03.12.2019 - 11:28 Uhr
HohenburgOberpfalz

Denkmalschutz geht in Hohenburg alle an

Der Markt Hohenburg will mit Einzelprojekten richtungsweisend den Anschub für denkmalgerechtes Sanieren geben. Eine Gestaltungsfibel ist der erste Schritt dazu.

Der Markt Hohenburg strebt ein kommunales Denkmalschutzkonzept im Marktbereich an. Ein erster Schritt ist eine Gestaltungsfibel mit einer einhergehenden Bestandsaufnahme der Objekte.
von Paul BöhmProfil

Das ehemalige Stadlbaueranwesen sowie das Wirtshaus von Walter Schmidt und der dahinter liegende Pfarrhof stehen im Fokus einer ersten Sanierungsmaßnahme in Sachen Denkmalschutz für den Markt Hohenburg. Dafür hat sich auch der Marktgemeinderat einstimmig ausgesprochen. Derzeit ist eine Gestaltungsfibel als Grundlage in Vorbereitung, um überhaupt etwas bewegen zu können. Mit einem kommunalen Denkmalkonzept will man in Hohenburg nicht nur für Transparenz sorgen, sondern auch dafür werben, dass das eine oder andere denkmalgeschützte oder unter Ensembleschutz stehende Gebäude saniert wird.

Alle an einem Strang

Es sei freilich ein mühevoller und steiniger Wegen, sagte Bürgermeister Florian Junkes, "aber es ist unsere Heimat". Mit Architektin Petra Hofmann, die vielen noch von der Sanierung des Steinstadels und jetzigen Probenheim der Trachtenkapelle Hohenburg bekannt ist, sowie, Gerhard Ongyerth vom Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege stellte er das Grundlagenkonzept im Rathaus vor. Wie Ongyerth vortrug, ist das Projekt eine Planungspartnerschaft mit Kommunen, Politik, Verwaltung und den Bürgern. Das Angebot und die Grundlagen einer Denkmalpflege sind auch in der Bayerischen Verfassung niedergeschrieben. "Unser Ziel ist es, die städtebaulichen und denkmalschützerischen Herausforderungen in den kommenden zehn bis 15 Jahren im Ortskern von Hohenburg zu thematisieren", sagte Junkes.

Mit der Erarbeitung einer Gestaltungsfibel ist derzeit Architektin Petra Hofmann dabei, sowohl den Ensembleschutz als auch die Einstufung vieler Gebäude am Marktplatz als Einzeldenkmäler zu katalogisieren. "Es ist ein steiniger, aber lohnenswerter Weg, wenn sich die Hohenburger künftig mit dieser Materie befassen wollen", sagte die Expertin.

Dazu gehöre aber auch, dass die Hohenburger alle Hebel in Bewegung setzten, um ihre Ziele in den verschiedenen Förderprogrammen unterzubringen.

Interesse wecken

Das Basisziel des kommunalen Denkmalschutzes wird es sein, die individuell überlieferten Werte der Marktstruktur zu erkennen, zu vermitteln und daraus Leitlinien für den Ort und sein Untersuchungsgebiet aufzuzeigen. "Das Wichtigste ist, dass man bei den Bürgern Interesse weckt, sich mit der Sanierung historischer Bausubstanzen zu befassen", sagte Bürgermeister Junkes.

Einige Projekte sind in Hohenburg in den vergangenen Jahrzehnten bereits gelaufen. Mit der Instandsetzung des ehemaligen Stadlbaueranwesens neben dem historischen Rathaus und dem ehemaligen Anwesen von Walter Schmidt mit dem dahinterliegenden Pfarrhof will die Gemeinde eine gewisse Vorreiterrolle übernehmen. Jetzt sind die Hausbesitzer gefragt. Seit 2015 befassen sich die Hohenburger im Marktgemeinderat mit dem Thema Leerstände. Jetzt geht es an die Erfassung der Denkmalwerte und die Festlegung des Handlungsbedarfs.

Einen ersten Erfolg können die Hohenburger für ein Mehr an Attraktivität ihres Marktplatzes auf jeden Fall schon mit dem Marktladen verbuchen. Dass es ein Langzeitprojekt sein wird und es besonderer finanzielle Anreize bedarf, darüber sind Verwaltung und Fachleuten im Hintergrund überzeugt.

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