1500 Kilometer hin und die gleiche teils unwegsame Strecke wieder zurück. Warum tun sie sich das an, die Männer und Frauen, deren ehrenamtliche Arbeit nur mit dem täglich ausgereichten Proviant belohnt wird? "Weil dort in Rumänien Menschen warten, die nichts haben", sagt Uli Bauriedl. Er hat auch diesmal den aus zwölf Lastzügen bestehenden Transport mit Geschenkpaketen organisiert.
Gestartet wurde am zweiten Weihnachtsfeiertag vor den Werkstoren des Steinerzeuger-Unterehmens Godelmann in Högling. Dort arbeitet Bauriedl als einer, der quasi für alle technischen Abläufe zuständig ist und von Seiten der Inhaberfamilien die notwendigen Freiheiten für seine ehrenamtliche Tätigkeit als Organisator der heuer zum elften Mal in Szene gesetzten Paketaktion erhält.
Die traditionelle Fahrt des guten Willens steht unter dem bayernweiten Patronat der Johanniter. Sie brachten diesmal 57 552 Geschenkpakete in insgesamt 45 Lastzügen auf den langen Weg nach Osteuropa. In Högling traten zwölf Lkw ihre Fahrt an. Auf ihren Ladeflächen befanden sich 16 720 Kartons mit Lebensmitteln, Hygieneartikeln, Schokolade und Plüschtieren für Kinder. "Für uns ein absoluter Rekord", wie Uli Bauriedl mit Dankesworten an die Spender feststellte.
Der Mann aus Högling hat alle bisherigen Transporte federführend begleitet. Aus seiner Erfahrung weiß er: "Wer da zum ersten Mal hinkommt, kann die Armut nicht fassen". Elendsbehausungen mitten in Europa. Einsturzgefährdete Hütten und Häuser ohne fließendes Wasser und Stromversorgung. Ein Leben für Erwachsene und Kinder im Morast. Ratten sind Dauergäste. Dem Staat, ansonsten bei Prunkbauten zu eigener Nutzung recht großzügig, scheint das egal zu sein. Er ignoriert diese katastrophalen Zustände.
Die Weihnachtstrucker hatten wie immer genaue Ausgabepläne. Sie steuerten Bergdörfer an, stoppten vor Kinderheimen und Armenküchen. Dort wurden die Geschenkpakete abgeladen und an die Bedürftigen ausgegeben. "Auch diesmal ist kein Karton in falsche Hände geraten", hat Uli Bauriedl nach der Rückkehr des Teams berichtet.
Das Freudenlicht in Rumänien soll auch 2019 wieder angezündet werden. Als der Lkw-Tross kurz vor dem Jahreswechsel nach strapaziöser Tour aus Osteuropa zurückgekehrt war, kam dieser Zieleinlauf dem Auftakt für eine neue Aktion gleich. Die Vorbereitungen haben begonnen. Mit einer hohen Hürde. Denn die Zahl von 16 720 Geschenkkartons muss erst einmal überboten sein.















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