeisterschaften in Berlin teilnimmt.

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