07.05.2019 - 17:36 Uhr
HohenfelsOberpfalz

Gerda Stauner stellt Roman "Wolfsgrund" vor

Eine außergewöhnliche Geschichte, vorgetragen an einem außergewöhnlichen Platz. In den Ruinen von Schmidheim, einem 1951 abgelösten Dorf im Truppenübungsplatz Hohenfels, stellte Gerda Stauner "Wolfsgrund" vor.

Autorin Gerda Stauner bei ihrer Lesung an einem ungewöhnlichen Ort im Truppenübungsplatz Hohenfels.
von Paul BöhmProfil

Die Dorfhüll im Rücken, den Blick auf das gegenüberliegende Batholomäus-Kirchlein gerichtet und der ehemaligen Brauerei Rödl erzählt sie auf der einstigen Dorfstraße aus ihrem neuen Buch. Nach "Grasmond" und "Sauforst" ist es der dritte Teil einer zeitgeschichtlichen Familien-Saga.

Ein einsamer Wolf, ein längst verlassenes Dorf und zwei Menschen am Scheideweg. Eine Spurensuche, mit der Melchior Beerbaum die Lebensgeschichte seiner Urgroßmutter Agathe recherchiert und niederschreiben lässt. Diese ist eng verbunden mit der Aussiedlung der Menschen aus ihrer Heimat. Die Autorin lässt in ihrer Triologie acht Hauptcharakteure lebendig werden, die die Geschichte ihrer Familie über einen Zeitraum von mehr als 150 Jahren aus verschiedenen Blickwinkeln erzählen. Der Journalist Melchior Beerbauer steht vor einem Scherbenhaufen. Er ringt um die Frage, ob er das Geheimnis um seinen unehelichen Sohn lüften soll. Damit würde er seinen besten Freund verlieren. Zeitgleich beginnt er mit der Recherche über die ungeheuerliche Enteignung von 3000 Menschen für den Truppenübungsplatz. Ein einsamer Wolf, der immer wieder in dem naturgeschützten Gelände gesichtet wird, weckt sein Interesse. Das wilde Tier, mit dessen Schicksal sich Melchior seltsam verbunden fühlt, deckt verschüttete Sehnsüchte in ihm auf. Der Roman taucht ein in die Geschichte des Truppenübungsplatzes und der Menschen, die damals dort gewohnt haben. Stauner baut diese frühen Erfahrungen sowie ihre eigenen Recherchen, die sie zwei Jahre in Hohenfels betrieben hat, in ihr Werk ein.

"Ihr" Melchior, der Unzufriedene, vergleicht sich im Nivj selbst mit dem einsamen Wolf, der in den vergangenen Jahre immer wieder in Hohenfels zu spüren war. Einsam, ausgegrenzt, eine "displaced person", also ein Vertriebener - so wie die Menschen, die im Herbst ihre Heimat verlassen mussten. "Wolfsgrund" ist eine spannende Geschichte, die - wie schon "Grasmond" und "Sauforst" mitten in der Oberpfalz spielt. Der Roman ist im SüdOstverlag Regenstauf erschienen und kostet 16,90 Euro.

Info:

Eine Familiensaga

Die Stauner-Trilogie, eine Familiensaga, umfasst drei Romane:

Grasmond: Ein stilles Dorf, ein dunkles Geheimnis und eine Familie, die schweigt.

Sauforst: Ein vaterloser Junge. Ein rätselhafter Stammbaum und eine Frau, die das Geheimnis lösen will.

Wolfsgrund: Ein einsamer Wolf auf Spurensuche, ein verlassenes Dorf, zwei Menschen am Scheideweg.

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