20.04.2020 - 11:15 Uhr
HohenburgOberpfalz

Hohenburger verabschieden Rekordhaushalt für 2020

Einen Rekordhaushalt in Höhe von 11,7 Millionen Euro hat der Marktgemeinderat Hohenburg für das Jahr 2020 einstimmig auf den Weg gebracht. Große Investitionen prägen das Zahlenwerk. Das Gremium hofft auf Bedarfszuweisungen vom Freistaat.

Die Hohenburger wollen die ihre Gemeindeverbindungsstraßen weiter sanieren, etwa die Trasse von Adertshausen nach Allertshofen (Bild) oder die Ortsstraße von Hohenburg bis zur Gemeindegrenze bei Ödallertshof.
von Paul BöhmProfil

Der Verwaltungsetat umfasst 3,1 Millionen Euro, der Vermögensetat 8,6 Millionen Euro. Für die geplanten Großinvestitionen - Straßensanierungen, Ortsdurchfahrt Malsbach, Sanierung des Anwesens Marktplatz 21 - ist eine Kreditaufnahme von 2,9 Millionen Euro vorgesehen.

Damit steigt die Pro-Kopf-Verschuldung von derzeit 1187 Euro auf knapp 3000 Euro zum Jahresende an, sofern alle geplanten Maßnahmen angegangen werden können. Ein wichtiger Aspekt für diese Planungen sind die derzeit günstigen Kapitalmarktzinsen für lange Laufzeiten, war in der Sitzung zu hören.

Der Markt Hohenburg wird auch für 2020 einen Antrag auf Gewährung von Bedarfszuweisungen und Stabilisierungshilfen beim Freistaat Bayern stellen. Dazu beschloss der Marktgemeinderat die Fortschreibung des Haushaltskonsolidierungskonzepts und dessen Umsetzung mit dem Ziel, mittelfristig wieder die Leistungsfähigkeit zu erreichen. Dem Markt Hohenburg war für 2019 bereits zum vierten Mal in Folge eine Stabilisierungshilfe in Höhe von 650 000 Euro und eine Bedarfszuweisung über 57 000 Euro für die Felssicherungsmaßnahme bei der Salvatorkirche gewährt worden. Nach 200 000 Euro im Jahr 2016 und 400 000 Euro im Jahr 2017 waren 2018 500 000 Euro an Stabilisierungshilfen in die Marktgemeinde geflossen.

Einstimmig brachte der Marktgemeinderat in seiner Sitzung das Investitionsprogramm für die Jahre 2019 bis 2023 auf den Weg. Die wichtigsten Maßnahmen im Jahr 2020 sind der Rathausumbau mit 100 000 Euro, die Sanierung des Anwesens Marktplatz 21 mit 540 000 Euro sowie die Sanierung der beiden Gemeindeverbindungsstraßen von Adertshausen nach Allertshofen (3,3 Millionen Euro) und von Hohenburg bis zur Gemeindegrenze bei Ödallertshof (3,2 Millionen Euro). Nach Informationen in der Sitzung liegt der Fördersatz für die beiden Maßnahmen bei 75 Prozent der förderfähigen Kosten. Die Genehmigung der Zuschüsse durch die Regierung der Oberpfalz sind von der Gewährung der Stabilisierungshilfen, der Stellungnahme der Kommunalaufsicht beim Landratsamt und der Entwicklung der Bevölkerungszahlen in Hohenburg abhängig.

Für die Planungskosten des Radwegeausbaus von Schwarzmühle bis Adertshausen plante das Gremium 38 000 Euro ein, für den Ausbau der Ortsdurchfahrt steht für 2020 eine Million Euro im Investitionsprogramm. Der Anteil des Marktes Hohenburg beträgt etwa eine halbe Million Euro. Für die Kläranlagenausstattung (Ersatzpumpen und ein Klärwärterfahrzeug) sind 40 000 Euro eingeplant. 180 000 Euro stellten die Räte für den Kanalkataster, einen Ablaufwerk für die Kläranlage und die Kanalverlängerung vom Industriepark zur Lauterach bereit. 100 000 Euro sind für den Kanalbau im Zuge der Sanierung der Mendorferbucher Straße im Investitionsprogramm enthalten. Für den Kanalausbau im Ortsteil Allertshofen sind 50 000 Euro vorgesehen. Für die Sanierung der Friedhofsmauer stehen heuer noch 100 000 Euro an Restkosten an, die Weiterführung des Breitbandausbaus kostet 378 000 Euro. Insgesamt belaufen sich die Kosten für den Breitbandausbau in Hohenburg bis zum voraussichtlichen Abschluss 2022 auf knapp 1,9 Millionen Euro. Dazu kann der Markt mit einer Gesamtförderung von knapp 1,7 Millionen Euro rechnen.

Der Bau des Feuerwehrgeräte- und Dorfgemeinschaftshauses in Ransbach soll hauptsächlich 2021 über die Bühne gehen, da aufgrund der derzeitigen Corona-Lage nicht damit zu rechnen ist, dass Feuerwehr und Dorfgemeinschaft aufgrund der Vorgaben zur Pandemiebekämpfung ihre Eigenleistungen erbringen können.

Für das Wohngebiet Köstläcker (ehemaliges Wochenendgebiet) in Mendorferbuch wird derzeit ein Bebauungsplan erstellt. Erst nachdem der vollständige Grunderwerb für die notwendige Erschließungsstraße notariell steht, kann der Marktgemeinderat den Aufstellungsbeschluss für das Bebauungsplanverfahren fassen.

An Baugesuchen wurden der Anbau eines Carports und die Einhausung einer Überdachung in Egelsheim genehmigt. Zustimmung fanden auch der Abbruch eines landwirtschaftlichen Gebäudes und der Neubau eines Einfamilienwohnhauses in Adertshausen, die Errichtung eines zweigeschossigen Wintergartens an einem Einfamilienwohnhaus in Friebertsheim, der Bau einer Doppelgarage in Mendorferbuch und die Errichtung eines Gartenhauses mit Pergola und Carport in Voggenhof.

Hohenburger Haushaltszahlen 2020:

Einnahmen:

Einkommensteueranteil: 865 000 Euro

Finanzzuweisung: 93 000 Euro

Schlüsselzuweisung: 717 000 Euro

Grundsteuer: 158 500 Euro

Gewerbesteuer: 200 000 Euro

Straßenunterhaltungszuschuss: 84 500 Euro

Ausgaben:

Kreisumlage: 700 000 Euro

Zuführung Vermögenshaushalt: 218 700 Euro

Schulumlage Ursensollen: 30 000 Euro

Zinsen: 35 000 Euro

Tilgungen: 158 828 Euro

Schuldenstand am Jahresende 2020: 4 559 382 Euro

Einwohner: 1548

Pro-Kopf-Verschuldung Ende 2020: 2945 Euro

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