Marktredwitz
15.07.2026 - 15:02 Uhr
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Neueröffnung: Maison Kelly bringt vietnamesische Küche nach Marktredwitz

Glück zum Mitnehmen und vietnamesische Spezialitäten gibt es im neuen "Maison Kelly". Durch das ehemalige Burger-Restaurant in Marktredwitz weht nun asiatischer Wind – mit großen Ambitionen.

Glückskekse auf der Etagere, der Chef hinter dem Tresen: Ngoc Phan Anh Pham wagt mit "Maison Kelly" einen Neustart in der Marktredwitzer Gastroszene. Bild: Katharina Melzner
Glückskekse auf der Etagere, der Chef hinter dem Tresen: Ngoc Phan Anh Pham wagt mit "Maison Kelly" einen Neustart in der Marktredwitzer Gastroszene.

Von Katharina Melzner

Ob er an die Botschaften in Glücks-Keksen glaubt? Ngoc Phan Anh Pham wirft einen verschmitzten Blick zur Theke, auf der sich die kleinen, goldverpackten Süßigkeiten auf einer Etagere stapeln, und beginnt zu schmunzeln. "Sagen wir mal so: Ich finde die Sprüche auf den kleinen Papierstreifen interessant." Das eigentlich Schöne passiere aber erst nach dem Öffnen. "Die Leute beginnen zu lachen, tauschen sich aus und überlegen, worauf sich der Spruch in ihrem Leben beziehen könnte. Das mag ich."

Dieses Phänomen beobachte er seit wenigen Tagen auch bei der eigenen Kundschaft, berichtet der Restaurant-Besitzer stolz. Seit dem Wochenende ist er das neue Gesicht der Marktredwitzer Gastroszene. In der Dammstraße hat er das vietnamesische Restaurant "Maison Kelly" eröffnet. Dort, wo bis vor Kurzem im "Baros" Burger und Pommes über den Tresen gingen, stehen nun Sommerrollen, Edamame, Ramen und viele weitere vietnamesische Spezialitäten auf der Speisekarte.

Über Berlin ins Fichtelgebirge

Nicht nur das Restaurant ist für den 46-Jährigen Neuland - auch sein neuer Lebensmittelpunkt. "Ich komme aus Berlin, wo meine Frau und meine sechsjährige Tochter noch leben", erzählt er. Einen Kulturschock habe er nach dem Umzug ins Fichtelgebirge aber keineswegs erlebt. "Im Gegenteil: Ich genieße den Kleinstadt-Flair und die Ruhe hier in Marktredwitz sehr", sagt er lachend.

Den Weg nach Marktredwitz fand Pham über seinen Geschäftspartner Tien Thanh Nguyen. Dessen Tochter Kelly gab dem neuen Restaurant auch seinen Namen. Erfahrung in der Gastronomie bringt der kreative Kopf bereits reichlich mit: In Berlin führte er schon ein eigenes Restaurant. "Ich wollte mich aber noch einmal neu orientieren und raus aus dem Trubel der Großstadt", erklärt er seinen Neustart in Marktredwitz.

Frische Zutaten

Diese Entscheidung soll nun den Gästen im Fichtelgebirge zugutekommen. Besonders wichtig sind Pham hochwertige Zutaten und eine Küche, die möglichst viel selbst herstellt. "Mein größtes Learning in der Gastronomie war, dass nichts über Frische geht", sagt er. So werden zwar einige Produkte wie Sojasauce eingekauft, viele andere Saucen entstehen jedoch in Eigenregie. "Damit kann man zeigen, dass man das Handwerk einer Landesküche wirklich beherrscht", stellt er klar. Der Start scheint gelungen. Besonders gefragt sind bislang Sommerrollen, gebackene Wan Tan und Ramen. Im August soll das Angebot um Sushi erweitert werden. "Wir möchten uns erst einmal im Kleinen perfektionieren und unser Angebot dann Schritt für Schritt erweitern", erklärt der Gastronom.

Von Beginn an war ihm wichtig, dass sich auch Vegetarier und Veganer auf der Speisekarte wiederfinden. Angeboten werden unter anderem Rollen mit Tofu und Erdnuss-Sauce, vegane Gyoza oder Gemüse mit Tofu in Pfeffersauce.

Der Mann für alles

Das Team besteht derzeit aus vier Personen - zwei arbeiten in der Küche, zwei im Service. Und der Chef? "Ich bin hier der Mann für alles", sagt Pham lachend. Ob am Herd, im Gastraum oder beim Organisieren im Hintergrund: Er springe überall dort ein, wo gerade Unterstützung gebraucht werde. "Ich liebe die Arbeit in der Küche, aber genauso den Kontakt mit unseren Gästen."

Bis zur Eröffnung war allerdings jede Menge Eigenleistung gefragt: "Wir haben den Laden selbst umgestaltet - und das unter enormem Zeitdruck." Die bestellten Waren hätten die Deadline gesetzt. "Als die Liefertermine für die Lebensmittel feststanden, wussten wir: Bis dahin muss alles fertig sein." Seit dem Soft Opening, einer inoffiziellen Eröffnung, am vergangenen Samstag läuft der Betrieb auf Hochtouren. Neben dem Restaurant gehören auch ein Abhol- und Lieferservice zum Konzept. Lange Arbeitstage seien deshalb keine Seltenheit. "Gastronomie ist ein hartes Pflaster. Man arbeitet vom Vormittag bis spät in die Nacht."

Fußball und Familie

Umso wichtiger sei für Pham ein Ausgleich. Den findet er am liebsten bei seiner Familie in Berlin und auf dem Fußballplatz. "Ich würde gerne hier in Marktredwitz in einem Verein spielen. Bislang hat es zeitlich aber noch nicht geklappt."

Auch privat kocht der Gastronom gerne. Sein Lieblingsgericht? "Reisnudelsuppe - einfach, traditionell und eines meiner absoluten Lieblingsessen." Gleichzeitig bezeichnet er sich kulinarisch als "absolut offen".

Während der Renovierungsarbeiten habe er sich bereits durch Marktredwitz probiert – von Burgern über Pasta bis Pizza. Und auch deutsche Klassiker dürfen hin und wieder gerne auf seinen Teller. "Berliner Currywurst und Bratwurst mag ich sehr", sagt er. "Nur eben nicht so oft, weil sie im Vergleich zur asiatischen Küche deutlich schwerer im Magen liegen."

Phams Ziel ist klar: in der Marktredwitzer Gastronomie Fuß zu fassen, das Fichtelgebirge kennenzulernen - und irgendwann auch seine Familie nachzuholen. "Wenn das klappt, dann habe ich alles erreicht."

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