24.01.2020 - 14:24 Uhr
Höflas bei VorbachOberpfalz

Dorfkerne lebendig erhalten

"Es ist positiv und nicht selbstverständlich, dass die Bürger in der Gemeinde Vorbach für die bevorstehende Bürgermeisterwahl zwei Kandidaten zur Auswahl haben." Darauf macht Bürgermeister Werner Roder aufmerksam.

In die Jahre gekommen ist der Biberbach, dessen Neugestaltung ein Ziel der Freien Wähler.
von Externer BeitragProfil

Mit diesem Hinweis eröffnete das amtierende Gemeindeoberhaupt laut einer Mitteilung der Freien-Wähler-Gemeinschaft Vorbach/Oberbibrach/Höflas (FWG) deren politischen Frühschoppen im Kapellenstüberl. Blicke man über die Gemeindegrenzen hinaus, werde klar, dass es nicht einfach sei, Menschen zu finden, die in der Kommunalpolitik Verantwortung übernehmen wollen. „Viele wollen sich das nicht antun“, erklärte Roder.

Aus seiner Wahlempfehlung machte er dann auch keinen Hehl: Mit Vorsitzendem Manfred Plößner kandidiere ein Bewerber für das Bürgermeisteramt, der dafür absolut geeignet sei. Plößner bringe aufgrund seines politischen und beruflichen Werdegangs einen erheblichen Wissensvorsprung mit. Außerdem sei er in der Gemeinde geboren, aufgewachsen und fest verwurzelt. „Er weiß, wie die Menschen hier fühlen und denken“, sagte der Bürgermeister.

Der FWG-Vorsitzende blickte anschließend auf die Zeit seit der letzten Wahl zurück. „Die Ziele, die wir uns 2014 gesteckt hatten, konnten bis auf zwei erreicht werden“, merkte er an. Trotz intensiver Suche sei kein Arzt für die Gemeinde gefunden worden, und der Zustand des Bahngeländes in Vorbach sei auch nach mehreren Gesprächen mit den Verantwortlichen der Deutschen Bahn nach wie vor unbefriedigend.

Demgegenüber stünden jedoch zahlreiche erfolgreiche Projekte, betonte Plößner: wie die Dorferneuerungen in Vorbach und Höflas, die Erschließung neuer Baugebiete in Vorbach und Oberbibrach, die Verbesserung der Breitbandversorgung im gesamten Gemeindegebiet, die Sanierung mehrerer Straßen und Wege, der Radwegbau in Richtung Speinshart und die Bestellung eines Fahrzeugs für die Feuerwehr Vorbach.

Gar nicht auf dem Zettel habe vor sechs Jahren dabei das kommunale Mietwohngebäude gestanden - umso schöner, wenn diese geförderte Maßnahme quasi zusätzlich umgesetzt wurde, hob der Bürgermeisterkandidat hervor. Und trotz zahlreicher Investitionen sei die Gemeinde heute schuldenfrei. „Weiterhin solide Finanzen“: Diese Prämisse gelte auch für die zwölf Ziele, die in der nächsten Wahlperiode umgesetzt werden sollen.

Plößner ging dabei schwerpunktmäßig auf das „Große Dorferneuerungsverfahren“ in Oberbibrach ein, wo die Sanierung des Biberbaches anstehe. Ein vernünftiger Ausbau des Bachlaufes in Einklang mit notwendigen Maßnahmen für den Hochwasserschutz müsse hier erfolgen, forderte er. Der Gemeinde- und Kreisrat, der selbst Anlieger des Fließgewässers ist, blickte zurück: „Die damaligen Verantwortlichen wussten schon, was sie getan haben. Die Tieferlegung des Bachbetts hat den Oberbibrachern einige Hochwasser erspart.“

Ferner sei ein Mietwohngebäude nach Vorbacher Vorbild auch in Oberbibrach wünschenswert, da sowohl potenzielle Flächen als auch der Bedarf vorhanden seien. „Ich bin kein Gegner von weiteren Neubaugebieten, aber wir müssen zunächst darauf achten, dass die Dorfkerne lebendig bleiben - auch damit der Flächenverbrauch nicht ausufert“, erklärte der Bürgermeisterkandidat. Ausdrücklich setzte er sich zudem für die Stärkung der beiden Feuerwehren ein: Für das neue Feuerwehrfahrzeug in Vorbach sei auch ein neues Gerätehaus nötig, machte er deutlich, und auch die Oberbibracher Wehr benötige bald ein neues Fahrzeug.

Im Blickpunkt:

Schulstandort erhalten, Abwanderung verhindern

Bürgermeisterkandidat Manfred Plößner will bei den Wahlveranstaltungen keine „One-Man-Show“. Deshalb reichte er zum Abschluss das Wort an drei der Gemeinderatskandidaten weiter. Manfred Hörl aus Höflas hob vor allem die Bedeutung eines guten Zusammenlebens in der Gemeinde hervor. Er fühle sich als gebürtiger Tremmersdorfer sehr wohl in der Kommune und wolle sich dafür einsetzen, dass dies auch so bleibe.

Sebastian Pittner aus Vorbach, der bereits dem aktuellen Gemeinderat angehört, hielt es für wichtig, dass eine vernünftige Diskussionskultur herrscht und die getroffenen Entscheidungen zielstrebig verfolgt werden. Sein Ziel ist eine lebenswerte Heimat mit attraktiven Freizeitangeboten und einer guten Infrastruktur: „Künftige Investitionen müssen angemessen, aber unbedingt zukunftssicher getätigt werden.“

Dominik Eckert aus Oberbibrach war vor allem der Erhalt des Schulstandorts in Oberbibrach wichtig. Kleine Klassen, in denen die Kinder individuell gefördert werden können, kurze Schulwege und eine Offene Ganztagsschule, die durch den Verein "Hängematte" ein hervorragendes und überdurchschnittliches Angebot liefere, seien keine Selbstverständlichkeit. Pittner und er sprachen sich auch dafür aus, die Digitalisierung in den Klassenzimmern voranzutreiben und die Außensportanlagen attraktiv zu gestalten.

Eckert betonte, dass der Schulstandort natürlich in erster Linie von der Kinderzahl abhängig sei, und schlug deshalb vor, zum Beispiel durch Förderprogramme der Gemeinde die Abwanderung junger Familien zu verhindern oder Anreize für den Zuzug zu schaffen. Eine wesentliche Rolle, so waren sich alle einig, spielten dabei die örtlichen Vereine, die der Kit für das soziale Leben seien und daher unterstützt werden müssen. Beispielhaft sei hierfür das Kinderferienprogramm der Vereine zu nennen, an dem im vergangenen Jahr 140 Kinder und Jugendliche teilnahmen - und das nahezu kostenlos. (exb)

Zahlreiche Zuhörer finden sich beim politischen Frühschoppen der FWG im Höflaser Kappellenstüberl ein.
Bei der Neugestaltung des Biberbaches müssten Renaturierung und Hochwasserschutz vereinbart werden, meint Bürgermeisterkandidat Manfred Plößner, der selbst Anlieger ist.
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