11.06.2019 - 14:46 Uhr
HohenburgOberpfalz

Schädel, Kralle, Pfote: Wolf oder Hund?

Markus Martini, Wolfsbeauftragter der Oberpfalz, hält eine Unterrichtsstunde in der Lauterachtal-Grundschule in Hohenburg. Und in der dreht sich – natürlich – alles um den Wolf.

Der nachgemachte Schädel eines Wolfes mit seinem kräftigen Gebiss beeindruckte die Kinder.
von Autor HAHProfil

Im Zuge des Heimat- und Sachkundeunterrichts hatte sich die Lauterachtal-Grundschule Hohenburg einen besonderen Gast eingeladen: Markus Martini. Er ist der Wolfsbeauftragte der Oberpfalz und hat seinen Sitz im Kulturschloss Theuern. Mit Bildern untermalt erzählte er zunächst von seinen Praktika in Rumänien und in Virginia (USA), wo er auch Erfahrungen mit Bären sammeln konnte.

Dann ging Martini auf das Aussehen des Wolfes ein, da es sehr oft zu Verwechslungen zwischen Wolf und Hund komme. Beispielsweise könne man anhand der Fußspuren erkennen, um welches Tier es sich handelt, denn nur der Wolf sei im "geschnürten Trab" unterwegs. Auch der Schwanz eines Wolfes ist in der Regel kürzer als der des Hundes.

Anschließend zeigte der Wolfsexperte den Kindern, in welchen Regionen der Wolf lebt. Durch Landkarten wurde deutlich, dass er hauptsächlich auf der Nordhalbkugel der Erde auftritt. Er sucht sich einen Lebensraum, in dem er genug Futter und Akzeptanz findet. Diese sei im Zusammenhang mit Menschen meist nicht gegeben. Der Wolf lebt in Rudeln und benötigt laut Martini eine Reviergröße von 200 bis 300 Quadratkilometern. Dies entspricht ungefähr einem Fünftel des Landkreises Amberg-Sulzbach. In Bayern gibt es nur im Veldensteiner Forst ein Wolfsrudel, sonst sind nur Einzeltiere unterwegs. Beutetiere des Wolfes sind vor allem Rehe. Aber auch Wildschweine und Hirsche werden von ihm erlegt, erklärte der Experte. In seltenen Fällen reiße der Wolf auch Nutztiere, wie Schafe.

Wie soll man sich verhalten, wenn man auf einen Wolf trifft? Martini erläuterte, dass man dem Tier mit gebührlichem Respekt begegnen sollte, auch wenn es meist sehr scheu sei. Verschwindet der Wolf nicht von selbst, sollte man sich langsam zurückziehen und Hunde auf jeden Fall anleinen. Auch sollten Wölfe nie gefüttert werden. Kommt ein Wolf dennoch auf einen Menschen zu, ist es am besten, Lärm zu machen.

Martini hatte auch einige Exponate dabei, die er den Schülern zeigte: ein nachgemachter Wolfsschädel, eine Wolfskralle und Pfotenabdrücke des Raubtieres. Bei einem Tierstimmen-Quiz sollten die Kinder Tiere des Waldes erraten. Zum Abschluss spielte der Wolfsbeauftragte "Die Wölfe haben Hunger" mit den Kindern in der Turnhalle. Dieses Spiel machte deutlich, wie sich die Population von Beutetieren auf die Zahl der Raubtiere auswirkt: viele Rehe, viele Wölfe - wenig Rehe, wenig Wölfe.

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