Hohenburg
20.01.2019 - 13:24 Uhr

Sebastian Schärl wird 70

Hilfsbereit, heimatverbunden und Weltbürger gleichermaßen:
Anrainerprobleme von Hohenburg treiben Kreisrat Sebastian Schärl in die Kommunalpolitik.

Sebastian Schärl feiert am Sonntag seinen 70. Geburtstag. Im Jahr 2020 will sich der engagierte Kommunalpolitiker aber zurücklehnen und nicht mehr kandidieren. Archivbild: Petra Hartl
Sebastian Schärl feiert am Sonntag seinen 70. Geburtstag. Im Jahr 2020 will sich der engagierte Kommunalpolitiker aber zurücklehnen und nicht mehr kandidieren.

Es ist das Jahr 1949: Die Bundesrepublik Deutschland wird gegründet. Konrad Adenauer wird Bundeskanzler - in Adertshausen kommt Sebastian Schärl zur Welt. Am Sonntag feiert der Kreisrat seinen 70. Geburtstag. Obwohl in seiner Heimatgemeinde Hohenburg am selben Tag beim Gelübdesonntag zu Ehren des heiligen Sebastian eine fast lebensgroße Statue durch den Markt getragen wird, wird Schärl bei der Prozession nicht anzutreffen sein. Wer ihn kennt, weiß, dass er nicht nur ein sehr heimatverbundener Mensch, sondern auch ein Weltbürger und Reisefreund ist, der sich in diesen Tagen eine kleine Auszeit in wärmere Gefilde gönnt.

1978 zog der Jubilar als einer der Jüngsten in den Kreistag ein. Wagner, Nentwig - Landräte kamen und gingen, Schärl aber blieb. Ereignisse, die ihn mit geprägt haben und im Kreistag Spuren hinterließen, waren der Zusammenbruch der Maxhütte und der Müllnotstand im Landkreis. Mit seinem neuen Leitbild für den Landkreis erklärt der Kreistag die Nachhaltigkeit zum "Staatsthema". Schärl, der über 30 Jahre den CSU-Umweltarbeitskreis leitete, versteht darunter Verantwortung zu übernehmen, so dass auch in Zukunft ein gesundes Leben in einer intakten Umwelt möglich sei. Der Kreistag ist seine Heimat geworden, trotzdem ist er sich sicher: "2020 ist Schluss."

Nach längerer Unterbrechung zieht der Kreispolitiker vom letzten Platz der Marktgemeinderatsliste 2014 nochmals in den Hohenburger Marktrat ein, in dem er schon von 1984 bis 1990 Vizebürgermeister war. "Es war ein Hobby das Spaß und Freude machte", sagt Schärl, der 2008 als Sonderschuloberlehrer aus dem Berufsleben ausgeschieden ist.

Zu seinem Leib- und Magenthema gehört immer noch die Beendigung der Ungleichbehandlung der Anrainergemeinden rund um die Übungsplätze Hohenfels und Grafenwöhr. Er wirbt engagiert für eine ausgeglichene Politik. Er verstehe es nicht, dass die Politik es zulässt, dass die Gemeinden rund um den Übungsplatz immer mehr in Verlierer- und Gewinnergemeinden auseinanderdriften würden. Schärl ist der Überzeugung, dass die Wertevorstellungen des Landtags, alle Gemeinden gleich zu behandeln, doch am Ende des Tages zum Tragen kommen. Im Aktionsbündnis "Für mehr Wertschätzung der Anrainergemeinden", dem elf Verlierergemeinden angehören, sieht sich der Jubilar immer wieder als "ehrenamtlicher Geschäftsführer", der den Bürgermeistern zuarbeitet. Das kommunale Bündnis betrachtet er aber auch als Beginn des Endspiels, das eine Kette von staatlichen Behördenpatzern in den Ministerien aufdeckt, so ist seine Überzeugung.

In seiner Heimatgemeinde bereitet ihm Sorge, dass der Leerstand in den Ortsteilen um sich greift. Denn diese Entwicklung sieht er immer mehr als unterschätztes Problem des ländlichen Raums. Er fordert, die Verödung der Ortskerne zum politischen Großthema zu machen.

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