Elend zum Greifen nah

Manchen, die erstmals dabei sind, verschlägt's die Sprache: Solches Elend im Osten des geeinten Europas haben sie nicht für möglich gehalten. Hilfe ist nötig. Auch wenn es nur einmal im Jahr das Paket der Weihnachtstrucker aus Högling ist.

So sieht es aus in Teilen des geeinten Europas: Wenn die Trucker nach Rumänien kommen, stehen sie vor einsturzgefährdeten menschlichen Behausungen, in denen es weder fließendes Wasser noch Strom gibt. Erwachsene und Kinder leben im Dreck und Morast.
von Autor HOUProfil
Heimkinder, die nichts haben und von den Weihnachtstruckern mit Geschenkpaketen bedacht wurden. Ihre Dankbarkeit nahmen die Helfer als Lohn mit heim in die Oberpfalz. Bild: exb
16720 Geschenkpakete luden die am zweiten Weihnachtsfeiertag in Högling gestarteten Trucker in rumänischen Ortschaften ab und brachten sie zu Armen, Kranken und vor allem zu bedürftigen Kindern.

1500 Kilometer hin und die gleiche teils unwegsame Strecke wieder zurück. Warum tun sie sich das an, die Männer und Frauen, deren ehrenamtliche Arbeit nur mit dem täglich ausgereichten Proviant belohnt wird? "Weil dort in Rumänien Menschen warten, die nichts haben", sagt Uli Bauriedl. Er hat erneut den aus zwölf Lastzügen bestehenden Konvoi mit Geschenkpaketen organisiert. Gestartet wurde am zweiten Weihnachtsfeiertag vor den Werkstoren der Firma Godelmann in Högling. Dort arbeitet Bauriedl als einer, der für alle technischen Abläufe zuständig ist und von Seiten der Inhaberfamilien die Freiheiten für seine ehrenamtliche Tätigkeit als Organisator der zum elften Mal in Szene gesetzten Aktion erhält.

Die Fahrt des guten Willens steht unter dem bayernweiten Patronat der Johanniter. Sie brachten diesmal 57 552 Geschenkpakete in insgesamt 45 Lastzügen auf den Weg nach Osteuropa. In Högling traten zwölf Lkw ihre Fahrt mit 16 720 Kartons an. Darin befanden sich Lebensmittel, Hygieneartikel, Schokolade und Plüschtiere. "Für uns ein absoluter Rekord", wie Uli Bauriedl mit Dankesworten an die Spender feststellte. Er hat alle bisherigen Transporte federführend begleitet und weiß: "Wer da zum ersten Mal hinkommt, kann die Armut nicht fassen." Elendsbehausungen mitten in Europa. Einsturzgefährdete Hütten und Häuser ohne fließendes Wasser und Strom. Ein Leben für Erwachsene und Kinder im Morast. Ratten sind Dauergäste.

Die Weihnachtstrucker hatten genaue Ausgabepläne. Sie steuerten Bergdörfer an, stoppten vor Kinderheimen und Armenküchen. Dort wurden die Pakete abgeladen und an Bedürftige ausgegeben. "Auch diesmal ist kein Karton in falsche Hände geraten", hat Bauriedl nach der Rückkehr des Teams berichtet. Das Freudenlicht in Rumänien soll auch 2019 wieder angezündet werden.

Als der Lkw-Tross kurz vor dem Jahreswechsel nach strapaziöser Tour aus Osteuropa zurückgekehrt war, kam dies dem Auftakt für eine neue Aktion gleich. Die Vorbereitungen haben begonnen. Mit einer hohen Hürde. Denn die Zahl von 16 720 Paketen will erst mal überboten sein.

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