05.03.2020 - 11:41 Uhr
HohenburgOberpfalz

100 Jahre Kindergarten Hohenburg: Auf der Suche nach Zeugen zu "Bernarda"

Zeitzeugen sind gesucht. Auch die Haushaltungsschule im Schwesternheim "Bernarda" in Hohenburg, dem jetzigen Kindergarten, war über Jahrzehnte eine wertvolle Einrichtung. Seit 1920 gibt es den Kindergarten St. Jakobus. Dies wird gewürdigt.

Der Kindergarten St. Jakobus in Hohenburg kann heuer auf 100 Jahre zurückblicken. Im Gebäude am Hohenburger Marktplatz war nicht nur der Kindergarten untergebracht, sondern auch die Haushaltungsschule. Das Haus hieß damals "Schwesternwohnheim Bernarda" - und dazu sucht man jetzt nach Erinnerungen vor allem auch an die Haushaltungsschule.
von Paul BöhmProfil
Diese Aufnahme aus dem Hohenburger Kindergarten stammt aus dem Jahr 1933 - und dafür hätte man gerne noch mehr Exponate für die 100-Jahr Feier im Juli.
Das Priestergrab im Friedhof in Hohenburg erinnert an den bischöflich geistlichen Rat Pfarrer Wolfgang Häsele. Er gilt als der Stifter der caricativen Einrichtung in Hohenburg. Er ist am 28. November 1920 in Hohenburg verstorben - genau am dem Tag, als die Ordensschwestern vom Heiligen Kreuz aus Altötting nach Hohenburg gekommen sind.

Kindergartenleiterin Brigitte Semmler und Wolfgang Preibisch sind derzeit dabei, die Kindergartengeschichte und die eng verzahnte Historie der Haushaltungsschule, die damals im Kindergartengebäude, dem Schwesternheim "Bernarda" untergebracht war, zusammenzutragen.

Feier am 5. Juli

Von 1920 bis 1999 waren Ordensschwestern vom Heiligen Kreuz aus Altötting in Hohenburg für den Kindergarten und für die nach dem zweiten Weltkrieg in Leben gerufene Haushaltungsschule tätig. Am Sonntag, 5. Juli 2020, ist zum 100-jährigen Gründungsfest des Kindergartens St. Jakobus eingeladen. Beginnen wird man den Tag um 13.30 Uhr mit einem Gottesdienst in der Pfarrkirche St. Jakobus. Gegen 14 Uhr ist zu Kaffee und Kuchen im Kindergarten eingeladen. Die musikalische Umrahmung werden die Roum-Boum übernehmen. Die Kindergartenkinder studieren dazu einen Auftritt ein.

Dazu wird die Geschichte des Kindergartens mit vielen Bildern, mit Erzählungen und einem Ehemaligentreffen der Kursteilnehmer der Haushaltungsschule "Bernarda" im Mittelpunkt des Nachmittags stehen.

Ein Jahr Haushaltungsschule

Für viele Mädchen aus der Region war damals der Besuch der Haushaltungsschule eine besonders gerne genutzte Einrichtung. Wie Wolfgang Preibisch aus den vorgefundenen Aufzeichnungen zusammengetragen hat, sind es etwa 340 Mädchen gewesen, die nach der Volksschule bei den Ordensschwestern vom Heiligen Kreuz aus Altötting im Schwesternwohnheim Bernarda eine einjährige Haushaltungsschule in Hohenburg besucht haben. Dazu plant man eine kleine Talkshow mit ehemaligen Schülerinnen, die sich noch an ihre Zeit im Schwesternwohnheim "Bernarda" und an den Kindergarten St. Jakobus erinnern, die einst alle im gleichen Haus untergebracht waren.

Vom Bahnhof in Parsberg

Die 90-jährige Karolina Wein aus Hohenburg weiß noch sehr genau, wie ihr Vater Josef Hiller die ersten Ordensschwestern am 28. November 1920 in Parsberg am Bahnhof mit einer Kutsche abgeholt hat: "Ich weiß das Datum deswegen so genau, weil dies auch der Todestag von Pfarrer Wolfgang Häsele ist, der damals in Hohenburg Pfarrer war." Er ist genau an diesem Tag abends verstorben, als mein Vater mit den Ordensschwestern vom Heiligen Kreuz aus Altötting in Hohenburg angekommen ist.

"Pfarrer Häsele ist es zu verdanken, dass die Ordensschwestern damals nach Hohenburg gekommen sind." Auf seinem Grabstein im Hohenburger Friedhof kann man dies auch nachlesen. "Betet für den Stifter der caritativen Einrichtung in Hohenburg Hochw. Herrn Geistlichen Rat Wolfgang Häsele, geboren 2.12.1839 in Neukirchen, gestorben am 28.11.1920 in Hohenburg".

Wie Karolina Wein erzählt, haben die Ordensschwestern den Kindergarten in Hohenburg erst aufgebaut. "Die Einrichtung wurde damals auch Kinderbewahranstalt genannt." Erst nach dem zweiten Weltkrieg kam die Haushaltungsschule dazu. Im Jahr 1999 wurden die letzten Ordensschwestern aus Hohenburg zurück ins Mutterhaus nach Altötting beordert. Dass die in Hohenburg wirkenden Ordensschwestern ein sehr hohes Ansehen hatten, hört man immer noch aus Erzählungen.

Auch heute noch bekannt

Einige der Namen der Schwestern vom Heiligen Kreuz aus Altötting sind auch heute noch in Hohenburg bekannt: Dies waren die 1999 verstorbene Ordensschwester Ancilla Appel, die 1990 verstorbene Ordensschwester Anna Klara Pastötter, die 2015 verstorbene Ordensschwester Augustina Wahl (von 1968 bis 1991 in Hohenburg), die 1991 verstorbene Ordensschwester Immaculata Rid, die 1954 verstorbene Ordensschwester und Oberin Felizitas Pindorfer sowie die 2016 verstorbene Ordensschwester Ermelinde Haslbeck (von 1960 bis 1987 Kindergärtnerin in Hohenburg).

"Es sind sicherlich noch einige Ordensschwestern mehr gewesen, die bei uns in Hohenburg gewirkt haben", berichtet Karolina Wein. "Aber da wäre es jetzt sehr hilfreich, wenn wir dazu noch weitere Namen bekommen könnten", wirbt sie für die Zeit, als die Ordensschwestern vom Heiligen Kreuz aus Altötting in Hohenburg gewirkt haben.

Suche nach weiteren Namen

Die Kindergartenleitung in Hohenburg und Wolfgang Preibisch würden sich freuen, wenn sie weitere Namen von Ordensschwestern in Erfahrung bringen könnten, die damals in Hohenburg waren. Gesucht sind aber auch Handarbeitsstücke aus der damaligen Zeit, die von Schülerinnen während ihrer Hohenburger Zeit angefertigt worden sind sowie Bilder und Eindrücke von damals.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

Videos aus der Region

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.