26.05.2020 - 01:50 Uhr
HohenburgOberpfalz

Großbrand mitten in Hohenburg

Zu einem Großbrand im Markt Hohenburg (Landkreis Amberg-Sulzbach) rücken 150 Einsatzkräfte aus. Der Schaden ist immens. Dabei hätte es noch viel schlimmer kommen können.

Im Markt Hohenburg kommt es wegen eines Brandes zu einem Großeinsatz. 150 Einsatzkräfte rücken aus.
von Christopher Dotzler Kontakt Profil

In der Nacht auf Dienstag sind die dicken Rauchschwaden schon von Weitem zu sehen. Dutzende blinkende Einsatzfahrzeuge der Polizei und Feuerwehr sorgen für ein Lichtgewitter im Herzen Hohenburgs. Mitten im Markt brennen drei historische Gebäude.

Welches Ausmaß das Feuer hat und wie gefährlich sich die Situation darstellt, zeigt alleine die Präsenz der Einsatzkräfte. 150 Frauen und Männer der Feuerwehren, der Polizei und der Rettungskräfte rücken an, inklusive der amerikanischen Lagerfeuerwehr. Von der Lauterach zur Brandstelle werden sechs Kilometer Schlauchleitungen verlegt, zwei Drehleitern kommen zum Einsatz.

Ein Gebäude bewohnt

Bildergalerie zum Brand im Markt Hohenburg

Um 21.57 Uhr ging bei der Integrierten Leitstelle die Alarmierung ein. Es hieß, dass landwirtschaftliche Anwesen am Marktplatz brennen. Vor Ort finden die Einsatzkräfte allerdings drei historische Anwesen in Flammen vor.

Zwei der drei Gebäude sind unbewohnt. Die vier gemeldeten Bewohner des dritten Hauses werden unverletzt in Sicherheit gebracht. Der materielle Schaden hingegen ist immens. Die Dachstühle der Häuser brennen komplett ab. Die Wassermassen, mit denen die Feuerwehr gegen die Flammen kämpft, sorgen für einen Totalschaden an den Häusern. Stefan Renner, Einsatzleiter der Polizeiinspektion Amberg, beziffert ihn noch während des Einsatzes auf mehrere Hunderttausend Euro.

Dabei hatten die Hohenburger Glück im Unglück, wie Kreisbrandrat Fredi Weiß und Kreisbrandinspektor Hubert Blödt betonen. Die Häuser im Markt Hohenburg stehen dicht an dicht, die verbauten Substanzen sind alt und leicht entflammbar. Einen Brandschutz gibt es nicht. Hätte die Feuerwehr nicht rechtzeitig und richtig gehandelt, hätte das Feuer im Ortskern noch viel heftiger gewütet. Die Flammen hätten von einem Gebäude auf das nächste übergegriffen, sie wären regelrecht „marschiert“, wie Weiß es ausdrückt.

Brandursache noch unklar

Die Feuerwehr Hohenburg, die als erster vor Ort war, habe gut gearbeitet und die richtigen Maßnahmen ergriffen, erklärt der Kreisbrandrat. Das sind mehr als nur warme Worte. Die Einsatzkräfte hätten erkannt, dass sie mit dem Wasser aus den Schläuchen eine Widerstandslinie bilden mussten und erst anschließend gezieltes Löschen möglich war. Riegelstellung nennt sich das im Fachjargon. Hätten die Feuerwehrkräfte direkt versucht den Brand zu löschen, hätte sich das Feuer ungehindert nach links und rechts ausgebreitet.

„Außerdem war die Lauterach (der Fluss, Anm. d. Red.) natürlich Gold wert“, sagt Weiß. Mit Wasser ausschließlich aus den Hydranten wäre der Einsatz schwierig geworden.

Die Brandursache ist noch nicht geklärt. Stefan Renner von der Polizeiinspektion Amberg sagt, dass eine Scheune im Rücken eines der Wohnhäuser gebrannt haben soll. Der Dachstuhl sei auf gleicher Höhe gewesen, das Feuer habe übergegriffen und sich schließlich auf die Nebengebäude ausgebreitet. Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen aufgenommen.

Weiß und Blödt konnten diese Version gegen Mitternacht noch nicht bestätigen. Die Ursache sei noch unklar, betonten sie. Wie es letztlich zu dem Brand gekommen ist, müsse noch herausgefunden werden. Was auch immer der Grund gewesen ist: Die Schäden, die das Feuer angerichtet hat, werden den Markt Hohenburg wohl lange beschäftigen.

Info:

Schaulustige vergessen Coronabeschränkungen

Die Neugierde lässt alle Coronabeschränkungen vergessen. Der Brand in Hohenburg lockt etliche Schaulustige zum Marktplatz. An die Vorschriften, die wegen des Virus derzeit gelten, hält sich kaum jemand. Wie es geht, machen dagegen die Einsatzkräfte vor. Der Großteil von ihnen trägt einen Mund-Nasen-Schutz. Von den Umstehenden, die nicht zu Feuerwehr, Polizei und Co. gehören, hat nur eine Frau eine Maske aufgesetzt. Und den Abstand halten die wenigsten von ihnen ein. Teilweise stehen die Neugierigen zu acht, neunt oder zehnt eng gedrängt zusammen. Stefan Renner von der Polizeiinspektion ist dieser Umstand nicht entgangen. Allerdings lag der Fokus der Beamten auf dem Feuer: „Grundsätzlich kümmern wir uns aber um den Brand. Wenn wir Zeit haben, werden die Bürger angesprochen.“

Info:

Einsatzkräfte

Zum Brand rücken die Einsatzkräfte des THW Amberg, des BRK, der Polizei sowie folgender Feuerwehren an: Ursensollen, Amberg, Hohenburg, Adertshausen, Mendorferbuch, Rieden und Schmidmühlen sowie die Lagerfeuerwehr Hohenfels und die Unterstützungsgruppe Örtliche Einsatzleitung.

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