27.11.2019 - 14:49 Uhr
HohenburgOberpfalz

Hohenburger SPD-Gemeinderäte wechseln geschlossen auf die CSU-Liste

Gemeinsam kamen sie 2014 auf 1837 Stimmen in Hohenburg. Damit zogen Georg Reis, Nikolaus Falk und Hubert Hollweck in den Gemeinderat ein - für die SPD. Auch im kommenden Jahr werden sie wieder kandidieren. Dann allerdings für die CSU.

Wildromantisch schmiegt sich die Gemeinde Hohenburg ins Tal der Lauterach. Im Rathaus (schwarzes Haus, vorne) bahnt sich derweil ein Frontenwechsel an. Die drei bisherigen SPD-Gemeinderäte werden 2020 auf der CSU-Liste kandidieren.
von Andreas Ascherl Kontakt Profil

Drei Sitze eroberte die SPD bei der 2014er Kommunalwahl im zwölf Plätze umfassenden Hohenburger Gemeinderat. Georg Reis, Nikolaus Falk und Hubert Hollweck überholten dabei an Stimmen sogar ihren Bürgermeisterkandidaten Michael Wittl, dem damit der Einzug ins Gemeindeparlament verwehrt blieb. Weil die Unabhängige Wählergemeinschaft (UWG) gleichzeitig vier Mandate bekam, verlor die CSU, die mit Florian Junkes auch den hauptamtlichen Bürgermeister stellt, ihre absolute Mehrheit im Gemeinderat.

Ein Patt im Gremium

Wie es Georg Reis, der Wirts-Schore aus Mendorferbuch und 3. Bürgermeister von Hohenburg, schildert, habe es dadurch so etwas wie ein Patt im Gremium gegeben. "Die UWG wollte den Junkes ein bisschen blockieren", sagt er auf Nachfrage von Oberpfalz-Medien. "Das ist für mich aber keine Politik." Aus diesem Grund hätten die drei SPD-Gemeinderäte bereits in den vergangen fünf Jahren mit der CSU im Gemeinderat zusammengearbeitet.

Nun war es gleichzeitig so, dass keiner der drei Hohenburger SPD-Gemeinderäte auch Mitglied bei den Sozialdemokraten war. Er sei irgendwann mal von der SPD gefragt worden, ob er kandidieren wolle, sagt Georg Reis, und tatsächlich auch gewählt worden. "Wir haben da wohl versäumt, auf einen Eintritt in die SPD hinzuwirken", bestätigt der Ursensollener SPD-Vorsitzende Michael Rischke, der gleichzeitig für die Handvoll an SPD-Mitgliedern in Hohenburg zuständig ist. Immer wieder. 18 Jahre lang ging das insgesamt gut.

Jetzt schafft es die SPD in der knapp 1550 Menschen umfassenden Gemeinde aber nicht mehr, eine eigene Liste aufzustellen. "Da ist einfach nichts mehr zusammengegangen", weiß Georg Reis, der schon vor längerer Zeit von Florian Junkes angesprochen wurde, ob er sich einen eventuellen Wechsel auf die CSU-Liste vorstellen könne. Nachdem auch der Kreisvorsitzende der Christsozialen, Harald Schwartz, nichts dagegen einzuwenden hatte, wurde der Wechsel jetzt auch vollzogen, die drei derzeit aktiven SPD-Räte kandidieren damit am 15. März auf der CSU-Liste.

Nur noch CSU und UWG

Damit werden sich bei der nächsten Kommunalwahl am 15. März 2020 in Hohenburg voraussichtlich nur noch die CSU und die UWG um die Sitze im Gemeinderat bewerben. Eine SPD-Liste wird es mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht geben. "Es ist ja trotzdem Kommunalpolitik", kommentiert Georg Reis den Wechsel der SPD-Räte zur schwarzen Konkurrenz.

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